Matteo Berrettini spricht offen über psychische Probleme: "Dunkelheit schien kein Ende zu haben"

Tennisstar Matteo Berrettini hat in einem Interview enthüllt, dass er in den letzten Jahren mit psychischen Problemen zu kämpfen hatte und er deswegen ein Karriereende in Betracht gezogen hat. "Im letzten Jahr gab es Momente, in denen mein Kopf und mein Körper nicht auf einer Linie waren. Ich wollte zu viel. Das ist ein Fehler und ich habe den Preis dafür bezahlt", gestand der Italiener.

Matteo Berrettini, Wimbledon 2023

Fotocredit: Getty Images

Rasenspezialist Berrettini erreichte mit dem Wimbledon-Finale 2021 den bisherigen Höhepunkt seiner Karriere und ließ die Erwartungen an seine Person mächtig wachsen.
Im darauffolgenden Jahr peilte er nach einem Halbfinal-Einzug bei den US Open sowie den Triumphen bei den Rasen-Turnieren in Stuttgart und im Londoner Queens Club die Krönung im All England Lawn Tennis Club an, doch eine Corona-Infektion hielt den 27-Jährigen von einer Wimbledon-Teilnahme ab. Das Jahr schloss er mit dem Erreichen des Viertelfinales bei den US Open ab, bis ihn eine hartnäckige Bauchmuskel-Verletzung erneut außer Gefecht setzte.
Heute ist Berrettini mit Weltranglisten-Rang 38 von den begehrten Top-10-Plätzen, in denen er vor seiner Verletzung vorzufinden war, ein großes Stück entfernt. Ursachen dafür deckte der Italiener in einem Gespräch mit dem "Corriere dello Sport" auf und ließ tief blicken.
Er habe oft darüber nachgedacht, aufzuhören. "Im Jahr 2020 hatte ich ein kompliziertes Jahr und ich erinnere mich an den Gedanken, der mir beim Einschlafen half, meinen Reisepass zu nehmen, niemandem etwas zu sagen und dorthin zu fliehen, wo mich niemand finden konnte", so der ehemalige Weltranglisten-Sechste.

Berrettini: "Es waren schlimme Momente, die ich nicht mochte"

"Ich habe an dunklen Tagen zufällig darüber nachgedacht. Ich dachte, warum muss ich diesen ganzen Druck ertragen, die Schuldgefühle für meinen verletzten Körper?", erklärte er.
Die Dunkelheit habe er kennengelernt, weil er aufgrund seiner vielen Verletzungen nicht in der Lage dazu war, an wichtigen Turnieren teilzunehmen. "Und die Dunkelheit scheint kein Ende zu haben, sie scheint dich zu verschlingen, denn anstatt dich auszuruhen, gräbst du dich in einen Abgrund. Es waren schlimme Momente, die ich nicht mochte", gewährte der Italiener Einblicke.
Die schwere Zeit habe Berrettini aber dennoch geholfen, seine Passion zum Tennis wiederzuentdecken: "Ich habe zu meinen Ursprüngen zurückgeschaut, um mich selbst wiederzufinden. Mit der Zeit, durch die Konfrontation mit anderen, wurde mir klar, dass ich nur glücklich bin, wenn ich da rausgehe und diese Atmosphäre einatme."
Heute gehe der siebenmalige Turnier-Gewinner wieder mit einem positiven Gefühl auf den Court. "Heute fühle ich mich innerlich gut und ich habe ein Lächeln im Gesicht, wenn ich auf den Platz gehe", sagte er.
picture

Wirbel um Netzberührung in Tiebreak-Thriller: Spezialregel greift

Quelle: Perform

Mehr als 3 Mio. Sportfans nutzen bereits die App
Bleiben Sie auf dem Laufenden mit den aktuellsten News und Live-Ergebnissen
Download
Diesen Artikel teilen
Werbung
Werbung