Eurosport
Wimbledon 2018: Alexander Zverev dreht Match gegen Taylor Fritz
Von
Publiziert 06/07/2018 um 15:10 GMT+2 Uhr
Alexander Zverev hat sich mit einiger Verspätung in die dritte Runde von Wimbledon gekämpft. Der 21-Jährige gewann gegen den US-Amerikaner Taylor Fritz 6:4, 5:7, 6:7 (0:7), 6:1, 6:2. Das Match des Weltranglistendritten musste aufgrund der einbrechenden Dunkelheit am Vorabend unterbrochen werden. Zverev lag zu diesem Zeitpunkt 1:2 in Sätzen zurück. Nach insgesamt 3:12 Stunden beendete er das Match.
Eurosport
Fotocredit: Eurosport
Als das Adrenalin in Alexander Zverevs Körper schoss, war plötzlich auch die Übelkeit vergangen. Noch beim Warmspielen hatte der von einem Magen-Darm-Virus geschwächte Deutsche darüber nachgedacht, die Fortsetzung seines Zweitrundenmatches in Wimbledon einfach abzusagen.
Bei einem 1:2-Satzrückstand gegen den starken US-Youngster Taylor Fritz sprach wenig für den 21-Jährigen. Doch Zverev verwarf den Gedanken - und kämpfte sich stattdessen nach einem beeindruckenden Comeback des Willens in Runde drei.
"Ich habe mir gesagt: 'Wenn ich mich schlecht fühle, spiele ich einen Satz. Wenn ich mich gut fühle, spiele ich zwei'", erzählte Zverev. Noch am Vortag habe er sich nach dem zweiten Satz auf der Toilette übergeben müssen. "Ich habe nichts gegessen heute Nacht. Das war ein schwieriger Tag gestern", sagte er.
Boris Becker kritisiert Zverev
Doch egal wie widrig die Umstände sind, Fünfsatzmatches scheinen dem Hamburger zu liegen. Schon bei den French Open im Juni war er gleich dreimal in Serie über die volle Distanz gegangen. Sein nächster Gegner ist direkt am Samstag der Lette Ernests Gulbis, ein alter Bekannter für Zverev. "Als er 18, 19 war, hat er einmal bei uns gewohnt und meine Mama hat ihn bekocht", erzählte er:
Ohne Kenntnis von Zverevs körperlichen Problemen war die deutsche Wimbledon-Legende Boris Becker am Freitagmorgen noch hart mit dem Weltranglistendritten ins Gericht gegangen. "Er glaubt, er wird der nächste Superstar, aber dafür hat er noch viel Arbeit vor sich", sagte der dreimalige Champion in seiner Rolle als TV-Experte der "BBC".
Doch als hätte er diese Worte gehört, zeigte Zverev ein komplett anderes Gesicht als noch wenige Stunden zuvor. Vom ersten Ballwechsel an wirkte er wild entschlossen, erlaubte Fritz im vierten Satz insgesamt nur neun Punktgewinne und bewies auch im Entscheidungssatz Nervenstärke. "Die Bälle wirkten heute viel größer für mich", sagte er anschließend.
Pause hat Zverev geholfen
Am Donnerstagabend war der Deutsche auf feuchtem Untergrund noch an den Rand des Abgrunds geschlittert, als er gegen den couragierten Fritz nicht nur im übertragenen Sinne ins Straucheln geraten war. Einen ersten Ausrutscher an der Grundlinie hatte er noch mit Humor genommen und - sehr zum Amüsement des Publikums - kurz den Schlafenden gemimt. Nachdem er jedoch zwei weitere Male auf dem Rasen gelandet war, verging dem gebürtigen Hamburger aber zunehmend die Lust auf Scherze.
Die Unterbrechung wegen einsetzender Dunkelheit kam deshalb gerade noch rechtzeitig. "Das hat mir sehr geholfen. Ich glaube, dass ich nicht noch viel länger hätte spielen können", sagte er. Bei der Fortsetzung am Freitag habe er viel bessere Sicht gehabt. "Und als dann das Adrenalin kam ging es mir auch sonst wieder besser."
Kurz vor Zverevs erfolgreichem Fünfsatzkrimi hatte am Freitag derweil Philipp Kohlschreiber seinen zweiten Achtelfinal-Einzug in Wimbledon klar verpasst. Der 34-Jährige unterlag am Freitag in Runde drei gegen den Südafrikaner Kevin Anderson (Nr. 8) mit 3:6, 5:7, 5:7.
Werbung
Werbung