Alexander Zverev und Ivan Lendl: Hoffen auf den Murray-Effekt

Für Alexander Zverev geht es ab dem 27. August in Flushing Meadows darum, sein Können endlich bei einem Grand-Slam-Turnier zu beweisen. Den jungen Deutschen wird ab jetzt auch Ivan Lendl, der ehemalige Trainer von Andy Murray, unterstützen. Mit einem Post auf "Instagram" begrüßte Zverev den Tschechen in seinem Team. Lendl soll den Youngster zum ersten Grand-Slam-Titel und der Nummer eins führen.

Eurosport

Fotocredit: Eurosport

Die Bestätigung kam in Form eines Fotos.
"Willkommen im Team, Ivan Lendl!" So begrüßte Alex Zverev den 58-Jährigen via "Instagram" als neuen Trainer. Auf den Fotos trainierten Zverev, Papa Zverev und der Tscheche zusammen auf dem Center Court in New York. Zverev-Manager Patricio Apey kündigte bei "Sky" an, dass eine "feste und langfristige" Zusammenarbeit mit der Tennis-Legende geplant sei.
Erst zu Beginn des Jahres hatte sich der 21-Jährige am Rande der Australian Open von Coach Juan Carlos Ferrero getrennt. Ein Streit der beiden soll der Auslöser gewesen sein. Ferrero habe sich respektlos gegenüber dem restlichen Team verhalten, so Zverev.
Seither trainierte der dreifache Masters-Sieger wieder mit Vater Zverev senior.

Becker hat als "Head of Men's Tennis" den Überblick

Zuletzt gab es dann wieder vermehrt Gerüchte um eine Zusammenarbeit mit Lendl. Auch Eurosport-Experte Boris Becker war im Gespräch. Vor einigen Monaten im Rahmen des ATP-Turniers in München meinte Zverev: "Für mich kommen nur zwei in Frage - Boris Becker und Ivan Lendl."
Doch Becker hat derzeit prinzipiell andere Pläne, hat Zverev ohnehin über den DTB ein wenig unter seinen Fittichen:
Weshalb sich Lendl in die Favoritenrolle schob. Zverev im Mai:

Lendl führte Murray zur Nummer eins

Zuletzt arbeitete Lendl zwei Mal erfolgreich mit Andy Murray, zunächst von 2012 bis 2014. Wegen einer Rückenoperation 2013 unterbrachen die beiden ihre Kooperation. Im Juni 2016 fanden die beiden wieder erfolgreich zueinander. In beiderseitigem Einvernehmen trennten sie sich aber wieder im November 2017. "Ich bin Ivan für seine Hilfe und seinen Beistand dankbar. Wir hatten großen Erfolg", erklärte Murray damals in seiner Stellungnahme.
Auch dem Briten fehlte zu Beginn der Zusammenarbeit das Sieger-Gen in großen Finals. Innerhalb eines Jahres gewann Murray mit Lendl Olympia-Gold in London und den Titel bei den US Open. Zwei Wimbledon-Siege (2013 und 2016) und Olympia-Gold 2016 folgten. Auch die Nummer-eins-Position holte sich Murray unter dem Tschechen.
Lendl selbst weist einen großen Erfahrungsschatz bei Major-Turnieren auf. Je drei Mal gewann er in Roland-Garros und bei den US Open. Zwei Siege sicherte er sich zudem bei den Australian Open. Insgesamt stand der "Super-Coach" 19 Mal in Grand-Slam-Finals, galt als besonders nervenstark.
Als Coach ist er vor allem für seine akribische Arbeit bekannt. Zuletzt hatte Lendl keine Verpflichtungen. Der Charakter des Tschechen scheint perfekt, um mit dem Weltranglistenvierten den entscheidenden Schritt zu gehen und auch bei einem Grand-Slam-Turnier endlich um den Titel zu kämpfen.

Lendl lobte Zverev schon 2015

Der junge Deutsche kennt den 58-Jährigen schon seit einiger Zeit. Fitnesstrainer Jez Green, der seit 2015 mit Zverev zusammenarbeitet und zuvor im Team von Murray war, schwärmt wohl seit längerem von Lendl.
Der 21-Jährige sagte über seine Treffen mit dem Tschechen: "Ich war schon öfter bei ihm zum Essen, dank meines Fitnesstrainers." Lendl zeigte sich früh begeistert von Zverev. Schon Ende 2015 sagte er:

Zverev fehlt die richtige Taktik

Bei gemeinsamen Trainingssessions vor dem ATP-Turnier in Washington wurde schnell klar, worauf sich Lendl bei der Arbeit mit Zverev konzentrieren will: Verbesserte Arbeit am Netz, kürzer gehaltene Punkte und ein Fokus auf die Stärken des Deutschen - vor allem der Aufschlag und die schnellen Grundlinienschläge.
Zverev verschenkte zuletzt gerade in langen Fünf-Satz-Matches und über längere Ballwechsel zu viel Energie und vergab Punkte durch schlechte Taktik. Sein bestes Ergebnis bei einem Grand-Slam-Turnier ist daher nur das Viertelfinale in diesem Jahr bei den French Open. Auch die Vorhand dürfte Lendl weiter verbessern wollen. Im Gegensatz zu seiner starken Rückhand vertraut der Deutsche diesem Schlag noch nicht.
Nun kann Zverev auf den Input eines erfahrenen Trainers hoffen, der bewiesen hat, dass er ein großes Talent zu einem großen Spieler machen kann.
Zu Zverevs US-Open-Aussichten sagt indes Eurosport-Experte Becker:
Mit Lendl umso mehr.
Mehr als 3 Mio. Sportfans nutzen bereits die App
Bleiben Sie auf dem Laufenden mit den aktuellsten News und Live-Ergebnissen
Download
Diesen Artikel teilen
Werbung
Werbung