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US Open 2018: So stehen die Chancen von Rafael Nadal, Novak Djokovic und Alexander Zverev
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Publiziert 26/08/2018 um 11:33 GMT+2 Uhr
Drei Altmeister, ein Youngster, Argentiniens Volksheld und der Riese aus Südafrika - Eurosport.de nimmt die Chancen der sechs Titelanwärter bei den US Open unter die Lupe. Titelverteidiger Rafael Nadal und Wimbledon-Champion Novak Djokovic haben die besten Karten, doch Superstar Roger Federer, Alexander Zverev und Kevin Anderson liegen auf der Lauer. Es wird ein heißer Showdown im Big Apple.
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Von Max Kisanyik aus New York
Vom 27. August bis 9. September geht es bei den US Open um den letzten Grand-Slam-Titel der Saison. Eurosport berichtet LIVE und exklusiv im TV und im Eurosport Player vom Hartplatz-Klassiker. Aus deutscher Sicht lautet die große Frage: Schafft Zverev seinen Grand-Slam-Durchbruch? Wir stellen die Favoriten vor:
Rafael Nadal - Titelverteidiger und Topfavorit
Eines ist klar: Rafael Nadal wird auch in diesem Jahr der Topfavorit auf den Titel bei den US Open sein. Der Titelverteidiger schrieb mit seinem märchenhaften Comeback im vergangenen Jahr Sportgeschichte, schnappte sich zwei Major-Titel und kletterte zurück an die Spitze der Weltrangliste. Sollten noch Zweifel an einer Fortsetzung der Nadal-Erfolgsstory im Jahr 2018 bestanden haben, so hat der Spanier diese längst zerstreut.
Titel Nummer elf bei den French Open bewies einmal mehr, dass der 32-Jährige zu den besten Tennisspielern aller Zeiten gehört. Die Halbfinalteilnahme in Wimbledon und der Titel beim Masters in Toronto unterstrichen noch einmal, warum Nadal die Weltrangliste anführt.
"Er weiß genau, was er mit seinem Tennis und Körper tun muss. Er hat in Toronto das Level erreicht, das er erreichen muss, um einen weiteren Grand Slam zu gewinnen", erklärte Eurosport-Experte Mats Wilander. Die ehemalige Nummer eins ist von einer Titelverteidigung des 17-fachen Major-Siegers überzeugt:
Nadal ist der unangefochtene Herrscher im Tennis-Olymp und sollte sein Körper erneut mitspielen und er schmerzfrei aufspielen können, wird Nadal nicht zu schlagen sein. Grand-Slam-Triumph Nummer 18 ist in Sichtweite.
Novak Djokovic – Wimbledonsieger und Nadal-Schreck?
Es war ein episches Match, das Djokovic und Nadal im Juni im Halbfinale von Wimbledon ablieferten. Nach 5:15 Stunden und fünf umkämpften Sätzen war es der Serbe, der als strahlender Sieger ans Netz schritt und seinen Dauerrivalen umarmte.
Werden die Zuschauer in New York in der größten "Tennisschüssel" der Welt einen weiteren Djokovic-Sieg über den Weltranglistenersten sehen? Nicht ausgeschlossen, denn der "Djoker" befindet sich in toller Verfassung. Just triumphierte der 31-Jährige beim Masters in Cincinnati und schrieb dabei Geschichte. Djokovic ist der erste Spieler, der das Golden Masters gewinnen konnte. Bedeutet: Der Serbe hat als einziger Spieler alle Major- und Masters-Turniere mindestens einmal gewonnen.
Wenn das mal kein Ansporn zu Grand-Slam-Titel Nummer 14 ist. Auch Eurosport-Experte Wilander traut dem Serben einiges zu:
Aller Voraussicht nach werden Nadal und Djokovic den Titel in Fluhsing Meadows unter sich ausmachen.
Roger Federer – Erlebt der "GOAT" seinen x-ten Frühling?
Es war dem wohl besten Spieler aller Zeiten bereits in Wimbledon anzumerken, dass es tatsächlich nicht mehr so rund läuft wie zu Beginn des Jahres. Die Titelverteidigung bei den Australian Open ließ alle "FedEx"-Fans von einer weiteren Fabel-Saison träumen, sie wurden jedoch enttäuscht. Die Niederlagen in Miami, Indian Wells und Halle waren schon schmerzhaft, das Viertelfinal-Aus in Wimbledon hingegen war ein Schock.
Das Ende der Federer-Ära? Die Presse spekuliert schon länger... und so ganz unrecht haben die vermeintlichen Experten nicht. Nach Wimbledon gönnte sich der "Maestro" eine Pause und feierte in Cincinnati ein tolles Comeback - mit Nachgeschmack.
Im Finale gegen Djokovic hatte der 37-Jährige keine Chance, war zu spät an den Bällen und auch die mentale Verfassung war alles andere als gut. Der fünf Jahre jüngere Djokovic auf der Gegenseite zeigte dem Altmeister die Grenzen auf. Federer wollte während der Pokalübergabe keine öffentliche Fehlersuche betreiben:
Ehrenhaft, aber auch schlau, denn die Niederlage war deftig und lässt nicht unbedingt auf Grand-Slam-Coup Nummer 21 in New York hoffen.
