US Open: College-Star Fiona Crawley darf 81.500 Dollar Preisgeld nicht annehmen - "echt den Hintern aufgerissen"
Die US-amerikanische College-Spielerin Fiona Crawley sorgte bei den US Open in der Qualifikation für Furore und schaffte es mit zwei dramatischen Siegen ins Hauptfeld. Dort verlor die Nummer 729 der Welt zwar in der 1. Runde gegen Anastasia Pavlyuchenkova, hätte aber dennoch 81.500 Dollar Preisgeld eingestrichen - wenn sie nicht noch auf dem College wäre und deswegen keine Prämien annehmen dürfte.
Fiona Crawley - US Open 2023
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Die 21 Jahre alte Crawley studiert an der University of North Carolina, wo sie ein überragendes Tennis-Jahr hinter sich hat. Mit den Tar Heels gewann sie die nationale Meisterschaft sowie mit ihrer Partnerin Carson Tanguilig den Doppel-Titel.
Das brachte ihr die Auszeichnungen "NCAA Player of the Year" und "ITA National Player of the Year" ein.
Bei den US Open sorgte sie in der Qualifikation für Begeisterung, als sie zweimal im Match-Tie-Break triumphierte: In Runde eins 6:1, 6:7 (5:7), 7:6 (10:6) gegen Reka Luca Jani (Ungarn) und in Runde zwei 6:2, 3:6, 7:6 (10:5) gegen die ehemalige Weltranglisten-25. Timea Babos (Ungarn).
Weil sie danach auch die Australierin Kimberly Birrell bezwang, schaffte es Crawley ins Hauptfeld, wo sie in Runde eins 2:6, 4:6 gegen die einstige French-Open-Finalistin Anastasia Pavlyuchenkova verlor.
Crawley darf kein Preisgeld annehmen
Trotz großem Fanaufkommens in "Baby Blue", den Farben der Tar Heels aus North Carolina, stand Crawley gegen die Russin auf verlorenem Posten. "Der Support war Wahnsinn, es tut wirklich krass weh, die Leute enttäuscht zu haben", sagte die 21-Jährige hinterher laut "The News & Observer".
Für das Erreichen der 1. Runde hätte Crawley eigentlich 81.500 Dollar Preisgeld (knapp 75.000 Euro) erhalten - doch daraus wird nichts. Als College-Sportlerin ist sie de facto Amateurin und könnte nicht mehr in der College-Vereinigung NCAA (National Collegiate Athletic Association) spielen, sollte sie Preisgelder annehmen.
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Fiona Crawley kämpfte sich bei den US Open 2023 ins Hauptfeld
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College-Studentinnen und -Studenten in den USA dürfen nämlich keine sportlichen Prämien einstreichen.
"Ich würde das Geld nie annehmen und niemals meine Berechtigung riskieren, aber ich habe mir diese Woche echt den Hintern aufgerissen, und es kommt mir unwirklich vor, dass es Football- und Basketballspieler gibt, die mit 'NIL-Deals' Millionen verdienen, und ich kann das Geld, für das ich so hart gearbeitet habe, nicht annehmen", beklagte sie sich.
Crawley darf ihre College-Tasche nicht mitbringen
Als "NIL-Deals" werden in den USA die Gelder bezeichnet, mit denen College-Athletinnen und -Athleten seit 2021 entschädigt werden dürfen. "NIL" steht für "name, image and likeness".
Auf der anderen Seite ärgerte Crawley, dass sie bei den US Open nicht mit ihrer College-Tasche auf den Platz gehen durfte. "Jeder weiß, dass ich in 'baby blue' blute, und es hat mich echt enttäuscht, dass ich meine Carolina-Tasche nicht mitbringen durfte", sagte sie. Bei Grand-Slam-Turnieren gibt es strikte Regeln bestimmte Logos betreffend.
So dürfen auch Werbelogos auf den Taschen eine gewisse Größe nicht überschreiten.
Alles in allem seien die US Open für sie dennoch "eine großartige Erfahrung" gewesen, sagte sie: "Ich werde mein Spiel weiter verbessern und wiederkommen." Sollte sie dann ihr Studium abgeschlossen haben, dürfte sie auch das Preisgeld annehmen.
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