Rafael Nadal in Sorge vor dem Comeback: "Es ist nicht die Hüfte, die mich am meisten beunruhigt"
Rafael Nadal gibt nicht auf. Vor wenigen Tagen kündigte der 37-Jährige an, in der Saison 2024 das Comeback zu wagen. Nach einem Jahr Pause, nach einer Hüftoperation und dauerhaften Schmerzen. Nun hat sich Nadal zu Wort gemeldet und durchblicken lassen, dass er sich weiterhin Sorgen macht. "Es ist nicht die Hüfte, die mich am meisten beunruhigt, es ist alles andere", sagte der Superstar auf "X".
Tennis : Nadal announces his retrun in Brisbane
Quelle: Eurosport
Rafael Nadal wird fast philosophisch, wenn es um die Zielstellung beim Comeback geht. "Ich erwarte von mir, dass ich nichts erwarte", erklärte der 22-malige Grand-Slam-Turniersieger in seiner Videobotschaft auf "X".
Nadal, so scheint es, macht sich mehr Sorgen um die mentale Einstellung als um die körperliche Verfassung. Es gehe darum, die "Fähigkeit zu entwickeln, von mir selbst nicht das zu verlangen, was ich während meiner gesamten Laufbahn von mir verlangt habe", so der 37-Jährige. "Ich habe mein ganzes Leben lang verinnerlicht, das Maximum von mir zu fordern. Ich hoffe wirklich, dass ich es mir nun gelingt, genau das nicht zu tun." Er bewege sich im Moment "in unerforschtem Gebiet".
Bemerkenswerte Worte von einem, der während seiner Karriere stets das Maximale angestrebt und meist auch erreicht hat. Die Rückkehr auf die Tour im kommenden Januar aber wird ein Brett - fast ein Jahr nach dem bis dato letzten Match in der 2. Runde der Australian Open gegen Mackenzie McDonald.
In der Folge wurden die Probleme am linken Hüftbeuger und an der Gelenklippe so stark, dass eine Operation zwingend nötig war. Anfang Juni ließ Nadal den Eingriff in der Teknon-Klinik in Barcelona vornehmen.
All das führte zur längsten Zwangspause in der Laufbahn des Sandplatzkönigs. 2012 fiel Nadal aufgrund von massiven Knieproblemen zwar schon einmal mehr als sieben Monate aus, seiner Zeit allerdings im besten Tennisalter von 26 Jahren. Trotzdem wurde bereits damals über das Ende der Laufbahn spekuliert. So sehr, dass Onkel Toni Nadal klarstellen musste, dass die Karriere seines Neffen "überhaupt nicht in Gefahr" sei.
Nadal: "Muss mir verzeihen, wenn einiges schiefgeht"
Elf Jahre später ist die Situation freilich eine andere. "Ich muss akzeptieren, dass die Dinge am Anfang sehr schwer sein werden und ich mir Zeit geben muss", erläuterte der Mallorquiner. Er bereite sich darauf vor, sich selbst "zu verzeihen, wenn zu Beginn einiges schiefgeht, denn die Wahrscheinlichkeit dafür ist hoch".
Nadal trainiert seit Monaten wieder, bis vor ein paar Wochen allerdings noch unter Schmerzen, wie er bekannte. Inzwischen hat der Superstar Fortschritte gemacht.
"Rafas Bewegungen waren anfangs nicht sehr gut, aber in den vergangenen drei Wochen hat er auf einem guten Niveau trainiert. Die Intensität stimmt", verriet Toni Nadal bei "Radio Monte Carlo" (RMC).
Nadal dank Protected Ranking bei Australian Open dabei
Zum Jahreswechsel soll es dann soweit sein: Nadal will beim ATP-Turnier im australischen Brisbane sein Comeback geben, zwei Wochen später stehen die Australian Open in Melbourne an. Und obwohl der Spanier derzeit nur noch auf Position 664 der Weltrangliste geführt wird, ist er nicht auf eine Wildcard angewiesen. Das sogenannte Protected Ranking macht es möglich.
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Nadal gibt Update zu Comeback-Plänen für 2024
Quelle: Perform
Spieler, die lange verletzt sind, können sechs Monate nach ihrer letzten Partie ein Protected Ranking bei der ATP beantragen. In der Folge wird eine Weltranglistenposition aus der durchschnittlichen Platzierung der ersten drei Verletzungsmonate errechnet. Nadal war zum Zeitpunkt seiner bislang letzten Partie gegen McDonald die Nummer zwei der Welt, nach den Australian Open die Sechs und auch drei Monate später noch in den Top 15.
Bedeutet: Für die Australian Open 2024 ist er locker fürs Hauptfeld qualifiziert, allerdings sind Profis mit einem Protected Ranking grundsätzlich nicht gesetzt. So könnte Nadal schon in Runde eins auf Novak Djokovic, Carlos Alcaraz, Alexander Zverev oder Taylor Fritz treffen. Letzterer hat sich bereits Gedanken darüber gemacht.
Fritz exklusiv zu Nadal: "Vielleicht ein wenig eingerostet ..."
"Es ist ziemlich verrückt, dass er bei der Auslosungen dabei ist, ohne gesetzt zu sein", so Fritz exklusiv bei Eurosport. Nadal mag (noch) tiefstapeln, der Konkurrenz aber ist sonnenklar, dass da ein absoluter Ausnahmesportler zurückkehrt, der auch mit 37 Jahren brandgefährlich sein wird. "Rafa ist vielleicht ein wenig eingerostet, wenn er sein Comeback gibt, aber er wird gut spielen und für sehr viele Jungs ein harter Gegner", glaubt Fritz, aktuell die Nummer zehn im Ranking.
Gut für Nadal: Er kann noch bis September oder für insgesamt neun Turniere vom Protected Ranking profitieren, quälende Qualifikationsrunden oder das Hoffen auf Wildcards erübrigen sich damit.
Damit tut sich der Routinier leichter bei der Saisonplanung, die auf einen klaren Höhepunkt ausgelegt ist. "Das Wichtigste ist der Traum, die French Open spielen zu können", sagte Toni Nadal, der seinen Neffen jahrzehntelang coachte und schon bei dessen erstem Roland-Garros-Titel 2005 als Trainer in der Box saß.
Nur eines dürfte auf dem Sand von Paris nicht mehr gelten: Nadals Aussage, dass er von sich erwartet, keine Erwartungen zu haben.
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"Größte Rivalität": Djokovic will Nadal noch einmal fordern
Quelle: Perform
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