French Open 2026 - Marta Kostyuk nimmt russische Spieler in die Pflicht: "Weiß nicht, wie man nachts schlafen kann"
VonNiklas Bien
Update 03/06/2026 um 13:44 GMT+2 Uhr
Marta Kostyuk hat sich nach dem French-Open-Viertelfinale gegen ihre ukrainische Landsfrau Elina Svitolina mit klaren Worten zum Verhalten der russischen Spieler geäußert. Die 23-Jährige zeigte zwar Verständnis für "ihre Art, zu protestieren", wünschte sich aber klarere Aussagen - "besonders wenn dein Land andere Menschen tötet", betonte Kostyuk vor dem Duell mit der Russin Mirra Andreeva.
"Wissen genau, was passiert": Kostyuk kritisiert russische Spieler
Quelle: Perform
"Hören Sie, ich kenne einige Leute, die Russland sofort nach Kriegsbeginn verlassen haben, die ihr gesamtes Geschäft verkauft haben, die alles zurückgelassen haben, weil sie einfach nicht damit einverstanden sind, was ihr Land anderen Menschen antut", leitete die Ukrainerin ihre ausführliche Antwort auf die Frage ein, ob sie verstehen könne, dass sich einige russische Spieler wegen möglicher Konsequenzen nicht offen zum Krieg äußern würden.
Es gebe viele bekannte Personen, die das Land verlassen hätten "und offensichtlich haben sie derzeit keine Möglichkeit, zurückzukehren. Vielleicht in der Zukunft. Ich weiß es nicht", sagte Kostyuk.
"Es gibt also eine Möglichkeit, dort nicht zu leben, wenn man nicht einverstanden ist. Man ist einfach nicht damit einverstanden, und das war’s", fügte Kostyuk an.
Die 23-Jährige trifft am Donnerstag im Halbfinale von Roland-Garros auf die 19-jährige Russin Andreeva, die sich im Eiltempo gegen Sorana Cirstea durchgesetzt hatte. Auf dem Papier eine spezielle Situation. Kostyuk, auch das stellte sie klar, sei es "normalerweise völlig egal, wer auf der anderen Seite des Netzes steht. Ich bin da, um Tennis zu spielen und meinen Job zu machen". Daran werde sich auch "am Donnerstag nichts ändern".
Kostyuk nimmt russische Spieler in die Pflicht
"Die Mehrheit der Spieler lebt nicht in Russland. Nichts hält einen davon ab, wenn man nicht daran glaubt, und offensichtlich denken sie nicht so", vermutete die Nummer 15 der WTA-Weltrangliste.
”Und nach vier Jahren haben sie meiner Meinung nach sehr deutlich gemacht, auf welcher Seite sie stehen. Das ist also ihre Last, die sie tragen müssen, und damit müssen sie leben. Nicht ich", so Kostyuk, die "den Menschen in der Ukraine" ihren Viertelfinalsieg über Landsfrau Svitolina gewidmet hatte.
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Viertelfinale: Kostyuk siegt im ukrainischen Duell - Highlights
Quelle: Eurosport
Aus Sicht der 23-Jährigen seien gerade die russischen Spieler in der Verantwortung, sich eine Meinung zu bilden.
"Ich weiß nicht, wie man nachts friedlich schlafen kann, wenn man weiß, dass das passiert und man nichts dazu zu sagen hat", sagte Kostyuk und schob mit einigem Nachdruck hinterher: "Ich wünschte, es gäbe eine klarere Haltung zu dem, was vor sich geht, besonders wenn dein Land andere Menschen töte."
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