US Open - Mats Wilander: Andy Murray regt sich zu unrecht über Stefanos Tsitsipas auf

Andy Murray und Stefanos Tsitsipas sorgten mit ihrer Fünfsatzschlacht nicht nur für den sportlichen Höhepunkt des ersten Tages bei den US Open, sondern lieferten auch gleich noch einen Aufreger mit. Es sein "ein verdammter Witz", schäumte Murray, nachdem sich Tsitsipas vor dem letzten Satz lange Zeit gelassen hatte bei seiner Pause. Ein Unding? Nein, sagt Ex-Champion Mats Wilander bei Eurosport.

Andy Murray bei den US Open

Fotocredit: Getty Images

Sir Andrew Barron Murray war aufgebracht, es gefiel ihm gar nicht, was vor Beginn des fünften Satzes passierte.
Knapp vier Stunden hatte er dem favorisierten Stefanos Tsitsipas die Stirn geboten und dabei phasenweise an seine alte Klasse erinnert. Und dann verschwand dieser junge Grieche für geschlagene sieben Minuten in den Katakomben des Arthur Ashe Stadiums. Um sich umzuziehen, um sich zu erholen.
"Ich habe noch nie so lange gebraucht, um auf die Toilette zu gehen", monierte Murray und argwöhnte, dass sich Tsitsipas aus taktischen Erwägungen heraus so lange Zeit ließ.
Eine Sichtweise, die Mats Wilander prinzipiell teilt.

Wilander: Auch Nadal und Djokovic dehnen das Reglement

"Alle Topspieler dehnen die Regeln manchmal, gar nicht unbedingt absichtlich. Aber das ist das Geschäft. Nadal braucht manchmal zu lange, Djokovic nimmt ein paar Medical Timeouts. McEnroe hat rumgeschrien, Connors hatte seine spezielle Art und Weise. Champions tun so etwas", so der siebenmalige Grand-Slam-Turniersieger aus Schweden. Murray habe sich "zu sehr in die Situation hineinziehen" lassen.
Tsitsipas hatte es indes auch nach seiner Rückkehr auf den Platz nicht eilig, kassierte noch eine Time Violation - ehe er den Satz mit 6:4 und damit das Match für sich entschied.
Schmeckte Murray verständlicherweise überhaupt nicht. "Ein verdammter Witz" sei das Verhalten seines Kontrahenten gewesen, stellte der US-Open-Champion von 2012 klar.

Tsitsipas: "Habe die Regeln nicht gebrochen"

"Ich denke nicht, dass ich die Regeln gebrochen habe. Solange ich mich an das Reglement und daran halte, was die ATP als fair vorgibt, ist alles gut", erklärte Tsitsipas auf der Pressekonferenz nach der Begegnung.
Murray fühlte sich nichtsdestotrotz benachteiligt.
"Wenn du ein brutales Match wie dieses spielst, dann kühlst du dich nach sieben, acht Minuten ab. Du kannst dich mental darauf vorbereiten, so viel du willst, aber es ist eine Tatsache, dass es dich körperlich beeinflusst, wenn du so lange und mehrmals während des Spiels pausierst", beanstandete der 34-Jährige.

Wilander: Murray am Ende nicht stark genug

Wilander sieht es weniger dramatisch. "Es hat Andy irritiert, er konnte es nicht einfach so geschehen lassen. Ich bin nicht wirklich sicher, dass die Szene einen entscheidenden Einfluss auf den Ausgang der Partie hatte." Tsitsipas habe eben "sehr geschwitzt" und sich daher umziehen müssen. "Manch einer kann das schon in weniger als sieben Minuten erledigen, andere brauchen mehr Zeit."
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Spektakel über fast fünf Stunden: Die besten Szenen zum Kracher Tsitsipas-Murray

Quelle: Eurosport

Sportlich habe ihn Murray begeistert. "Ich war positiv überrascht, dass er so gut war", sagt Wilander. Das Match habe dennoch den richtigen Sieger gefunden. "War Murray stark genug, um zu gewinnen? Nein, das war er am Ende nicht. Aber er ist auf einem sehr guten Weg."
Es wird aber mit Sicherheit ein paar Tage dauern, bis das auch Sir Andy so sehen kann ...
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Power-Schlag und Super-Stopp: Vintage-Murray überragt

Quelle: Eurosport

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