Rafael Nadal stellt klar: "Wir brauchen die Impfung"

Rafael Nadal hat sich kritisch über einen Restart der ATP-Tour im Spätsommer geäußert. Sein Gefühl sage ihm, dass "wir eine Medizin brauchen", meinte der 34-Jährige im Gespräch mit Eurosport: "Wir brauchen die Impfung." Vorher könne er sich keine unbeschwerten Tennis-Turniere vorstellen. Für Exhibitions fühle er sich aktuell nicht bereit, auf die US Open blickt er mit gemischten Gefühlen.

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Fotocredit: Eurosport

Rafael Nadal wartet auf Mallorca auf den Restart der Tennis-Saison, hat dabei aber gemischte Gefühle, wie er am Donnerstag gegenüber Eurosport verriet.
"Mein Gefühl sagt mir, dass wir eine Medizin brauchen", sagte Nadal in einem Video-Call mit Eurosport-Expertin Barbara Schett-Eagle: "Das ist das wichtigste. Wir brauchen ein Heilmittel, wir brauchen die Impfung."
Nur so sei seiner Meinung nach sichergestellt, dass der Tennis-Zirkus wieder vollends Fahrt aufnehmen kann. "Ich hoffe wirklich, dass es nächstes Jahr so weit ist, und wir wieder Tennis in einer normalen und sicheren Situation spielen können", sagte Nadal.

Rafael Nadal will erstmal keine Exhibitions spielen

Aktuell trainiert der 34-Jährige nur in eingeschränktem Pensum auf Mallorca. Um einen konkreten Trainingsplan verfolgen zu können, brauche er einen fixen Terminplan, erklärte er. So trainiere er aktuell nur die Grundlagen.
Bei sogenannten "Exhibition"-Turnieren anzutreten, habe er derzeit nicht geplant. "Stand jetzt bin ich nicht bereit dafür, um ehrlich zu sein", sagte er im Gespräch mit Schett-Eagle: "Ich bin gerade nur bereit, mein Training Schritt für Schritt hochzufahren."
Außerdem könne er sich aktuell nicht vorstellen, Mallorca zu verlassen. Dort sei die Situation um das Sars-CoV-2-Virus einigermaßen unter Kontrolle: "Hier sind wir mehr oder weniger sicher."

Tennis ohne Zuschauer? Nadal skeptisch

Turniere im Falle eines Restarts ohne Fans stattfinden zu lassen, falls nötig, hält Nadal indes für in Ordnung. Recht begeistern kann er sich dafür allerdings nicht.
Auf die Frage, was er am meisten vermisse, antwortete der Spanier: "Das Gefühl vor Zuschauern zu spielen. Dieses Gefühl, wenn du raus auf dem Platz gehst und die ausverkaufte Menge siehst, die dir zujubelt und schreit." Das sei immer der beste Moment.
Ohne Fans zu spielen, werde entsprechend "hart und auch seltsam. Hoffentlich kommt es nicht dazu."

Nadal: Gemischte Gefühle bei den US Open

Stand jetzt könne er sich auch nur bedingt vorstellen, mit einem guten Gefühl bei den aktuell ab dem 24. August angesetzten US Open anzutreten. "Wird es angenehm sein, bei der aktuellen Lage nach New York zu reisen? Ich würde sagen: Nein. In ein paar Monaten: hoffentlich Ja. Jeder will wieder Tennis spielen und es genießen. Aber wir sind in einer Situation, die es so noch nie gab", so Nadal.
In einem anderen Video-Call mit internationalen Journalisten erklärte der Spanier am Donnerstag, dass es ihm persönlich lieber wäre, mit dem Restart zu warten "bis die Lage komplett sicher und fair genug" in Bezug auf Reisebestimmungen für die Spieler sei. Sein Gefühl sage ihm, dass man dafür "noch ein bisschen länger abwarten" müsse.
Solange der Turnierplan nicht zu hundert Prozent feststehe, bevorzuge er, nur in kleinen Schritten zu denken. Nadal: "Wenn mir jemand morgen sagt, dass die US Open sicher gespielt werden, dass es offiziell ist - okay, dann wird sich mein Fokus und mein Trainingsplan daran ausrichten. Dann muss ich dafür bereit sein. Aber dazu brauche ich die Turnieransetzungen, einen Plan."
Solange das jedoch noch nicht feststehe, mache er sich selbst "keinen Stress".

Nadal fordert zu Einigkeit auf

Generell wünscht sich der 19-fache Grand-Slam-Sieger einen offenen Dialog, um alle Parteien zu verstehen und beurteilen zu können. "Wir sitzen alle im selben Boot", sagte Nadal zu Eurosport: "Ich finde wir Spieler, die Turnierveranstalter und die Verbände - wir müssen zusammenstehen. Wir müssen smart sein. Wir können nicht nur an uns selbst denken."
Es gehe darum, "flexibel zu sein". Man müsse die Lage rund um die Pandemie richtig verstehen und deuten können: "Wir müssen einfach respektvoll miteinander umgehen, denn am Ende wollen wir alle dasselbe: Erfolg für diesen Sport."
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