US Open: Emma Raducanu stürmt als Qualifikantin ins Halbfinale von New York - das gab's noch nie
Emma Raducanu hat bei den US Open als erste Qualifikantin überhaupt in der Open Era das Halbfinale erreicht. Die 18 Jahre alte Britin schlug im Viertelfinale Olympiasiegerin Belinda Bencic (Schweiz) 6:3, 6:4 und ist damit nach acht Spielen in New York (inkl. Qualifiktion) immer noch ohne Satzverlust. Nächste Gegnerin ist Maria Sakkari. Die Griechin bezwang Karolina Pliskova mit 6:4, 6:4.
Emma Raducanu schlägt Belinda Bencic im Viertelfinale der US Open 2021
Fotocredit: Getty Images
Nach 81 Minuten Spielzeit verwandelte Emma Raducanu (Großbritannien) im Viertelfinale gegen Belinda Bencic (Schweiz/Nr. 11) ihren ersten Matchball. Für die junge Britin war bereits der Einzug ins Viertelfinale der größte Karriere-Erfolg.
Vor Raducanu, in der Weltrangliste nur auf 150 geführt, hatten es lediglich Barbara Gerken (USA) 1981 und Kaia Kanepi (Estland) 2017 als Qualifikantinnen ins Halbfinale der US Open geschafft.
Sie ist zudem die dritte Athletin nach Billie Jean King 1979 und Kim Clijsters 2009, die es als Spielerin jenseits der Top 100 ins Halbfinale von New York schaffte.
In den Hauptfeld-Runden zuvor lehrte die 18-Jährige bereits der Schweizerin Stefanie Vögele (6:2, 6:3), der Chinesin Shuai Zhang (6:2, 6:4), der Spanierin Sara Sorribes Tormo (6:0, 6:1) und der US-Amerikanerin Shelby Rogers (6:2, 6:1) das Fürchten. Sie hat damit pro Runde im Schnitt gerade mal 4,4 Spiele an ihre Gegnerinnen abgegeben.
/origin-imgresizer.eurosport.com/2021/09/08/3215553-65866328-2560-1440.png)
Viertelfinale: Teenie-Sensation Raducanu zu stark für Bencic
Quelle: Eurosport
Raducanu dreht im ersten Satz auf
Gegen die 24 Jahre alte Bencic startete Raducanu im riesigen Arthur Ashe Stadium nervös, gab sofort ihren Aufschlag ab und sah sich schnell einem 1:3 Rückstand ausgesetzt. Dann aber besann sich die Britin ihrer Stärken, schlug besser auf und traf mit ihren harten Schlägen die Linien.
"Ich musste mich nach dem Start des Matches etwas anpassen und bin einfach nur glücklich, dass ich durchgekommen bin", sagte sie später.
Raducanu breakte Bencic zum 3:3 und 5:3 und machte kurz darauf den ersten Satz klar.
/origin-imgresizer.eurosport.com/2021/09/08/3215519-65865648-2560-1440.jpg)
Dank "Longline-Messerstichen": Raducanu holt das Break gegen Bencic
Quelle: Eurosport
Raducanu beweist Nervenstärke
Im zweiten Durchgang wehrte die 18-Jährige in ihrem ersten Aufschlagspiel drei Breakbälle der Schweizerin ab - ein Knackpunkt im Match.
Bencic gab zum 2:3 ihren Aufschlag ab und musste bei 2:4 noch einen Breakball abwehren. Raducanu hielt ihr Service immer über 40-30 und beendete das Match schließlich nach nur 81 Minuten.
/origin-imgresizer.eurosport.com/2021/09/08/3215539-65866048-2560-1440.jpg)
Historischer Moment: Raducanu zieht ins Halbfinale von New York ein
Quelle: Eurosport
""Ich lag in meinen letzten beiden Aufschlagspielen jeweils 0-30 hinten. Ich habe mir gesagt: Einen Punkt nach dem anderen. Ich habe versucht, mich auf das zu konzentrieren, was ich beeinflussen kann. Belinda war eine wirklich harte Gegnerin", sagte Raducanu.
