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Williams' Final-Fluch hält an: "Bianca hat fantastisch gespielt"

Williams' Final-Fluch hält an: "Bianca hat fantastisch gespielt"
Von Florian Bogner / SID

07/09/2019 um 23:59Aktualisiert 08/09/2019 um 02:23

Serena Williams (Nr. 8/USA) hat erneut ihren 24. Grand-Slam-Titel verpasst. Im Finale der US Open unterlag die 37-Jährige der erst 19 Jahre alten Bianca Andreescu (Nr. 15/Kanada) 3:6, 5:7. Williams hatte nach Rückkehr auf die Tour nach der Geburt einer Tochter bereits die Endspiele in Wimbledon (2018, 2019) und im Vorjahr bei den US Open verloren. Für Andreescu ist es der erste Grand-Slam-Titel.

Bianca Andreescu hat die US Open gewonnen und den 24. Grand-Slam-Titel von US-Superstar Serena Williams (37) verhindert. Die 19-Jährige siegte im Endspiel am Samstag nach 1:39 Stunden mit 6:3, 7:5 und gewann gleich ihr erstes Major-Endspiel. Gleichzeitig triumphierte sie als erste Kanadierin im Einzel bei einem Grand-Slam-Turnier.

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"Ich bin mehr als dankbar und fühle mich wirklich gesegnet. Serena ist eine wahre Legende unseres Sports, auf dieser Bühne gegen sie zu gewinnen ist einfach unglaublich", sagte Andreescu, die auch Lob von ihrer Gegnerin erhielt.

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Serena Williams als faire Verliererin

"Bianca hat ein fantastisches Match gespielt, ich freue mich so für sie", sagte Williams, die ihren siebten Titel in Flushing Meadows verpasste, und betonte:

"Ich bin sehr stolz darauf, dass ich immer noch auf diesem Level mithalten kann."

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Andreescu führte im zweiten Satz schon 5:1, doch Williams fand nach Matchball gegen sich noch einmal ins Spiel und glich zum 5:5 aus. Bei 5:6 musste die US-Amerikanerin jedoch erneut ihr Service abgeben - und Andreescu triumphierte mit ihrem dritten Matchball.

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Serena Williams scheitert erneut

Williams verpasste hingegen ihren siebten Titel in New York und liegt weiter einen Grand-Slam-Sieg hinter Rekordhalterin Margaret Court. Die Australierin hatte von 1960 bis 1973 24 Einzel-Titel bei den vier Majors gewonnen.

Williams ist damit die erste Spielerin seit Kim Clijsters (Belgien), die vier Grand-Slam-Finals in Folge verlor - Clijsters hatte zwischen 2001 und 2004 ihre ersten vier Grand-Slam-Endspiele verloren, ehe sie 2005 erstmals bei den US Open siegte (drei weitere Major-Titel folgten).

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Viermal stand sie nun seit der Geburt ihrer Tochter Alexis Olympia im September 2017 einen Schritt vor der Einstellung der Bestmarke - viermal scheiterte sie. In Wimbledon hatte sie die Finals gegen Angelique Kerber (2018) und Simona Halep (2019) verloren, im Vorjahr ebenfalls das Endspiel in New York unter skandalösen Umständen gegen Naomi Osaka.

Bianca Andreescu legt kometenhaften Aufstieg hin

Damals hatte sie im Finale völlig die Nerven verloren und sich mit Schiedsrichter Carlos Ramos angelegt, diesen als "Dieb" und "Lügner" bezeichnet. Für ihre Ausbrüche kassierte die US-Amerikanerin mehrere Verwarnungen und schließlich eine Spielstrafe, später bezichtigte sie Ramos des Sexismus.

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Andreescu nutzte im Finale fünf ihrer zwölf Breakchancen (3/8 Williams). Als Nummer 152 der Welt war die Teenagerin in die Saison gestartet und kletterte bis zu den US Open auf Rang 15, alle vorherigen sieben Matches gegen Top-10-Spielerinnen hatte sie in diesem Jahr für sich entschieden.

"Das Selbstvertrauen wird mir helfen", sagte sie im Kabinengang direkt vor ihrem Final-Debüt bei einem Major.

Serena Williams startet nervös

Als Williams 1999 ihren ersten von insgesamt sechs Titeln bei den US Open geholt hatte, war Andreescu noch nicht mal geboren (Geburtsdatum: 16. Juni 2000). Die Kanadierin ist damit die erste Grand-Slam-Siegerin, die in diesem Jahrtausend geboren wurde.

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Einen nervösen Start legte Williams hin. Nach zwei Doppelfehlern schenkte sie Andreescu gleich ihr erstes Aufschlagspiel, die Favoritin reagierte wütend: Bei neun Winnern in den ersten vier Spielen leistete sie sich auch schon neun unerzwungene Fehler, Andreescu gab hingegen keinen einzigen vermeidbaren Punkt ab.

