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Pures Nervenspiel: Warum Zverev so nicht weitermachen kann

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Alexander Zverev

Fotocredit: Getty Images

VonTobias Laure
07/01/2020 Am 14:56 | Update 08/01/2020 Am 10:58

Alexander Zverev hat beim ATP Cup in Australien einen kapitalen Fehlstart in die Saison 2020 hingelegt und sich das Leben dabei wesentlich schwerer gemacht, als es hätte sein müssen. Der 22-Jährige präsentierte sich in schlechter Form und sorgte darüber hinaus mit seinem Verhalten für Kopfschütteln. Zverev muss jetzt dringend reagieren, wenn er sich in der Weltspitze weiter behaupten will.

Ein Kommentar von Tobias Laure

Das neue Jahr ist gerade mal eine Woche alt, da ist die Stimmung bei Alexander Zverev schon auf dem Tiefpunkt. Drei Matches beim ATP Cup hat Deutschlands Nummer eins gespielt, drei Mal hat er verloren. Weit schwerer als die Niederlagen selbst wiegt die Art und Weise, wie Zverev sich in Brisbane präsentiert hat.

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Im ersten Match gegen Alex de Minaur zerhackte der 22-Jährige vor Wut seinen Schläger und ging trotz einer Satzführung als Verlierer vom Platz. Zverev gab zu, nicht genug trainiert zu haben. Das ist zwar ehrlich, zeigt aber auch, dass der Fokus noch immer nicht stimmt.

Wut bringt Zverev nicht weiter

Vergessen wir nicht: Zverev tritt in diesem Jahr an, um seinen ersten Grand-Slam-Titel zu holen und sich in der Weltrangliste in Richtung Top 3 zu orientieren. Eigentlich, denn die vergangenen Tage sprechen eine andere Sprache. Der Hamburger stand spielerisch komplett neben sich und fiel obendrein mit inakzeptablem Verhalten aus der Rolle. Dass er seinen Vater und Trainer während der zweiten Partie gegen Stefanos Tsitsipas aufforderte, die Klappe zu halten und keinen Scheiß zu erzählen, ist beschämend.

Zverevs Umgang mit Emotionen auf dem Platz ist ein gravierendes Problem. Während es Roger Federer, Rafael Nadal oder Novak Djokovic verstehen, emotionale Momente positiv für sich zu nutzen, schadet sich der Deutsche regelmäßig selbst. Auf Widrigkeiten, wie etwa die massiven Aufschlagschwierigkeiten beim ATP Cup, reagiert er häufig mit Wut. Nur: Das Fluchen, das Hadern, das Schläger-Zertrümmern haben sich als Irrweg erwiesen - und das muss Zverev begreifen und entsprechend reagieren.

Zverev muss reagieren

Der Weltranglisten-Siebte ist trotz seiner 22 Jahre kein Rookie mehr, kein Next-Gen-Spieler. Es wird Zeit, den nächsten Schritt zu gehen, hin zu einem gestandenen Profi mit Souveränität und Konstanz. Mit Tsitsipas, Shapovalov, de Minaur oder Félix Auger-Aliassime greifen zudem gleich vier Spieler oben an, die noch jünger sind als Zverev und sich ebenfalls als Nachfolger von Federer, Nadal und Djokovic in Stellung bringen.

Keine Frage, Zverev hat die Waffen und die Fähigkeiten, eine prägende Figur im Tennis zu werden. Er muss dafür aber bereit sein, Änderungen vorzunehmen, Routinen aufzubrechen. Ein neuer Headcoach nach der gescheiterten Kooperation mit Ivan Lendl wäre so eine Chance, neue Impulse zu setzen. Hilfreich könnte die Zusammenarbeit mit einem Sportpsychologen sein, wie es etwa Tsitsipas seit Jahren macht - wenngleich der Grieche beim ATP Cup ebenfalls schwer mit seinem Nervenkostüm zu kämpfen hatte.

Trotzdem gibt es durchaus Grund zur Annahme, dass Zverev bei den Australian Open ein anderes, erfolgreicheres Gesicht zeigt. Denn auf die Pleitenserie von Brisbane reagierte der Tennis-Star durchaus selbstreflektiert. Es gebe noch sehr viele Dinge, die er verbessern müsse, gab Zverev unumwunden zu. Und das passte dann schon wesentlich besser zu einem Spieler, der nach ganz oben will...

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