Roger Federer hinterlässt schweres Erbe - Carlos Alcaraz und Co. beginnen neue goldene Zeitrechnung

Roger Federer tritt beim Laver Cup (23. bis 25. September) zum letzten Mal auf die große Bühne. Die Tenniswelt reagierte wehmütig, denn der 20-malige Grand-Slam-Sieger hinterlässt ein schweres Erbe. Ein Blick in die Zukunft wischt diese Sorgen jedoch beiseite - der US-Open-Triumph von Carlos Alcaraz unterstrich, dass nach Federers Abgang die nächsten Dominatoren bereits inden Startlöchern stehen.

Roger Federer nach seinem Wimbledon-Triumph 2017

Fotocredit: Getty Images

Rafael Nadal sprach aus, was die meisten dachten. "Ich wünschte", sagte er, "dieser Tag wäre nie gekommen."
Die Tenniswelt dreht sich zwar weiter, doch ohne Roger Federer wird sie nicht mehr dieselbe sein. Auch darüber waren sich fast alle einig, als der Maestro aus der Schweiz am Donnerstag seinen Rücktritt ankündigte.
"Es ist ein trauriger Tag für mich persönlich und für den Sport auf der ganzen Welt", schrieb Nadal an den "lieben Roger", den "Freund und Rivalen".
Es war nur eine von zahllosen Liebeserklärungen, die öffentlich auf Federer einprasselten, aber eine aus berufenem Mund. Immerhin hatten Nadal und Federer eine Rivalität gepflegt, die weit über die Grenzen des Tennisuniversums hinaus faszinierte.

Federer tritt ab: Eine neue Zeitrechnung beginnt

Gemeinsam mit Novak Djokovic haben sie eine Ära geprägt, deren Ende nun endgültig in Sicht rückt. Federer gibt beim Laver Cup in London in der kommenden Woche seine Abschiedsvorstellung, Nadal wird bald zum ersten Mal Vater und häufiger auf seinen Körper hören müssen. Auch Djokovic ist auf die Zielgerade eingebogen.
Die Wachablösung ist in vollem Gange, eigentlich hat bereits die über-übernächste Generation übernommen. Es wird weitergehen, so wie es auch nach Laver, Borg, Becker oder Sampras weiterging. Doch Federer, Nadal und Djokovic dominierten so lange, dass weder die Altersklasse um Grigor Dimitrow oder Milos Raonic noch Talente wie Alexander Zverev zu Grand-Slam-Ehren kamen.
Erst Carlos Alcaraz, Nadals spanischem Landsmann, dieser Sensation aus Murcia, trauen viele Experten zu, eine neue Zeitrechnung zu beginnen. Im Alter von 19 Jahren triumphierte er zuletzt bei den US Open - auch dank Federer. "Roger war eines meiner Idole und eine Quelle der Inspiration", schrieb Alcaraz, der nicht mehr in den Genuss kam, gegen Federer zu spielen.
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Roger Federer hat sein Karriereende verkündet

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Die Welt des Sports verneigt sich vor Federer

Ein Vergnügen war es vor allem für die Zuschauer, Federer bei der Arbeit zuzusehen. Dabei ließ er es nur selten nach Arbeit aussehen, sein "gesamtes Spiel grenzte an Kunst und Erhabenheit", schrieb die französische Sporttageszeitung "L'Equipe", er "schenkte uns die Illusion der Vollkommenheit", kommentierte die "Aargauer Zeitung", "er ließ das Spiel so einfach aussehen", meinte die "New York Times".
Die Lichtgestalt der Schweiz war auch neben dem Platz der perfekte Botschafter - für seine Heimat, für seinen Sport und seine Sponsoren.
"Ob Turnierdirektor oder Balljunge, ob Staatspräsident oder Kellner: Federer begegnet jedem mit derselben Freundlichkeit und Aufmerksamkeit", berichtete die "Neue Zürcher Zeitung".

Federer "hat das Spiel verändert"

Seine Eleganz und Präzision, die der US-Autor David Foster Wallace einst als "religiöse Erfahrung" bezeichnete, werden dem Tennis fehlen, gepaart mit seinem Auftreten und seiner Ausstrahlung hinterlässt Federer Fußspuren, die übermenschlich groß erscheinen - jeder Vergleich wäre für die Generation Alcaraz unfair.
"Er hat das Spiel verändert und ist immer ein Gentleman geblieben", schrieb der "Guardian" am Morgen nach dem Rücktritt, der sich lange angekündigt hatte und die Tenniswelt dennoch traurig zurücklässt. Federers letzter Auftritt wird die Wehmut ins Unermessliche steigern, plötzlich gehört der Maestro in den Kreis der Legenden - doch die bleiben dem Tennis zum Glück für immer erhalten.
In welcher Rolle, das ließ Federer noch offen, aber eines stellte er in seiner Abschiedsbotschaft klar. "An den Tennissport: Ich liebe Dich und werde Dich nie verlassen." Nadal stimmte ein: "Wir werden in Zukunft noch viele gemeinsame Momente haben, es gibt noch viel gemeinsam zu tun."
(SID)
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'It is so special' - Schett reacts to 'Big Four' getting together for Laver Cup

Quelle: Eurosport

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