Der Check: Vorteil Murray! Djokovic nicht mehr Topfavorit, Zverev lauert

Der Dominator ist nicht mehr Herr der Lage: Novak Djokovic muss sich damit abfinden, dass Andy Murray bei den US Open als Favorit gilt. Auf dem Zettel muss man in Flushing Meadows allerdings auch die "Next Generation" um Alex Zverev und Borna Coric haben. Eurosport.de präsentiert sechs Spieler, auf die man bei den US Open 2016 definitiv achten muss.

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Der Champion:

Novak Djokovic ist der Titelverteidiger. Nach einem überragenden ersten halben Jahr 2016 scheint der Serbe derzeit allerdings nicht unschlagbar - auch wenn er Ende Juli den Titel in Toronto gewann. In Wimbledon scheiterte die Nummer eins jedoch bereits in der dritten Runde an Aufschlagmonster Sam Querrey. Trainer Boris Becker kritisierte daraufhin ungewohnt scharf die Einstellung seines Schützlings.
Bei den Olympischen Spielen geriet das Erstrundenmatch gegen Juan Martín del Potro zum Highlight des Turniers, und zu Djokovics Endstation. Beim Masters in Cincinnati nahm er sich erschöpft eine Auszeit (Handgelenksprobleme), um bei den US Open wieder erholt nach den Sternen greifen zu können.

Der Herausforderer:

Die letzten Wochen liefen bei Andy Murray fast wie geschmiert. Der Brite gewann in Wimbledon gegen Milos Raonic seinen dritten Grand-Slam-Titel. In Toronto gönnte auch er sich seine wichtige Verschnaufpause, bevor er in Rio als erster Tennisspieler der Geschichte seine Einzel-Goldmedaille bei Olympischen Spielen verteidigen konnte.
Da stört eigentlich nur die Finalniederlage in Cincinnati gegen den formstarken Marin Cilic. Bei den US Open ist Murray damit zusammen mit Djokovic der große Favorit auf den Titel.

Der Geheimfavorit:

Marin Cilic hat 2014 die US Open gewonnen, so ganz "geheim" ist der kroatische Geheimfavorit also nicht. In Cincinnati feierte er nach einem famosen Turnier seinen ersten Titel der Masters-Kategorie und durchbrach damit die Phalanx der "Big 4" auf dieser Ebene. In den letzten sechs Jahren hatten das sonst nur Tsonga (Toronto 2014), Wawrinka (Monte-Carlo 2014) sowie Ferrer (Paris-Bercy 2012) geschafft.
Der Kroate wird im Laufe eines Kalenderjahres immer besser. Kein Wunder, dass die US Open, mit dem Titel 2014 und Halbfinale 2015, sein erfolgreichstes Grand-Slam Turnier sind. Für einen Sieg über die lange Distanz gegen Djokovic oder Murray benötigt Cilic seine Galaform von 2014.

Die deutsche Hoffnung:

Alexander Zverev trägt die Zukunftshoffnungen des deutschen Tennis auf seinen Schultern. Der Hamburger ist der jüngste Spieler unter den Top 50 der Welt. "Sascha" besitzt alle Anlagen, ist aber aufgrund seines jungen Alters mental und körperlich im Nachsehen gegenüber den Top-Spielern.
Dabei bewegt er sich für seine 1,98 m schon sehr gut auf dem Platz. Derzeit entwickelt er sich in rasanten Schritten, muss aber noch die richtige Mischung zwischen Verbissenheit und der notwendigen Gelassenheit finden. Im letzten Jahr scheiterte er in New York in Runde eins nach fünf Sätzen an Philipp Kohlschreiber.

Der Rookie:

Borna Coric, 19 Jahre, und schon die Nummer 40 der Welt. Der Kroate ist nur ein halbes Jahr älter als Alex Zverev. Coric gewann 2013 die Junioren-Konkurenz der US Open. Auf der ATP Tour gehört er mit Zverev zur nächsten Generation, die in Zukunft die Spitze der Weltrangliste stürmen soll.
Dass er auf dem richtigen Weg ist, zeigte sich nur zu deutlich in Cincinnati, als er erst im Viertelfinale gegen den späteren Turniersieger Cilic verlor und zuvor Benoît Paire, Nick Kyrgios und Rafael Nadal schlug.

Der Spezialist:

Die US Open sind eine einzige Show. Typisch amerikanisch wird voll auf Spektakel gesetzt, Partymusik während der Seitenwechsel gespielt. Genau der richtige Ort für Showman Gaël Monfils, der sich mit seiner spektakulären Spielweise leider nur zu gerne selbst vom eigentlichen Sinn des Matches ablenkt.
In New York werden seine Kunststücke besonders honoriert und gefeiert. Im vergangenen Jahr musste er noch in der ersten Runde aufgeben. Jetzt scheint er in der richtigen Form für mehr, wenngleich er in Cincinnati angeschlagen war und das Turnier abbrach. Ende Juli zeigte er seine Klasse, als er beim Masters in Toronto erst im Halbfinale an Djokovic scheiterte. Die Show kann also beginnen.
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