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Olympia 2024: Andy Murray exklusiv zum Karriereende - der Brite im Interview über seinen Abschied, Höhepunkte und mehr
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Update 02/08/2024 um 19:51 GMT+2 Uhr
Andy Murray hat bei den Olympischen Spielen 2024 in Paris seine Karriere beendet. Am Zenit seiner Karriere war der Schotte auf Augenhöhe mit Novak Djokovic, Rafael Nadal und Roger Federer. Er gewann drei Grand-Slam-Turniere, war die Nummer eins der Welt und zweimal Olympiasieger im Einzel. Im Exklusiv-Interview spricht er über seinen Abschied, seine Karriere und besondere Grußbotschaften.
Standing Ovations und Tränen: Murrays Karriere endet im Viertelfinale
Quelle: Eurosport
Andy Murray kämpfte mit Dan Evans lange gegen das Karriereende. In der ersten und in der zweiten Runde des olympischen Doppelturniers wehrte das britische Duo Matchbälle ab, die große Laufbahn des 37-Jährigen hätte auch schon früher enden können.
Aber sie zogen zweimal den Kopf aus der Schlinge, bevor im Viertelfinale das US-Doppel um die herausragenden Einzelspieler Taylor Fritz und Tommy Paul eine Nummer zu groß war (6:2, 6:4).
Mit feuchten Augen verabschiedete sich Murray vom Publikum in Paris, kurz darauf konnte er schon wieder scherzen. "Ich habe Tennis ohnehin nie gemocht", schrieb er Stunden nach dem Match auf "Instagram".
Im Eurosport-Interview mit Laura Robson spricht die ehemalige Nummer eins der Weltrangliste über diesen Moment und die Stunden danach. "Ich habe furchtbar geschlafen", sagte er in seiner typischen Art über seine erste Nacht als Tennis-Rentner.
Andy Murray, ehemaliger Tennis-Profi. Wie klingt das für Sie?
Andy Murray: Ich fühle mich gut. Ich wusste schon in den vergangenen Monaten, dass dieser Moment kommen würde, egal ob wir vor ein paar Tagen verloren hätten oder ins Finale eingezogen wären, ich war bereit. Jetzt habe ich Zeit zu tun, was ich möchte.
Direkt nach dem Match waren Sie mit Ihrem Match nicht glücklich. Nun konnten Sie eine Nacht darüber schlafen, sie wissen, was Sie erreicht haben und hatten diesen unglaublichen Lauf diese Woche – fühlen Sie sich jetzt anders?
Murray: Diese Woche war fantastisch. Das Gefühl hatte ich auch direkt, ich habe mit Dan Evans über die Woche gesprochen und wie Olympia insgesamt für uns war. Wir hatten eine tolle Zeit und grandiose Erinnerungen – und wir hätten gut auch in der ersten Runde verlieren können. Ich wünschte, ich hätte gestern besser gespielt, aber wir hatten einen tollen Run.
Ich habe furchtbar geschlafen, nur ein paar Stunden. Ich weiß nicht warum, vielleicht einfach durch das Adrenalin oder weil ich mir viele Gedanken gemacht habe.
Waren das Glückstränen auf dem Court?
Murray: Ich glaube schon. Ich bin nicht unglücklich oder enttäuscht, dass ich nicht mehr Tennis spiele. Wenn ich in den vergangenen Jahren über diese Momente nachgedacht habe, dann war ich besorgt und traurig. Aber jetzt ist es viel einfacher, als ich dachte. Aber es war auch erst ein Tag.
Sind Sie wie verkatert aufgewacht – einfach durch diesen Wirbelwind an Emotionen, die auf einmal einprasseln?
Murray: Ich war die ganze Woche müde, wahrscheinlich auch wegen der Emotionen. Ich habe furchtbar geschlafen, nur ein paar Stunden. Ich weiß nicht, warum - vielleicht einfach durch das Adrenalin oder weil ich mir viele Gedanken gemacht habe. Ich weiß es nicht, ich freue mich einfach auf das, was jetzt kommt.
