US Open: Boris Becker kritisiert Serena Williams und Schiedsrichter Carlos Ramos

Serena Williams sorgte im Finale der US Open gegen Naomi Osaka (2:6, 4:6) für einen handfesten Eklat. Ihr Streit mit Schiedsrichter Carlos Ramos über die Verwarnungen im Match eskalierte und ließ den Sport in den Hintergrund rücken. Eurosport-Experte Boris Becker analysiert die Vorfälle und kommt zu dem Schluss, dass sich sowohl Williams als auch der Schiedsrichter Vorwürfe gefallen lassen müssen.

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Auch am Tag nach dem Finale schlägt der Eklat um Serena Williams weiter hohe Wellen. Nachdem die US-Amerikanerin Mitte des zweiten Satzes von Schiedsrichter Ramos eine , brannten der 23-maligen Grand-Slam-Siegerin die Sicherung durch.
Nachdem sie Ramos mit deutlichen Worten von seiner Entscheidung abbringen wollte, folgten für das Zerschlagen eines Schlägers zunächst Punktabzug, später sogar ein Spielabzug wegen Beleidigung des Unparteiischen.

Serena Williams nicht Herrin ihrer Emotionen

, ordnete Eurosport-Experte Boris Becker die Farce ein. Ein wichtiger Punkt für Becker ist die Tatsache, dass es sehr wohl ein Coaching gab:
Das Geständnis ihres Trainers beweise, dass Williams mit ihren Anschuldigungen gegen den Schiedsrichter im Unrecht war und die Kontrolle über ihre Gefühle verloren hatte.
Becker kann die Emotionen zwar nachvollziehen, dennoch habe die US-Amerikanerin das Maß überschritten:

Williams am Rande der Disqualifikation

Angesichts ihrer verbalen Entgleisungen war auch eine noch drastischere Bestrafung nicht ausgeschlossen.
"Wenn man jetzt ganz krass nach dem Regelbuch gehen würde, war Serena am Rande der Disqualifikation", erklärte Becker im Facebook-Live mit Eurosport.de aus New York.
Ähnliches ereignete sich z.B. 1996, als Andre Agassi beim ATP-Turnier in Indianapolis Schiedsrichter Dana Loconto beleidigte und dafür vom Match ausgeschlossen wurde.

Becker kritisiert Schiedsrichter

In Anbetracht der Gesamtsituation habe Stuhl-Schiedsrichter Ramos zwar fachlich alles richtig gemacht. In der aufgeheizten Situation hätte der Portugiese aber mehr Feingefühl beweisen müssen, so Becker.
Damit hätte er die Situation entschärfen können: "Wenn man Fingerspitzengefühl besitzt und realisiert, dass der Spieler einfach an der Grenze ist, dann macht man das nicht. Und das hält man ihm vor", erklärte Becker im Gespräch mit Eurosport-Reporter Markus Paszehr:

Williams "hat sich in den Schuh geschossen"

Besonders bitter für Williams: Sie stand im zweiten Satz des Finals vor einem Comeback, hatte nach 3:1-Führung durchaus noch Chancen auf den ersehnten Titel. Doch ihre Emotionen kosteten sie die Rückkehr ins Match.
Becker erklärte:

Osaka "war atemberaubend"

Was in dem Chaos fast komplett unterging, war die sensationelle Leistung der jungen Japanerin. Osaka spielte Weltklassetennis und ließ sich von der Situation nicht beirren. Auch zum Ende des zweiten Satzes zeigte sie keinerlei Schwächen und brachte das Match im Stile eines Routiniers problemlos nach Hause - bei ihrem ersten Grand-Slam-Finale und mit erst 20 Jahren.
, das erkannte auch Williams. Man muss der US-Amerikanerin hoch anrechnen, dass sie die Situation richtig interpretierte und im Interview nach dem Match an das Publikum appellierte, doch bitte den Groll beiseite zu schieben und die Leistung der Newcomerin entsprechend zu würdigen. Becker fasste die Dramaturgie des Finales zusammen:

Becker findet Coaching-Regel "Schwachsinn"

Neben der makellosen Leistung von Osaka deckte das Finale ein klares Manko des Tennissports auf: Das Coaching-Verbot sorgt für Unverständnis und ist nicht mehr zeitgemäß.
"Diese Regel mit diesem Coaching finde ich so einen Schwachsinn. Sagen wir es mal so: Ich kenne keinen Sport, wo nicht gecoacht wird. Es ist völlig lächerlich zu glauben, im Tennis geht das nicht oder soll das nicht erlaubt werden", echauffierte sich Becker:
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