US Open 2024: Jannik Sinner bezwingt Kumpel Jack Draper und zieht ins Finale ein - harter Kampf bis zum Erbrechen
VonLukas Fegers
Update 07/09/2024 um 11:30 GMT+2 Uhr
Jannik Sinner steht im Finale der US Open - nach einem kräftezehrenden Kampf gegen seinen Kumpel Jack Draper. Im Arthur Ashe Stadium setzte sich der Weltranglistenerste nach 3:03 Stunden 7:5, 7:6 (7:3), 6:2 durch und trifft im Endspiel auf Taylor Fritz (Nr. 12). Der Zverev-Bezwinger rang im rein US-amerikanischen zweiten Halbfinale Frances Tiafoe (Nr. 20) mit 4:6, 7:5, 4:6, 6:4, 6:1 nieder.
Jannik Sinner bezwang Jack Draper und steht im US-Open-Finale
Fotocredit: Getty Images
Es war ein Duell unter Freunden - und doch schenkten sich Jannik Sinner und Jack Draper nichts. Bei warmen Temperaturen und hoher Luftfeuchtigkeit kämpften die beiden Tennis-Profis in der Vorschlussrunde der US Open bis ans Ende ihrer Kräfte. Vor allem der junge Brite musste dabei immens leiden.
Gleich mehrfach erbrach sich Draper auf dem Hartplatz in Flushing Meadows, gleich mehrfach musste er sein lila Jersey wechseln.
Erstmals in seiner Karriere war der 22-Jährige in ein Grand-Slam-Halbfinale gestürmt, als erster Brite seit Andy Murray im Jahr 2012 stand er unter den besten Vier in New York. Doch sein Traum wurde von der Nummer eins der Welt jäh zerstört.
Auf dem Weg ins Semifinale hatte sich Draper zuvor makellos gehalten und keinen einzigen Satz abgegeben. Gegen seinen Kumpel Sinner, den er schon aus Junioren-Tagen kennt, kam es allerdings gänzlich anders. Der Überraschungshalbfinalist unterlag dem Favoriten deutlich 0:3.
Draper startet stark ins Halbfinale
Dabei begann der erste Durchgang für Draper vielversprechend: Der Weltranglisten-25., der im Juni beim Rasenturnier in Stuttgart seinen ersten ATP-Titel überhaupt gewonnen hatte, hielt stark dagegen.
Als Sinner ihm den Aufschlag zum 4:3 abnahm, revanchierte sich Draper mit einem Rebreak.
Erst mit zunehmender Spieldauer wurde Sinner dominanter, sein zweites Break zum 6:5 ebnete dem Südtiroler den Weg zum Satzgewinn.
Sinner verletzt sich am Handgelenk
Der zweite Durchgang wurde dann dramatisch: Nach einem Netzangriff samt Punktgewinn beugte sich Draper an der Grundlinie plötzlich vor - und musste sich erstmals übergeben.
Ein Schockmoment, den Sinner wenig später konterte, als er sich nach einem Stolperer das linke Handgelenk hielt und bei der nächsten Unterbrechung behandelt werden musste. Während sich die Verletzung des Italieners aber als weniger schlimm herauskristallisierte, hatte Draper fortan immer wieder mit Magenproblemen zu kämpfen.
Dem Briten schwanden mehr und mehr die Kräfte. Den fast 90-minütigen zweiten Satz verlor er schließlich im Tiebreak (3:7).
Draper "so schwer zu schlagen"
Im dritten Durchgang zeichnete sich schon früh ab, dass die Niederlage nur noch eine Frage der Zeit war. Sinner verwandelte seinen ersten Matchball mit einem Winner - und würdigte seinen engen Freund für dessen epischen Wettkampf.
"Es war ein sehr physisches Spiel", sagte Sinner im On-Court-Interview: "Ich habe einfach versucht, mental stark zu bleiben. Er ist so schwer zu schlagen."
US Open: Neuer Champion im Finale am Sonntag
Schon vor dem ersten Halbfinale war klar, dass es 2024 einen neuen US-Open-Champion geben wird.
Australian-Open-Sieger Sinner war bei zuvor fünf Teilnahmen in New York noch nie über das Viertelfinale hinausgekommen. Draper hatte 2023 in Flushing Meadows mit dem Achtelfinal-Einzug sein bis dato bestes Grand-Slam-Ergebnis erzielt.
Auch der US-Amerikaner Fritz stand zuvor noch nie in einem Major-Endspiel - für den 26-Jährigen war es wie Draper gar die erste Teilnahme an einem Grand-Slam-Semifinale.
Im rein US-amerikanischen Duell mit Tiafoe setzte sich der Wimbledon-Viertelfinalist mit 4:6, 7:5, 4:6, 6:4, 6:1 durch.
Sinner baut Weltranglistenführung aus
In der am Montag erscheinenden Weltrangliste baute Sinner durch seinen ersten Finaleinzug in New York seine Führung weiter aus - schon jetzt wird der Südtiroler über 3000 Punkte vor dem neuen Weltranglistenzweiten Alexander Zverev (Hamburg) stehen.
10.480 Zähler hat der 23-Jährige in den vergangenen zwölf Monaten gesammelt (Zverev: 7075). Gewinnt Sinner auch das Endspiel in Flushing Meadows, steht er sogar bei 11.180 Punkten.
Der 22 Jahre alte Draper darf sich neben 1,0 Mio. Dollar Preisgeld (ca. 900.000 Euro) mit der Tatsache trösten, dass er nach dem Turnier im ATP-Ranking mit 2315 Punkten erstmals in den Top 20 geführt wird - an Position 20.
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Quelle: Perform
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