Die Britin schlug mehr Asse (6:1) und leistete sich weniger Doppelfehler (2:5) als die Olympiasiegerin, die über ihren zweiten Aufschlag nur 43 Prozent der Punkte machte. Raducanu nutzte drei ihrer sechs Breakchancen, Bencic nur eine von fünf.
Bencic verpasst zweites US-Open-Halbfinale
"Das muss man erstmal schaffen, so die Nerven zu behalten und cool zu bleiben. Das zeugt von großer Klasse", lobte Eurosport-Experte Boris Becker. Raducanu schlug auch mehr Gewinnschläge (23:19) und leistete sich weniger unerzwungene Fehler (12:21).
Bencic verpasste derweil ihr zweites US-Open-Halbfinale in Folge nach 2019. 2020 hatte sie pandemiebedingt auf die Teilnahme in New York verzichtet. Vor dem Viertelfinale hatte die Olympiasiegerin bei den diesjährigen US Open noch keinen Satz abgegeben.
Dass der Schweizerin die US Open liegen, hatte sie schon bei ihrem Debüt 2014 klargemacht: Die damals 17-Jährige schlug unter anderem Angelique Kerber und Jelena Jankovic und erreichte das Viertelfinale.
/origin-imgresizer.eurosport.com/2021/09/08/3215565-65866568-2560-1440.jpg)
Raducanu kämpft vergebens: Bencic brilliert mit druckvollem Spiel
Quelle: Eurosport
Sakkari stoppt Pliskova
Für die Teenagerin Raducanu ging es nun (mindestens) einen Schritt weiter. In Wimbledon war die Britin mit einer Wildcard ausgestattet bereits bis ins Achtelfinale vorgedrungen, wo sie wegen Atemproblemen im Match gegen Ajla Tomljanovic (Australien) beim Stand von 4:6, 0:3 aufgeben musste.
Im Semifinale trifft Raducanu nun auf French-Open-Halbfinalistin Maria Sakkari, die sich in 82 Minuten mit 6:4, 6:4 gegen Karolina Pliskova durchsetzte.
/origin-imgresizer.eurosport.com/2021/09/09/3215736-65869988-2560-1440.png)
Sakk-Attack - die Highlights zum Halbfinaleinzug von Sakkari
Quelle: Eurosport
"Ich glaube, die Reise ist für Emma Raducanu noch nicht vorbei", meinte Experte Becker.
Die US Open werden so oder so eine neue Grand-Slam-Siegerin erleben - keine der noch verbliebenen Spielerinnen hat zuvor ein Major-Turnier gewonnen.
Raducanu, Fernandez und Alcaraz sorgen für Furore
Das zweite Halbfinale bestreiten die 19 Jahre junge Kanadierin Leylah Fernandez und die Weltranglistenzweite Aryna Sabalenka aus Belarus. Angelique Kerber war im Achtelfinale als letzte deutsche Teilnehmerin an Fernandez gescheitert.
"Das zeigt, wie gut die Next Generation ist", freute sich Raducanu über die gelungenen Auftritte der Teenager in New York und verriet über Fernandez: "Sie ist sehr nett. Gestern hat sie zu ihrem 19. Geburtstag Cupcakes verteilt."
Im Herren-Feld hatte es in Carlos Alcaraz ein weiterer 18-Jähriger ins Viertelfinale geschafft.
US Open - Viertelfinale Damen:
Links zu den US Open:
Das könnte Dich auch interessieren: Krejcikova entsetzt über Muguruza: "Wurde gedemütigt"
(mit SID)
/origin-imgresizer.eurosport.com/2021/09/08/3215497-65865208-2560-1440.jpg)
Becker kritisiert Alcaraz-Aufgabe: "War mir ein bisschen zu früh zu Ende"
Quelle: Eurosport
Werbung
Werbung
/origin-imgresizer.eurosport.com/2024/12/18/image-ec453673-a7e8-4c9b-a566-6689a5fb6276-68-310-310.jpeg)