US Open: Warum Alexander Zverev so fit ist - Deutscher gibt trotz Diabetes Vollgas in New York

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Alexander Zverev tritt nach zwei Fünfsatzpartien in den ersten beiden Runden bei den US Open mittlerweile mit einer Souveränität auf, die an Paris und Wimbledon erinnert. Die Basis dafür ist ein Ausdauer- und Ressourcen-Level, auf das kaum ein Top-Spieler zurückgreifen kann. Nach dem Sieg im Achtelfinale gegen Luciano Darderi berichtete Zverev von seinem Ansatz, der sich von einigen unterscheide.

Tennis: Alexander Zverev (Hamburg) hofft bei den US Open 2026 auf seinen zweiten Grand-Slam-Titel

Fotocredit: Getty Images

TV-Interviews unmittelbar nach Match-Ende sind selten journalistisch substanziell. Neues, Ertrag- oder gar Erkenntnisreiches gibt es selten. Wenn es dann noch derart späte Match-Zeiten zu beachten gibt wie bei den Night Sessions bei den US Open, müssen Moderatoren und Journalisten mitunter kreativ sein. Zumal sie auf nur wenige Fragen beschränkt werden.
 Alexander Zverevs Interviewzeit am Montagabend nach dem hoffnungsvollen Sieg gegen Luciano Darderi kurz vor Mitternacht war die bisher früheste Feierabendzeit des French-Open-Siegers in New York.
Zverev schien mit dem verhältnismäßig frühen Arbeitsende und seiner Leistung glücklich, präsentierte sich gelöst und nahm sich trotz der nur zwei Fragen ausführlicher Zeit als die Runden zuvor.
Angesprochen auf seine "überdurchschnittliche" Fitness musste Zverev während der Frage schmunzeln, antwortete dann aber seriös.

Zverev trotz Fünfsatzmatches frisch in New York

Denn tatsächlich ist eine der Wahrheiten dieser US-Open-Tage, dass sich Zverev wie kaum ein zweiter Spieler auf der Tour von den zwei kräftezehrenden Fünfsatzmatches zu Turnierbeginn erholt hat.
Ein Großteil der ATP-Tour wäre anschließend in physische Schwierigkeiten geraten. Zwischen der ersten und zweiten Woche bei Grand Slams ist zuhauf und regelmäßig zu beobachten, wie Spieler nach guten, aber anstrengenden, ausdauernden Best-of-five-Matches in der anschließenden Runde nichts mehr zuzusetzen haben und deutlich unterliegen.
Das gilt umso mehr für Spieler, denen die Erfahrung von einigen langen Matches bei Slams fehlt. Beispiel: der australische Musetti-Bezwinger Dane Sweeny, der in Runde drei gegen Darderi nichts mehr an Energiereserven vorzuweisen hat.
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Tennis: Alexander Zverev (Hamburg) hofft bei den US Open 2026 auf seinen zweiten Grand-Slam-Titel

Fotocredit: Getty Images

Zverev als Trainingsweltmeister bekannt

Der Italiener wiederum, erstmals im Achtelfinale eines Slams, wurde am Montag von Zverev in den ersten beiden Sätzen förmlich überrannt.
Zverev jedenfalls hatte einiges zum Thema Fitness zu sagen: "Die Trainingsphase ist schwieriger als die Turnierphase. Ich weiß, viele Sportler, viele Spieler sind da vielleicht anders. Für mich sollte die Trainingsphase so sein, dass es, wenn du im Match bei einem langen Fünfsatzmatch ans Limit geführt wirst, für dich trotzdem noch einfach ist."
Zverevs Physis wirkt umso beeindruckender, wenn man seine Diabeteserkrankung mit in die Gleichung nimmt.
Nach diesem Credo gestalte er vor allem in der Saisonvorbereitung und in den Trainingsblöcken seine Einheiten: "Deshalb freue ich mich, dass ich trotz dieser zwei schwierigen Fünfsatzmatches weiter im Turnier bin."

Zverevs eisenharte Vorbereitung: Laufsessions im Stadion in Monaco

Sein Bruder Mischa, der mittlerweile einen eigenen Tennispodcast mit sportlichen und wirtschaftlichen Ansätzen publiziert, hatte kürzlich ausführlich erklärt, wie die zverev'sche Saisonvorbereitung aussieht.
In den ersten beiden Wochen sieht sein kleiner Bruder den Tennisschläger nur selten. Lange Kraft- Ausdauer-, Mobilitäts- und Schnellkrafteinheiten im Fitnessstudio mit Jez Green wechseln sich mit harten Laufintervallen im Stadion der AS Monaco ab.
Erste ausdauernde Tenniseinheiten sind dann quasi eine Belohnung.
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Mischa Zverev (r.) und Alexander Zverev im Training

Fotocredit: Imago

Fitnessguru Green begleitet Zverev in New York

Green, der Fitnesstrainer, der Zverevs Körper schon zwischen dessen 16. und 20. Lebensjahr auf die Strapazen der Tour vorbereitete, ist nach einer Trennung schon länger wieder im Team des Deutschen und begleitet Zverev auch in New York.
Die körperliche Komponente könnte in New York lediglich beim Thema Bio-Rhythmus Thema werden. Zverev, der bisher in jeder Runde in der Nightsession zum Einsatz kam, wurde bei einer kleinen Presserunde in den Katakomben des Centre Courts nach einem möglichen Ansetzungswechsels befragt.
Schließlich betonte Zverev selbst, er habe als Nummer eins der Setzliste von den Turnierverantwortlichen freie Wahl. Der Grund der Frage: Das Finale startet bereits am Sonntag um 14:00 Uhr Ortszeit; Hauptkonkurrent Carlos Alcaraz hat mehrmals in diesen Bedingungen gespielt.

Viele Night Sessions - Finale aber schon nachmittags

Zverevs Antwort legte nahe, dass er sich um die Startzeit noch nicht gekümmert habe: "Ist das Finale um 14:00 Uhr?", fragte Zverev, dann zuckte er nachdenklich mit den Schultern. "Schwierig", findet er das: "Wenn ich jedes Mal bis 2 Uhr nachts spiele, dann ist es schwer in einen Rhythmus zu kommen, in dem man früh spielt."
Aber: "Bis zum Finale habe ich noch ein paar Matches und hoffe, dass ich so im Turnier bleibe."
Das Viertelfinale gegen Botic van de Zandschulp aus den Niederlanden findet indes erneut in der Night Session statt, aber zumindest ein Spiel früher als seine bisherigen vier Matches.

Zverev-Gegner van de Zandschulp mag die US Open

Den Gegner kennt er nur vom Sehen, Duelle auf der Tour gab es noch keine. "Das ist sein Lieblingsturnier", weiß Zverev über den Weltranglisten-70., der nach 2021 zum zweiten Mal im Viertelfinale der US Open steht - gleichzeitig seine besten Karriere-Ergebnisse. "Er mag die Beläge hier, weiß wie man sie spielt", so Zverev.
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Botic van de Zandschulp bei den US Open 2026 in New York

Fotocredit: Getty Images

Der 30 Jahre alte Niederländer besiegte in Runde zwei unter anderem den höher eingeschätzten Australier Alex de Minaur und überstand im Achtelfinale einen 0:2-Satzrückstand gegen den Franzosen Artur Géa - erst nach 5:13 Stunden siegte er 3:6, 6:7 (0:7), 7:6 (9:7), 7:6 (7:3), 6:4.
In Kombination mit Zverevs Fitness-Status ist die Favoritenrolle eindeutig.

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