Die Kanadierin agierte unbekümmert und mutig, Williams kam mit der aggressiven Spielweise nur schwer zurecht und wehrte bei 2:4 mit höchster Mühe fünf Breakbälle ab.

Auch die Nummer acht der Welt konnte anschließend bei Andreescus Aufschlag eine Chance zum Ausgleich nicht nutzen, nach 42 Minuten gab Williams mit einem weiteren Doppelfehler den ersten Satz ab.

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Serena Williams: Auf und Ab im zweiten Satz

Danach ging es drunter und drüber: Als nach einem weiteren Serviceverlust der Amerikanerin im zweiten Durchgang alles zugunsten von Andreescu zu laufen schien, schlug Williams umgehend mit dem Rebreak zurück.

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Doch Andreescu blieb zunächst unbeeindruckt, nahm Williams die nächsten beiden Aufschlagspiele ab und hatte beim Stand von 5:1 bereits einen Matchball.

Mit der Niederlage vor Augen und angepeitscht vom frenetischen Publikum im Arthur-Ashe-Stadium bäumte sich Williams aber nochmals auf, gewann vier Spiele in Folge und glich zum 5:5 aus.

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Dann fand Andreescu aber wieder zurück in die Spur und verwandelte schließlich ihren dritten Matchball.

Video - Der große Moment: Hier verwandelt Andreescu ihren Matchball

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Die Siegerinnen der US Open:

1968: Virginia Wade (Großbritannien)
1969: Margaret Smith Court (Australien)
1970: Margaret Smith Court (Australien)
1971: Billie Jean King (USA)
1972: Billie Jean King (USA)
1973: Margaret Smith Court (Australien)
1974: Billie Jean King (USA)
1975: Chris Evert (USA)
1976: Chris Evert (USA)
1977: Chris Evert (USA)
1978: Chris Evert (USA)
1979: Tracy Austin (USA)
1980: Chris Evert-Lloyd (USA)
1981: Tracy Austin (USA)
1982: Chris Evert-Lloyd (USA)
1983: Martina Navratilova (USA)
1984: Martina Navratilova (USA)
1985: Hana Mandlikova (Tschechoslowakei)
1986: Martina Navratilova (USA)
1987: Martina Navratilova (USA)
1988: Steffi Graf (Brühl)
1989: Steffi Graf (Brühl)
1990: Gabriela Sabatini (Argentinien)
1991: Monica Seles (Jugoslawien)
1992: Monica Seles (Jugoslawien)
1993: Steffi Graf (Brühl)
1994: Arantxa Sanchez-Vicario (Spanien)
1995: Steffi Graf (Brühl)
1996: Steffi Graf (Brühl)
1997: Martina Hingis (Schweiz)
1998: Lindsay Davenport (USA)
1999: Serena Williams (USA)
2000: Venus Williams (USA)
2001: Venus Williams (USA)
2002: Serena Williams (USA)
2003: Justine Henin-Hardenne (Belgien)
2004: Swetlana Kusnezowa (Russland)
2005: Kim Clijsters (Belgien)
2006: Maria Scharapowa (Russland)
2007: Justine Henin (Belgien)
2008: Serena Williams (USA)
2009: Kim Clijsters (Belgien)
2010: Kim Clijsters (Belgien)
2011: Samantha Stosur (Australien)
2012: Serena Williams (USA)
2013: Serena Williams (USA)
2014: Serena Williams (USA)
2015: Flavia Pennetta (Italien)
2016: Angelique Kerber (Kiel)
2017: Sloane Stephens (USA)
2018: Naomi Osaka (Japan)
2019: Bianca Andreescu (Kanada)

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Die Rekordsieger bei Grand-Slam-Turnieren:

1. Margaret Court (Australien) 24
(11x Australian Open, 5x French Open, 3x Wimbledon, 5x US Open)

2. Serena Williams (USA) 23
(7/3/7/6)

3. Steffi Graf (Brühl) 22
(4/6/7/5)

4. Roger Federer (Schweiz) 20
(6/1/8/5)

5. Helen Wills Moody (USA) 19
(0/4/8/7)

6. Chris Evert (USA) 18
(2/7/3/6)

6. Martina Navratilova (USA) 18
(3/2/9/4)

6. Rafael Nadal (Spanien) 18
(1/12/2/3)

9. Novak Djokovic (Serbien) 16
(7/1/5/3)

10. Pete Sampras (USA) 14
(2/0/7/5)

Video - Legendäres Finale: Als Graf und Seles ein Match für die Ewigkeit boten

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