Bei Roger Federer ist das kommende Wochenende bereits durchgeplant. "Es werden drei Hardcore-Tage, an denen ich mir voll Tennis reinziehe", erklärte der Schweizer bei einem Sponsorentermin in Zürich.
Federer meinte damit den Laver Cup (24. bis 26. September live bei Eurosport), der Wettstreit der besten sechs europäischen Tennis-Profis gegen die besten sechs Athleten der restlichen Welt. Zum insgesamt vierten Mal wird dieses Event am Wochenende ausgetragen, dieses Mal in Boston.
Und erstmals wird Federer dabei nicht für Team Europa aufschlagen. Denn nach einer Knie-OP muss der 40-Jährige bis auf Weiteres pausieren. Auch die beiden anderen Big-3-Spieler, Rafael Nadal und Novak Djokovic, fehlen.
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Dennoch können sich die Tennis-Fans im TD Garden, unter anderem die Heimat des NBA-Teams Boston Celtics, auf Spitzentennis freuen.

Team Europa geht als Favorit ins Duell

Denn neben dem frischgebackenen US-Open-Sieger Daniil Medvedev (Nr. 2 im ATP-Ranking) und Olympia-Goldmedaillen-Gewinner Alexander Zverev (Nr. 4) treten für Team Europa auch noch Stefanos Tsitsipas (Nr. 3), Andrey Rublev (Nr. 5), Matteo Berrettini (Nr. 7) und Casper Ruud (Nr. 10) aus den Top Ten der Weltrangliste an.
Team Welt ist damit auf dem Papier klar schwächer besetzt. Denn Félix Auger-Aliassime (Nr. 11) ist der am besten gerankte Tennis-Star im Team von Kapitän John McEnroe. Dahinter folgen Denis Shapovalov (Nr. 12), Diego Schwartzman (Nr. 15), Reilly Opelka (Nr. 19), John Isner (Nr. 22) und Nick Kyrgios (Nr. 95).
Doch nicht nur deshalb gehen die Europäer als Favoriten in das Duell. Alle bisherigen Begegnungen entschied Team Europa für sich, 2017 und 2018 sogar sehr deutlich (15:9 und 13:8). Einzig bei der letzten Ausgabe 2019 - im vergangenen Jahr fiel der Laver Cup der Pandemie zum Opfer - machten die Welt-Stars es spannend.
Mit nur zwei Zählern Vorsprung gewann Europa um Kapitän Björn Borg den Mannschaftswettstreit 13:11. Besonders am letzten Tag, als es für einen Sieg drei Punkte statt einen (an Tag 1) oder zwei (an Tag 2) gab, holte Team Welt auf.

Federer ließ sich vom Ryder Cup inspirieren

Die Idee zum Laver Cup holte sich Federer, der 2017 zusammen mit Tony Godsick und der Management-Firma "Team8" den Startschuss für das Event gab, übrigens bei einem berühmten Vorbild. Angelehnt an den Ryder Cup, der seit fast einem Jahrhundert zwischen den USA und Europa im Golf ausgespielt wird, entwickelte der Schweizer den Laver Cup.
Tsitsipas schwärmte bereits 2019 bei seiner ersten Teilnahme vom neuen Konzept: "Es ermöglicht eine andere Wahrnehmung für den Sport, den wir sonst alleine spielen. Es liefert eine neue Perspektive und ist eine Weiterentwicklung."
In diesem Jahr wird aber erstmals keiner der großen Drei dabei sein. Während Nadal eine hartnäckige Fußverletzung auskurieren muss, dürfte sich die Nummer eins Djokovic auf den Saisonendspurt konzentrieren. Denn Medvedev liegt in der Weltrangliste aktuell nur knapp 1500 Zähler hinter dem Serben.
Bei noch mehreren hochkarätigen Turnieren in dieser Saison hat der Russe die Möglichkeit, an Djokovic heranzukommen. Zudem haben die vergangenen Monate beim 34-Jährigen auf der Jagd nach dem Grand Slam sicher Spuren hinterlassen.

Team Europa jubelt über den Sieg beim Laver Cup 2019. Dominic Thiem (hintere Reihe, r.) und Roger Federer (vordere Reihe, r.) haben für 2021 schon zugesagt

Fotocredit: Getty Images

Chancen für Team Welt größer als zuvor

Für Team Welt könnten die Chancen deshalb auch größer sein als in den Jahren zuvor. Shapovalov ist überzeugt: "Es wird für uns eine große Herausforderung. Aber ich bin mir sicher, dass wir, wenn wir zusammenarbeiten und unser bestes Tennis zeigen, dieses Mal eine echte Chance haben."
Sportlich ist der Laver Cup am kommenden Wochenende ohnehin erstklassig besetzt. Mit Medvedev, Zverev und Auger-Aliassime nehmen drei der vier US-Open-Halbfinalisten aus diesem Jahr teil. Zudem können sich die Tennis-Profis im TD Garden auf lautstarke Unterstützung der rund 20.000 Fans freuen.
Team Europa darf dann sicherlich auch auf den Support von Edelfan Federer hoffen. Der Schweizer richtete derweil den Blick auf den Laver Cup 2022. "Das ist eines meiner Ziele, dass ich mich noch einmal richtig reinhänge, um zurückzukommen, und hoffentlich an Orten wie der o2-Arena in London spielen darf", sagte der Routinier.
Doch zunächst einmal ist Federer nur Zuschauer und Team Europa kämpft angeführt von Medvedev, Zverev und Tsitsipas gegen Team Welt mit Auger-Aliassime, Shapovalov und Opelka um den Laver Cup.
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