Olympia 2024: Barbara Rittner exklusiv über Angelique Kerber und den Rücktritt - "Unglaubliche persönliche Entwicklung!"

Ex-Bundestrainerin Barbara Rittner hat sich gegenüber Eurosport exklusiv zum angestrebten Rücktritt von Angelique Kerber nach den Olympischen Spielen in Paris geäußert und ihr eine "unglaubliche persönliche Entwicklung" attestiert. Rittner zeigt sich nachhaltig beeindruckt von Kerbers Weg auf dem Tennis-Court. Von einem hoffnungsvollen Talent bis an die Weltspitze der Tennis-Elite.

Kerber exklusiv: "Fühlt sich richtig an, letzten Tanz hier zu tanzen"

Quelle: Eurosport

Im exklusiven Gespräch mit Eurosport, nur wenige Stunden nach der Verkündung des Rücktritts, wird Rittner auch emotional und spricht über die gemeinsame Zeit mit Angelique Kerber.
Barbara Rittner über...
...die erste Begegnung mit Angelique Kerber:
"Das erste Mal gesehen habe ich Angie mit 15 und das erste Mal im Lehrgang gehabt mit 16, da hatte sie gerade ein 25.000er gewonnen. Dadurch, dass sie etwas später da war, haben wir uns gegenseitig eingeschlagen. Wir haben uns 25 Minuten eingeschlagen und sie hat keinen einzigen Fehler gemacht. Da hatte sie unglaubliches Selbstvertrauen und das war meine erste Begegnung mit ihr."
...über die gemeinsame Zeit mit Angelique Kerber:
"Ich habe sie dann über 20 Jahre begleiten dürfen und habe auch diese unglaubliche persönliche Entwicklung miterlebt. Von einer sehr introvertierten und zurückhaltenden Angie Kerber, bis hin zu der Angie heute, die mit Sicherheit ihrem Naturell entsprechend eher introviert ist und Dinge mit sich oder im kleinen Kreis ausmacht und nicht nach außen trägt."
...über Angelique Kerbers Kernfähigkeiten:
"Eine unglaubliche Widerstandsfähigkeit, eine Spielerin, die die Komfortzone verlassen konnte. Die von Anfang an leidenschaftlich dem Tennis nachgegangen ist, die aber auch gelernt hat, was es heißt, immer professioneller zu arbeiten und immer härter zu trainieren - tagein, tagaus."
...über Angelique Kerbers Erfolgsgeschichte im Tennis:
"Für Tennis hatte sie eine relativ späte Entwicklung, nämlich dann im Jahr 2012. Sie hat im Alter von 24 erst angefangen, richtig durchzustarten. Danach hat sie sogar drei Grand Slams gewonnen. Hab ich das für möglich gehalten? Auf Rasen hab ich gedacht, sie kann mal Wimbledon gewinnen - da war sie immer eine besondere Nummer. Aber dass sie dann noch die Australian- und die US-Open gewonnen hat und die Nummer eins geworden ist, das hätte ich so in der Form nicht antizipiert."
...über Angelique Kerbers persönliche Entwicklung:
"Unglaubliche Akribie, Widerstandsfähigkeit und Leidenschaft. Sie ist auch immer kritikfähiger geworden. Sie hat immer mehr gelernt, mit konstruktiver Kritik umzugehen und ihre Komfortzone zu verlassen."
...über die größten gemeinsamen Momente:
"Das Coachen auf der Bank im Fed Cup, als sie 2016 in zwei Sätzen Simone Halep auseinandergenommen hat. Egal was man ihr gesagt hat, das hat sie umgesetzt! Als Zweites fällt mir unser Einmarsch in Rio bei Olympia 2016 ein, wie wir uns nur angeguckt haben und alle gemeinsam haben beim Einlauf die Hymne gesungen. Und sie hat gesagt, das sei so toll, sie hätte Gänsehaut gehabt. Und das hat uns auch immer verbunden."
...über ihre Dankbarkeit gegenüber Angelique Kerber:
"Ich bin Angie Kerber unglaublich dankbar für das, was ich mit ihr teilen durfte. Den gemeinsamen Weg, den wir gegangen sind, auch für unsere Auseinandersetzungen. Wir haben viel voneinander gelernt und letztens haben wir auch festgestellt, dass uns sogar eine Freundschaft über das Tennis hinaus verbindet."

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