Getty Images

Nach Final-Debakel: Williams denkt nicht ans Aufgeben

Nach Final-Debakel: Williams denkt nicht ans Aufgeben
Von Eurosport

14/07/2019 um 14:14Aktualisiert 14/07/2019 um 14:26

Serena Williams denkt nach dem verlorenen Wimbledon-Finale gegen Simona Halep nicht ans Aufgeben. Bei der Jagd nach ihrem 24. Grand-Slam-Titel droht der 37-Jährigen allerdings die Zeit davonzulaufen. Die letzten drei Finals hat Williams allesamt verloren, die Niederlagen schreibt sie aber auch den starken Leistungen der Gegnerinnen zu. Der Glaube an ihre eigene Stärke ist ungebrochen.

Den vielleicht schwersten Kampf ihres Lebens will Serena Williams selbst für die Aussicht auf den Grand-Slam-Rekord nicht aufgeben.

"Der Tag, an dem ich aufhöre, für Gleichberechtigung einzutreten, wird der Tag, an dem ich ins Grab steige", kündigte die US-Amerikanerin pathetisch an, unmittelbar bevor sie die Wimbledon-Bühne verließ. Williams definiert ihre Lebensziele längst auch neben dem Platz. Daran änderte auch die Finalpleite am Samstag gegen die Rumänin Simona Halep nichts.

" Keine Galas mehr, den ganzen Wahnsinn stoppen"

Unter anderem Tennis-Ikone Billie Jean King - selbst eine prägende Figur im Kampf für Gleichberechtigung im Tennissport - hatte Williams zuletzt empfohlen, ihr Leben wieder mehr auf den Sport auszurichten. "Das Beste wäre, sie würde mal eineinhalb Jahre lang aufhören, ein Star zu sein", sagte die 75-Jährige der BBC: "Das heißt: Keine Galas mehr, den ganzen Wahnsinn einfach stoppen. Denn sie versucht gerade, alles auf einmal zu sein."

Serena Williams: Kampf an zu vielen Fronten?

Williams allerdings denkt überhaupt nicht daran, auf diesen Ratschlag einzugehen. Auch die Aussicht, mit ihrem dann 24. Major-Titel die Bestmarke der Australierin Margaret Court einzustellen, kann die 37-Jährige nicht locken. Williams versteht sich als Vorkämpferin für die Rechte von Schwarzen, Frauen und inzwischen auch Mütter dieser Welt. Dass sie nebenbei noch immer genug Klasse besitzt, um drei der letzten fünf Grand-Slam-Finals zu erreichen, bestärkt sie zusätzlich.

Allerdings hat Williams auch alle diese drei Endspiele verloren. 2018 in Wimbledon gegen Angelique Kerber, bei den anschließenden US Open gegen die Japanerin Naomi Osaka und nun gegen den rumänischen Wirbelwind Halep. Zumindest die 2:6, 2:6-Klatsche gegen Halep hatte Williams allerdings offenbar schnell abgehakt. "Keine Niederlage ist einfach für mich", sagte sie hinterher zwar: "Aber wenn dir jemand so die Lichter ausschießt, kannst du nicht viel machen."

Serenas Glaube an eigene Stärke ungebrochen

Williams wollte sich selbst keine Vorwürfe machen, die in der Tat wie entfesselt aufspielende Halep lieferte eine angemessene Erklärung für die erneut verpasste Chance. "Ich glaube nicht, dass ich irgendetwas hätte besser machen können", sagte Williams: "Simona hat ihr Herz auf dem Platz gelassen." Der Glaube an die eigene Stärke ist bei Williams auch im fortgeschrittenen Sportler-Alter noch immer ungebrochen.

Über die Frage, ob ihre Jagd nach dem Rekord mit zunehmendem Alter schwieriger werde, musste sie dennoch ziemlich lange nachdenken. Etliche Sekunden verstrichen, ehe sie zu einer Antwort ansetzte. "Ich denke generell nicht viel nach über die Zeit", entgegnete sie schließlich ausweichend: "So war es eigentlich immer in meiner Karriere." Aufgeben ist ohnehin auch hier keine Option: "Ich bin immer noch eine Wettkämpferin, sonst wäre ich nicht hier."

(SID)

Video - "What a match!" Zuschauer nach Federer gegen Nadal total geflasht

01:27
0
0