Nadal enthüllt schockierende Details in neuer Doku: "Deutlich mehr Schmerzmittel genommen als mir lieb gewesen wäre"

Rafael Nadal hat vor Veröffentlichung seiner "Netflix"-Doku namens "Rafa" über seinen Schmerzmittelkonsum während der aktiven Karriere gesprochen und dabei erschütternde Details enthüllt. So habe er über mehrere Jahre teilweise unkontrolliert Schmerzmittel eingenommen, um seine Karriere am Laufen zu halten. Das habe ihm unter anderem zwei Darmperforationen eingebrockt.

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Quelle: Perform

Nadal leidet seit 2005, also praktisch seit Beginn seiner Tennis-Karriere, im linken Fuß am seltenen Müller-Weiss-Syndrom. Das ist eine degenerative Erkrankung, bei der das Kahnbein im Mittelfuß spontan abstirbt. Diese Knochennekrose führt zu chronischen, belastungsabhängigen Schmerzen im mittleren und äußeren Fußbereich.
Um seine Karriere überhaupt fortsetzen zu können, ließ sich Nadal 2005 eine spezielle Schuheinlage konzipieren, mit der sein Fuß um sieben Millimeter nach innen gebogen wurde. "Es wurde nichts geheilt, denn das Problem, das ich an meinem Fuß hatte, war unheilbar. Das Einzige, was man versuchte, war, den Stützpunkt in meinem Fuß an eine andere Stelle zu verlagern, um die Schmerzen tolerabel zu machen" erklärte er nun im Gespräch mit der "AS".
Aus heutiger Sicht ist ihm klar, "dass dort die übrigen Probleme in meinem Körper ihren Anfang nahmen". Denn: "Wenn man eine so drastische Veränderung am Stützpunkt vornimmt, ist es logisch, dass der Körper aus dem Gleichgewicht gerät."
So wurden Schmerzmittel seine Begleiter. "Es gab eine Zeit, in der ich mit ständigen Schmerzen lebte", erklärte der 39-Jährige in einem weiteren Interview mit der "Marca". Es habe viele Tage gegeben, an dem er mit seinem Physiotherapeuten diskutieren musste, ob er Schmerzmittel bzw. Entzündungshemmer einnehmen solle oder nicht, weil dieser seine Dosierung überwacht habe.

Nadal nahm Schmerzmittel unkontrolliert ein

"Und dann kam der Tag, an dem ich sagte: 'Nun, wenn du sagst, dass es eine Grenze zwischen richtig und falsch gibt, dann bin ich jetzt diejenige, die entscheidet, wann ich Entzündungshemmer nehme, wann nicht, wie viele ich nehme und wie viele nicht.'"
Danach habe er die Mittel ohne Absprache mit seinem Team eingenommen, "einfach aus dem Grund, dass es mir natürlich unangenehm war, immer fragen zu müssen, auch wenn ich wusste, dass die andere Person damit nicht einverstanden gewesen wäre".
Es sei ihm natürlich bewusst gewesen, dass der Medikamentenkonsum seinem Körper schade. "Ich habe deutlich mehr Entzündungshemmer eingenommen als mir lieb gewesen wäre", sagt er. Tatsächlich habe er "zwei Perforationen im Darm, weil ich so viele Entzündungshemmer genommen habe. Aber wäre das nicht so gewesen, wäre meine Karriere ganz anders verlaufen."

Nadal: "Oft ein Kampf gegen meinen eigenen Körper"

Hätte er nicht auf die Schmerzmittel zurückgegriffen, hätte er statt seiner 22 Grand-Slam-Titel ungefähr ein Dutzend weniger gewonnen, mutmaßt Nadal in der Doku. Doch "die Freude, die ich daran hatte, das zu tun, was ich liebte, und die Begeisterung, es weiterzumachen, überwogen alles andere", sagt der Spanier.
Eine Operation am betroffenen linken Fuß ist indes weiter keine Option für Nadal. "Bei der Operation würde eine Fixierung eingesetzt werden, die diesen Teil des Fußes unbeweglich machen würde", gibt er zu bedenken. Das würde er gerne vermeiden: "Ich kann mit geringen Schmerzen weiterleben, wenn ich aufpasse, oder indem ich alle paar Monate eine Behandlung vornehmen lasse, und ich denke, das ist gut so." Würde er die Operation vornehmen, könnte er überhaupt kein Tennis oder Fußball mehr spielen.
Im Gespräch mit der "AS" beschrieb Nadal die am 29. Mai erscheinende "Netflix"-Doku indes als "realistische Mischung aus dem, was meine Karriere ausgemacht hat: unglaubliche Momente, sehr emotionale Momente und auch die Darstellung meines Alltags, der oft ein Kampf gegen meinen eigenen Körper war".
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Quelle: Eurosport


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