Drei Turniersiege auf der ATP Tour inklusive dem ersten Masters-Titel in Miami, Halbfinal-Einzug beim Rasenklassiker in Wimbledon, erstmals in den Top Ten der Weltrangliste und dazu die Qualifikation für die ATP Finals in Turin - Hubert Hurkacz hat schon jetzt ein sensationelles Jahr 2021 hinter sich.
Besonders emotional für den Polen war der Viertelfinalsieg in Wimbledon gegen sein Kindheitsidol Roger Federer. "Es war ein extrem intensives Match für mich, begleitet von einer unglaublichen Atmosphäre", erzählt Hurkacz exklusiv bei Eurosport.
"Gegen einen Spieler wie Roger auf dem Centre Court zu spielen und zu gewinnen, war ein unwirkliches Gefühl", so der 24-Jährige, der aus diesem Erfolg enorm viel Selbstvertrauen mitgenommen hat.
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Deshalb steht der Halbfinal-Einzug beim Rasenklassiker an der Church Road für ihn auf einer Stufe mit seinen drei Turniersiegen in Delray Beach, Miami und Metz.
Ab dem 14. November folgt dann der krönende Saisonabschluss für Hurkacz, der erstmals in seiner Laufbahn bei den ATP Finals an den Start geht.
In der Serie Players' Voice auf Eurosport.de verrät der Tennisprofi, was es ihm bedeutet, zu den besten zehn Spielern der Welt zu gehören und wie ihm Landsfrau Iga Swiatek auf dem Weg dahin geholfen hat.

Von Hubert Hurkacz

Hallo liebe Tennisfreunde,
als Kind war Roger Federer mein Idol. Ich erinnere mich, dass ich versucht habe, ihn so oft wie möglich im Fernsehen zu sehen. Damals begann ich meinen Traum, eines Tages selbst an den größten Turnieren der Welt teilzunehmen, zu verwirklichen.
Als ich dieses Jahr in Wimbledon gegen Roger gespielt und gewonnen habe, empfand ich nichts als pure Freude. Es war ein extrem intensives Match für mich, begleitet von einer unglaublichen Atmosphäre. Gegen einen Spieler wie ihn auf dem Centre Court zu spielen und zu gewinnen, war ein unwirkliches Gefühl - selbst jetzt kann ich diese Erfahrung nicht wirklich beschreiben. Am Ende eines Matches bleibt nicht viel Zeit, aber er sagte mir, dass ich ein gutes Spiel gemacht habe und wünschte mir viel Glück für den Rest des Turniers. Das bedeutete mir sehr viel.
Dieser Sieg im Viertelfinale ist definitiv einer meiner denkwürdigsten Momente in dieser Saison. Es war mehr als nur ein Sieg, denn diese Partie hat mir gezeigt, dass ich einen weiteren Schritt gemacht habe, um meine Grenzen zu überwinden und zu zeigen, dass ich Großes erreichen kann. Wimbledon und die Turniersiege in Delray Beach, Miami und Metz waren für mich gleichermaßen große Erfolge, denn sie haben mir das Selbstvertrauen gegeben, dass ich mich immer weiter steigern kann.
Ich habe von Saisonbeginn an daran geglaubt, dass dieses Jahr ein erfolgreiches werden kann. Aber ich würde lügen, wenn ich sage, dass es keine Höhen und Tiefen gab. Es ist, als befände ich mich in einem kontinuierlichen Prozess der Selbstentwicklung. Das Jahr begann wirklich stark, ich gewann den Titel in Delray Beach. Aber dann musste ich bis Miami eine Reihe von frühen Ausscheidern hinnehmen.

Das war der Schlüssel zum ersten Masters-Titel

In Miami bin ich dann im Finale auf Jannik Sinner getroffen - ein Match, das eigentlich schwierig hätte werden können, weil er einer meiner besten Freunde auf der Tour ist. Aber wenn man auf den Platz geht, denkt man nur daran, sein bestes Tennis zu spielen. Man strebt nach dem Sieg. Unabhängig davon, ob man gegen einen Freund antritt oder nicht, die Vorbereitung auf eine Partie ist immer dieselbe. Du musst dich auf die Spielweise deines Gegners einstellen. Du musst dich darauf konzentrieren, wie du spielst. Es spielt keine Rolle, ob du jemanden magst oder nicht. Das ist meine Herangehensweise und ich denke, so habe ich meinen ersten Masters-Titel gewonnen.
Generell denke ich, dass diese Saison meine beste war, weil ich das Gefühl habe, dass ich viel bewusster wahrnehme, was auf dem Platz passiert; mental fühle ich mich stärker. Auch körperlich konnte ich mich weiterentwickeln und ich glaube, mein Aufschlag hat sich stark verbessert.
Es wäre schön, eines Tages einen Grand Slam zu gewinnen. Der Triumph von Iga Swiatek bei den French Open im vergangenen Jahr war definitiv eine Inspiration für mich. Das war etwas Großartiges.
Iga hat uns allen gezeigt, dass jemand aus Polen so einen fantastischen Erfolg erzielen kann. Zu sehen, wie viel ihr Erfolg allen in der Heimat bedeutet, war unglaublich motivierend für mich. Wenn wir uns bei Turnieren sehen, ist es immer schön, sich auszutauschen, und ich verfolge ihre Ergebnisse genau. Wir drücken uns gegenseitig die Daumen und unterstützen uns.

Hubert Hurkacz und Iga Swiatek bei den Poland Open 2021

Fotocredit: Eurosport

Ich hoffe wirklich, dass ich mit meinen Ergebnissen die Leute ebenso inspirieren kann - vor allem jetzt, wo ich zu den Top 10 der Weltranglistenliste gehöre. Das war definitiv mein Traum und es würde Spaß machen, dort für sehr viele Jahre zu bleiben.
Natürlich gibt es Faktoren, die außerhalb meiner Kontrolle liegt, aber solange ich mich weiterhin körperlich und mental auf meine Wettkämpfe vorbereite, habe ich die bestmögliche Chance dazu. Mit dieser Einstellung gehe ich jetzt in die ATP Finals.
Viele Grüße,
Euer Hubert
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