US Open 2018 - Boris Becker, John McEnroe und Mats Wilander über Alexander Zverev
Auf 20 Grand-Slam-Titel bringt es das Eurosport Experten-Trio um Boris Becker, John McEnroe und Mats Wilander in der Addition. Bei den US Open haben die ehemaligen Tennis-Stars das überraschende frühe Ausscheiden von Deutschlands Nummer eins Alexander Zverev unter die Lupe genommen und sich Gedanken darüber gemacht, was nach Roger Federer, Rafael Nadal und Novak Djokovic kommt.
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Was für eine Enttäuschung. Trotz einer Satzführung scheiterte Zverev bei den US Open bereits in Runde drei an Philipp Kohlschreiber. Dabei hatte das Traditionsturnier mit zwei klaren Siegen so gut begonnen für den 21-jährigen Hamburger. Für Wilander, der die US Open 1988 gewann, ist das frühe Aus des deutschen Hoffnungsträgers dennoch keine allzu große Überraschung:
Wilander bemängelt zudem die Verpflichtung von Juan Carlos Ferrero als Coach. Mit dem Spanier arbeitete Zverev von Juli 2017 an sieben Monate zusammen, ehe es aufgrund von Differenzen zur Trennung kam.
"Zverev ging damals seinen Weg, gewann das Masters in Rom, schlug Roger Federer beim Kanada Masters. Und dann gab es da plötzlich eine neue Stimme. Ferrero ist ein guter Trainer, aber das ist in diesem Fall irrelevant. Es gab einfach keinen Grund, zu diesem Zeitpunkt einen Grand-Slam-Turniersieger als Coach zu installieren."
"Würde mir Sorgen machen, wenn ich in Zverevs Team wäre"
Was die vier Major-Turniere betrifft, tritt Zverev noch immer auf der Stelle. Zwar erreichte der Hamburger bei den French Open im Mai erstmals ein Viertelfinale, als Nummer vier der Weltrangliste sollte für Zverev aber insgesamt mehr drin sein. "Ich würde mir im Moment ein wenig Sorgen machen, wenn ich in seinem Team wäre", gibt McEnroe zu bedenken und kritisiert, dass er sich an kein großes Match von Zverev auf Grand-Slam-Ebene erinnern könne.
Mit Ivan Lendl, den Zverev kurz vor den US Open ins Team holte, habe der Youngster nun aber den richtigen Schritt gemacht, wie Wilander und McEnroe betonen. "Mit Ivan an seiner Seite ist sichergestellt, dass alle Details stimmen. Ich denke, dass wird ihm helfen", so der viermalige Flushing-Meadows-Sieger McEnroe. Dass Lendl Zverev "bei den Grand Slams über die Schwelle helfen kann", wie Becker es formuliert, darin besteht Einigkeit in der Experten-Runde. Für Zverev gehe es nun darum herauszufinden, was er auf dem Platz am besten kann, so McEnroe.
Harte Worte über junge Wilde
Zverev steht sinnbildlich für eine neue Generation an talentierten Spielern, die noch immer nicht an Novak Djokovic, Rafael Nadal, Roger Federer oder Andy Murray vorbeikommen. Becker verdeutlicht das am Beispiel von Nick Kyrgios:
Die jungen Wilden seien "an guten Tagen unschlagbar, an schlechten aber fürchterlich".
McEnroe, der neben Zverev und Kyrgios auch Denis Shapovalov, Alex De Minaur, Stefanos Tsitsipas und Karen Khachanov eine große Zukunft zutraut, sieht genau darin den Grund, weshalb die Routiniers noch immer das Maß der Dinge sind. "Die wissen genau, was zu tun ist. Sie haben alles erreicht, alles erlebt und aus ihren Matches in all den Jahren auf der Tour gelernt."
Wer soll Federer, Nadal und Djokovic ersetzen?
Aus der Sicht von Wilander steht der Tennis-Sport vor einer ganzen Reihe großer Fragen, wenn Federer, Nadal und Djokovic ihre einzigartigen Karrieren beendet haben.
"Wer wir diese Spieler ersetzen? Es wird keinen neuen Federer geben. Werden es die Rivalitäten sein, die die Lücke schließen? Wird Tennis so populär bleiben aufgrund der Rivalität zwischen Shapovalov und Tsitsipas?" Fragen, die selbst das Trio der Tennis-Legenden (noch) nicht beantworten kann...
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