Kohlschreiber im Finale

Philipp Kohlschreiber nimmt in Halle nach einem 6:3, 6:3-Erfolg gegen Gael Monfils Kurs auf den dritten Turniersieg seiner Karriere. "Ich habe einfach die Big Points gemacht", so der Augsburger. Im "deutschen" Finale trifft er auf Philipp Petzschner, der Tomas Berdych 7:6 (9:7), 2:6, 6:3 bezwang.

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Kohlschreiber betonte, dass er versucht habe, "mit Spaß zu spielen, und das ist mir gelungen. Ich habe die Linie gut getroffen. Ich bin überglücklich, dass ich noch mal ein gutes Match gezeigt habe", sagte der Halle-Finalist von 2008.
Lob für den 27-Jährigen, der bislang die Turniersiege von München (2007) und Auckland (2008) in seiner Erfolgsbilanz stehen hat, gab es vom Davis-Cup-Teamchef Patrik Kühnen: "Er hat Gael Montfils nie ins Spiel kommen lassen. Er hat das sehr gut gemacht."
"Ich habe nicht viel falsch gemacht"
Für Monfils, der in der Runde zuvor Deutschlands Topspieler Florian Mayer ausgeschaltet hatte, war das mit Spannung erwartete Halbfinal-Duell hingegen eine Partie zum Vergessen. Vor allem zu Beginn haderte der Franzose mit sich, seinen Aufschlägen und den Problemen am rechten Schlagarm. Immer wieder ließ Monfils den Physiotherapeuten kommen und hielt Rücksprache mit seinem Betreuerstab in der Box, für Kohlschreiber galt es, sich nicht aus der Konzentration bringen zu lassen. Und das gelang ihm prächtig.
Der 27-Jährige spielte von Beginn an trickreich, variabel und fast fehlerfrei. Immer wieder rückte er erfolgreich ans Netz vor, tat dies Monfils, passierte Kohlschreiber den Franzosen ein ums andere Mal mit herrlichen Cross-Schlägen. "Ich habe über das ganze Match nicht viel falsch gemacht", bilanzierte er.
Den ersten Satz entschied der Augsburger, der die Fans im gut gefüllten Gerry Weber Stadion begeisterte, nach 43 Minuten für sich. Im zweiten Durchgang ging es nach einem frühen Zu-Null-Break zum 2:0, das Monfils' letzten Widerstand brach, mit 35 Minuten noch schneller.
Petzschner wehrt zwei Satzbälle ab
Petzschner zeigte gegen den Weltranglisten-Siebten Berdych von Beginn an, warum er auf Rasen zu den Besten seines Fachs zählt. Mit aggressivem Angriffsspiel und wuchtigen Aufschlägen zwang er den Turniersieger von 2007 nach der Abwehr von zwei Satzbällen in den Tiebreak, den er nervenstark zu seinen Gunsten abschloss und mit einem lauten "Come On" feierte.
Im zweiten Durchgang war der Wimbledonsieger im Doppel dann aber völlig von der Rolle, verlor gleich zweimal sein Service und gab den Satz mit 2:6 ab. Im dritten Satz gelang Petzschner das Break zum 4:2 - die Vorentscheidung. "Ich hatte super Unterstützung vom Publikum", sagte Petzschner, der dem Finale gegen seinen Landsmann entspannt entgegenblickte: "Wir können beide mit dieser Woche zufrieden sein."
Kohlschreiber und Petzschner sind die ersten deutschen Halle-Finalisten seit Tommy Haas, der 2009 das Vorbereitungsturnier für Wimbledon gewonnen hatte. Neben dem Hamburger haben mit Michael Stich (1994), David Prinosil (1999) und Nicolas Kiefer (2000) bisher drei weitere deutsche Spieler den Rasen-Wettbewerb gewonnen.
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