Es ist ein Thema, das bislang nur im Konjunktiv existiert und dennoch extrem polarisiert - vor allem, nachdem Novak Djokovic sich mit seiner Meinung exponiert hat. Für den Fall, dass es einen Impfstoff gegen das Coronavirus geben sollte und falls man infolge dessen die Frage stelle, ob die Impfung für Tennis-Profis obligatorisch werden soll, werde er das verneinen.
Sollte es trotzdem so kommen, müsse er "eine Entscheidung" treffen. "Ob sich diese Ansichten irgendwann ändern, kann ich jetzt nicht sagen." Djokovic betonte in einem Facebook-Chat mit Spielerkollegen wie Viktor Troicki oder Filip Krajinović, er wolle generell nicht, "dass mich jemand zwingt, einen Impfstoff einzunehmen, um reisen zu können".
Tennis
Nach klarem Nein zur Zwangsimpfung: Gegenwind für Djokovic
21/04/2020 AM 11:26
Die Kritik ließ nicht lange auf sich warten, unter anderem hat sich der serbische Epidemiologe Predrag Kon eingemischt.
"Ich wünschte mir, ich hätte die Gelegenheit gehabt, Djokovic die Bedeutung und den immensen Beitrag von Impfungen für die Gesundheit der Bevölkerung zu erklären", wird der Virus-Experte, der Mitglied des nationalen Krisenstabs in Serbien ist, von der Schweizer Zeitung "Blick" zitiert.

Djokovic macht seinen Standpunkt klar

Auf Twitter löste die Causa Djokovic indes unter dem Hashtag #antivaxx eine leidenschaftliche Debatte zwischen Befürwortern und Gegnern der Haltung des Tennis-Stars aus. Nicht immer ging es dabei sachlich zu.
Djokovic selbst reagierte mit einem Statement, dass die "Associated Press" (AP) veröffentlichte. "Ich habe meine Sicht der Dinge dargelegt, weil ich das Recht dazu habe und mich verantwortlich fühle, Themen anzusprechen, die die Tenniswelt betreffen", so der 17-fache Grand-Slam-Turniersieger.
Ich möchte die Möglichkeit haben, selbst zu entscheiden, was für meinen Körper gut ist.
Über gesundheitliche und ernährungstechnische Themen macht sich Djokovic seit Jahren sehr viele Gedanken, so eröffnete der Superstar vor etwa vier Jahren ein veganes Restaurant in seiner Wahlheimat Monaco.

Ein Mann der klaren Worte: Novak Djokovic

Fotocredit: Getty Images

"Ich bin kein Experte, aber ich möchte die Möglichkeit haben, selbst zu entscheiden, was für meinen Körper gut ist", verteidigte Djokovic seine Ablehnung von Impfungen, machte aber auch deutlich: "Ich bin offen und werde weiter an diesem Thema dranbleiben, weil es wichtig ist und uns alle betrifft."
Der ehemalige Weltranglistenerste Andy Roddick glaubt derweil nicht, dass der Serbe seiner Linie treu bleibt, wenn Impfungen auf der Profi-Tour tatsächlich vorgeschrieben werden. "Ich bin gespannt, wie tief sein Glaubensgrundsatz reicht, wenn er Grand Slams auslassen muss", stichelte der US-Open-Champion von 2003 in einem Interview mit dem "Tennis Channel".
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