"Novak Djokovic und Rafael sind die klaren Favoriten. Ich bin mir nicht sicher, ob Roger Federer diesmal in derselben Liga spielt", erklärte Wilander im Hinblick auf die US Open.
Doch Federer wäre nicht Federer, wenn er die Tenniswelt nicht noch einmal überraschen könnte. Dem vierfachen Familienvater ist der x-te Frühling zuzutrauen und abschreiben darf man ihn sowieso nie. Es wird jedoch ein langer Weg für Federer.
Alexander Zverev – Es wird Zeit!
"He's got balls!" - diese Überschrift ziert das derzeitige Cover des Magazins "Economist 1843". Frei übersetzt bedeutet das, dass der 21-jährige Deutsche ziemlich viel Mut hat. Und große Tennisfähigkeiten dazu. Im Lifestylemagazin wird Zverev als der kommende Star am Tennishimmel beschrieben, der das Potential zum besten Spieler aller Zeiten mit sich bringt.
Ob es wirklich zur Allzeit-Nummer-eins reicht? Vielleicht. Kann Zverev die US Open gewinnen? Ja. Der gebürtige Hamburger wartet immer noch auf den großen Durchbruch bei einem Grand-Slam-Turnier. Auf der Tour hat Deutschlands Nummer eins bereits Großes erreicht, nennt drei Masters-Titel sein Eigen und stand einige Monate auf Position drei im Ranking. Nur bei den ganz großen Turnieren wollte es noch nicht klappen. Und wieder einmal fordert Tennis-Deutschland: "Zverev, jetzt wird’s Zeit!"
Die Forderung ist gerechtfertigt. Zverev bringt alles mit, was es für den ganz großen Coup braucht. Harte, solide Grundschläge, ein verbessertes Nervenkostüm und einen gut entwickelten Kampfgeist. Drei Fünfsatz-Matches bei den French Open zeigten, dass im 21-Jährigen eine Kämpfernatur steckt.
Die Chancen auf den ersten Grand-Slam-Titel waren nie größer als nun in New York. Der Aufschlag des 1,98-m-Schlaks' ist noch besser als im Vorjahr, der Körper des 21-Jährigen wird immer robuster. Zusätzliche Motivation: Zverev hat bereits alle der drei großen Namen geschlagen und weiß, wie es ist, gegen Nadal, Djokovic und Federer zu gewinnen. Ein Fünfsatz-Match gegen die "alten Hasen" ist jedoch eine ganz andere Sache.
Dennoch ist der deutschen Nummer eins viel zuzutrauen. Und warum sollte es diesmal nicht funktionieren? Die Verpflichtung von Star-Coach Ivan Lendl könnte der entscheidende Faktor sein.
Juan Martín del Potro – Der Champion will zurück auf den Thron
Del Potro stand vor neun Jahren mit dem Pokal in den Händen im Arthur-Ashe-Stadium und konnte sein Glück kaum fassen. Damals besiegte er Federer im Finale bei den US Open und war auf dem Weg nach ganz oben.
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Knapp zehn Jahre später hat der Argentinier eine scheinbar unendliche Leidenszeit hinter sich. Drei Operationen am Handgelenk und unzählige andere Blessuren bremsten den sanften Riesen immer wieder aus. In diesem Jahr ist "Delpo" gesund und befindet sich im Ranking so hoch wie nie zuvor. Der Weltranglistendritte kann bei den US Open sein persönliches Tennismärchen schreiben.
Die krachende Vorhand und die mentale Stärke werden ihm dabei helfen. Die Konkurrenz sollte sich vor dem "Turm aus Tandil" in Acht nehmen. Del Potro zu unterschätzen, kann für jeden Spieler auf der Tour das Aus bedeuten.
Kevin Anderson – Gentleman mit brutalen Waffen
Als Geheimfavorit geht Kevin Anderson ins Rennen. Der Südafrikaner stand im vergangenen Jahr im Finale in New York und erreichte vor wenigen Wochen in Wimbledon sein zweites Major-Endspiel. Mit einem starken Aufschlag, einem soliden Return und flachen, schnellen Grundschlägen ist der 2,03-Meter-Riese ein mehr als ernstzunehmender Gegner. Zudem gibt es wohl keinen Spieler auf der Tour, der Bälle aus dem Halbfeld so konsequent und gnadenlos verwandelt wie Anderson.
Zu seinen spielerischen Fähigkeiten gesellt sich eine starke mentale Verfassung. Auch nach verlorenen Punkten zeigt der Südafrikaner keine Regung. Er bleibt fokussiert und ballt die Faust nach Erfolgserlebnissen. Alles zusammen genommen ergibt das ein Komplettpaket der Topklasse.
Der 32-Jährige steht derzeit auf Position fünf im Ranking und wird auch im "Big Apple" erneut ein Wörtchen im Titelrennen mitreden.
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