US Open - Djokovic: Müssen die Regeln geändert werden?
Die Disqualifikation von Novak Djokovic bei den US Open war regelkonform, wenngleich "jeder Verstoß gegen den Kodex zum Teil eine Ermessenssache" sei, wie berschiedsrichter Sören Friemel im Interview mit dem "tennismagazin" erklärte. Im Fall von Djokovic sei die Sache zwar klar gewesen, aber muss die Regel angepasst werden? Boris Becker und Justine Henin haben eine klare Meinung.
Eurosport
Fotocredit: Eurosport
Die Tatsache, dass Djokovic die Linienrichterin "nur" versehentlich getroffen hat und keine Absicht dahinter steckte, führte dazu, dass viele seiner Fans die Bestrafung als zu hart bewerteten.
Muss das Regelwerk also angepasst werden?
Eurosport-Expertin Justine Henin sagt nein. "Wenn wir eine weichere Regel haben, wo liegen dann die Grenzen? Viele verteidigen Novak, weil sie der Auffassung sind, dass es eine wirklich schwierige Entscheidung war", die siebenmalige Grand-Slam-Turniersiegerin, die ihre Karriere 2011 endgültig beendete.
Nur sei es nun einmal so, dass am Ende hin und wieder Menschen verletzt werden, auch wenn das nicht beabsichtigt gewesen sei. "Wir müssen das irgendwie kontrollieren und Grenzen setzen, damit diese Dinge nicht weitergehen. Wir müssen im Sport den Respekt für jeden bewahren", so die 38-Jährige.
Becker: Regeln klar genug
Aus Sicht von Boris Becker, der die US Open ebenfalls als TV-Experte für Eurosport begleitet, sind die Regularien "klar" genug. "Ob nun absichtlich oder unbeabsichtigt, man kann während eines Matches keinen Offiziellen abschießen." Dies sei unstrittig und das Regelwerk entsprechend konzipiert.
"Der Ball wurde direkt auf die Linienrichterin geschlagen, er hat sie hart getroffen. Es gab also gar keine andere Entscheidungsmöglichkeit", erläuterte Friemel, der als Oberschiedsrichter des Turniers die Entscheidung fällen musste. "In Abstimmung mit dem Grand-Slam-Regelbuch", teilte der US-Tennisverband USTA mit, habe man "Djokovic von den US Open 2020 ausgeschlossen".
"Djokovic ist keine Maschine"
Der Superstar habe "bewusst einen Ball in gefährlicher oder rücksichtsloser Manier auf dem Platz geschlagen" beziehungsweise "den Ball unter fahrlässiger Missachtung der Konsequenzen geschlagen".
Aus Sicht von Henin gibt es in der Causa zumindest einen positiven Aspekt. "Wir alle sind Menschen und nicht perfekt. Novak Djokovic ist keine Maschine, und der Gedanke gefällt mir." Im Hinblick auf den Aussetzer des Weltranglistenersten hält die Belgierin die Vorschriften aber für perfekt. "Ich würde die Regel nicht ändern, das ist meine Meinung."
Alle Berichte zum Fall Djokovic:
Das Gelbe vom Ball - der Tennis-Podcast von Eurosport:
Werbung
Werbung
/origin-imgresizer.eurosport.com/2024/12/22/image-98b602cb-ae46-4c06-8857-c6197f655aaf-68-310-310.jpeg)