US Open 2026: Aryna Sabalenka im Sinkflug - Nummer eins der Welt kämpft mit sich selbst, Elena Rybakina und Co. lauern
Publiziert 27/08/2026 um 14:36 GMT+2 Uhr
Aryna Sabalenka wirkt nicht mehr wie sie selbst: Seit Mitte März stand der Superstar aus Belarus nur ein einziges Mal in einem Halbfinale, gleichzeitig setzte es in diesem Zeitraum empfindliche Niederlagen. Die Nummer eins der Welt scheint ihren roten Faden verloren zu haben - und könnte nun entthront werden. Bei den US Open 2026 hat Sabalenka ihr Schicksal nicht mehr selbst in der Hand.
Sabalenka über Mixed mit Djokovic: "Er hat mich angebettelt"
Quelle: SNTV
Das Abenteuer US Open hat für Aryna Sabalenka mit einem Dämpfer begonnen. An der Seite von Novak Djokovic unterlag die 28-Jährige aus Belarus am Dienstag im Mixed-Doppel den an Nummer eins gesetzten Katerina Siniakova und Henry Patten (4:1, 2:4, 2:10).
Zugegeben: Für die Superstars aus dem Einzel ist der Auftritt im Doppel nicht mehr als ein Show-Event. Trotzdem hätte Sabalenka einen Mutmacher gebrauchen können.
Seit ihrem Triumph beim WTA-1000-Turnier in Miami im vergangenen März stand die Nummer eins der Welt nur noch einmal in einem Halbfinale. Im selben Zeitraum kassierte sie unerwartete Niederlagen nach teils komfortablen Führungen.
Bei den US Open (30. August bis 13. September) steht für sie nun mehr als "nur" die Titelverteidigung auf dem Spiel.
Sabalenka: Aus in Cincinnati wirft Fragen auf
Als Symbol für ihre Schwächephase steht ihr überraschendes Scheitern im Achtelfinale von Cincinnati vor rund einer Woche. Gleich zweimal in einer Partie brach Sabalenka gegen die tschechische Außenseiterin Sara Bejlek beispiellos ein (6:7, 4:6).
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Aryna Sabalenka kämpft gegen ihre Formschwäche an
Fotocredit: Getty Images
Im Tiebreak des ersten Satzes lag der Champion von 2024 mit 5:1 vorn und verlor diesen dennoch mit 7:9. In Durchgang zwei stürmte sie zu einer zwischenzeitlichen 4:1-Führung - nur um anschließend fünf Games in Folge abzugeben. Eine ungewöhnliche Pleite für die viermalige Grand-Slam-Turniersiegerin.
Die Spurensuche gestaltet sich schwierig.
"Für mich klingt das alles danach, dass sie dem Druck nicht standhalten kann - unabhängig davon, wer ihre Gegnerin ist", meinte Boris Becker jüngst in seinem Podcast mit Andrea Petkovic zur Negativserie von Sabalenka. "Sie macht sich einfach selbst so viel Druck. Die Frage ist nur: warum?"
Trubel abseits des Platzes: Verliert Sabalenka den Faden?
Eine mögliche Erklärung liegt scheinbar auf der Hand. In einer Welt, in der Athletinnen und Athleten längst nicht mehr nur für ihre sportlichen Errungenschaften im Rampenlicht stehen, sondern auch abseits des Platzes berühmt werden können, weiß Sabalenka sich zu verkaufen.
"Ich schaue Aryna auf dem Court gerne zu - aber sie ist aktuell häufiger auf Social-Media-Plattformen zu sehen als auf dem Tennisplatz", meinte Becker. "Ist vielleicht ihr Fokus verloren gegangen?"
Verdenken kann man ihr diese Entwicklung jedenfalls nicht.
"Immerhin spielt sie schon sehr lange erfolgreich, hat damit eine Menge Geld verdient und viele Titel geholt. Darüber hinaus ist sie frisch verlobt. Vielleicht steht zurzeit einfach ihr Privatleben im Fokus und Tennis ist die Nummer zwei. Das würde einiges erklären", so Becker weiter.
Sabalenka kämpft auch gegen sich selbst
Steht Sabalenka auf dem Platz, fließen etwaige Ablenkungen aus dem Privatleben aber nicht in die Beurteilung mit ein. Und diese fällt aktuell nicht positiv aus.
"Sabalenka befindet sich auf einem schmalen Grat", analysierte Rick Macci, der einst Andy Roddick, Jennifer Capriati, Maria Sharapova, Serena Williams und Venus Williams trainierte. "Sie hat weiterhin einen unglaublichen Aufschlag, aber in schwierigen Momenten sehe ich bei ihr eine andere Einstellung - und eine gewisse Nervosität."
Mit dem Selbstvertrauen der zweimaligen US-Open-Siegerin gehe es "auf und ab. Im Moment tritt Sabalenka gegen sich selbst an. Wenn ein Sportler das tut, kann er zwar noch ein paar Siege einfahren, aber mental gerät er ins Wanken", so Macci weiter.
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Wohin führt der Weg von Aryna Sabalenka?
Fotocredit: Getty Images
Abschreiben möchte er Sabalenka jedoch nicht. "Sie kann nach wie vor auf ihre explosive Schlagkraft von der Grundlinie bauen. In New York kann sie das Blatt noch wenden, denn mental hat sie bereits bewiesen, dass sie ein Tiger und kein Lamm ist."
Die Geschichte spricht jedenfalls für Sabalenka: 2020 stand sie letztmals nicht im Halbfinale der US Open, seit 2023 erreichte sie stets das Finale - und bei den beiden vergangenen Ausgaben krönte sie sich jeweils zum Champion. Doch die Weltranglistenerste scheint so verwundbar zu sein wie selten zu vor.
"Das Feld bei den Damen ist in diesem Jahr komplett offen", blickte Macci nach vorn und wagte eine Prognose: "Am Ende könnten 15 Spielerinnen das letzte Wort haben."
Erobert Rybakina Platz eins der Weltrangliste?
Zu jenen Anwärterinnen zählt mit Elena Rybakina die ärgste Widersacherin von Sabalenka.
Die Kasachin, die in der laufenden Saison bereits die Australian Open gewann und sowohl in Indian Wells als auch in Toronto im Finale stand, träumt auf dem Hartplatz von Flushing Meadows zu Recht vom dritten Grand-Slam-Titel ihrer Karriere. Ganz nebenbei könnte der 27-Jährigen ein weiterer Coup gelingen.
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Jelena Rybakina träumt von Platz eins der Weltrangliste
Fotocredit: Getty Images
In der Weltrangliste fehlen ihr 434 Punkte auf Spitzenreiterin Sabalenka, die im Big Apple ihr Schicksal als Königin der Tennis-Welt nicht mehr selbst in der Hand hat. Als Titelverteidigerin kann die Belarussin ihre 2.000 Zähler nämlich nur verteidigen, Rybakina kann als letztjährige Achtelfinalistin derweil satte 1.800 Punkte einstreichen.
Mit schwierigen Wochen und Monaten im Rücken wird Sabalenka weit von irgendwelchen Zahlenspielen entfernt sein. Der erhöhte Druck durch die Konkurrenz dürfte ihrer Form ebenfalls nicht förderlich sein.
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