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Doppelter Gold-Sammler: Murray triumphiert 2012 und 2016
Quelle: Eurosport
Sie haben auf Social Media geschrieben, Sie "hätten Tennis ohnehin nie gemocht". Aus welcher Stimmung heraus kam das?
Murray: Ich glaube, wir waren zu diesem Zeitpunkt immer noch auf der Anlage, meine Mutter war da, wir haben ein paar Bilder gemacht und gelacht. Mein Physio war unten und fragte mich, ob ich ins Eisbad gehen wollte, und ich sagte nur "nein! Ich muss das alles gar nicht mehr machen." Er fragte, ob ich mich dehnen wollte – "nein, ich will mich nicht kurz dehnen!" Aber alle waren glücklich und gut drauf.
Gab es eine Würdigung unter den vielen, die für Sie herausstach?
Murray: Ich habe eine Nachricht von Björn Borg bekommen, das war ziemlich cool. Er ist offensichtlich eine Legende in unserem Sport und ich konnte ein wenig Zeit mit ihm beim Laver Cup verbringen. Um ehrlich zu sein, fand ich das ganze persönliche Zeug mit dem Team hier eher überfordernd, weil ich damit nicht gerechnet habe. Ich habe Riesenrespekt vor allen Athleten und was sie auf sich nehmen, nur um sich von mir zu verabschieden. Ich fand es toll, ein Teil des Teams zu sein und die Atmosphäre, das Olympische Dorf und alles – das war wirklich schön.
Was hat Björn Borg gesagt?
Murray: Er hat gesagt: "Glückwunsch an einen der größten aller Zeiten. Viel Erfolg, bei dem, was kommt."
Was Rafa, Roger und Novak erreicht haben, ist für praktisch jeden Tennisspieler unerreichbar. Darum sieht alles, was ich ereicht habe, im Vergleich mickrig aus. Man kann leicht ein paar Grand-Slam-Titel und zwei Olympiasiege vergessen.
Ziemlich cool, dass er Sie zu dieser Gruppe zählt, oder?
Murray: Mir ist durchaus bewusst, dass die Jungs, gegen die ich angetreten bin, deutlich bessere Karrieren hatten als ich. Aber für eine gewisse Zeit im Mittelteil meiner Karriere habe ich mich auf Augenhöhe mit ihnen bei den größten Turnieren gemessen. Ich habe es zur Nummer eins der Welt geschafft, während die drei auch auf ihrem höchsten Level waren und das bedeutet mir viel. Das war nicht leicht. Wenn jemand vom Format eines Björn Borg das anerkennt, dann ist das natürlich etwas ganz Besonderes.
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Eine Zeit lang war die "Big Three" eine Big Four - mit Andy Murray auf Augenhöhe mit Rafael Nadal, Roger Federer und Novak Djokovic.
Fotocredit: Getty Images
Es gibt nur wenige Spieler, die eine solche Karriere hatten.
Murray: Das war es, was es für mich sehr hart gemacht hat. Was Rafa, Roger und Novak erreicht haben, ist für praktisch jeden Tennisspieler unerreichbar. Darum sehen meine Erfolge im Vergleich mickrig aus. Man kann leicht ein paar Grand-Slam-Titel und zwei Olympiasiege vergessen. Ich bin stolz auf alles, was ich in dieser Zeit erreicht habe und ich habe extrem hart dafür gearbeitet. Darauf kommt es an, was andere über meine Karriere sagen ist nicht so wichtig. Ich liebe Tennis und ich habe sehr viel Respekt vor den früheren Generationen und was sie erreicht haben. Sie haben uns eine Plattform gegeben, um unsere Ziele zu erreichen. Das macht so eine Nachricht von Björn umso schöner.
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