Wimbledon: Rafael Nadal gibt gegen Ricardas Berankis Rätsel auf - wo ist die Aggressivität hin?

Rafael Nadal hat sein zweites Match in Wimbledon gegen Außenseiter Ricardas Berankis zwar mit 6:4, 6:4, 4:6, 6:3 gewonnen, hinterließ dabei aber Fragezeichen. Vor allem die fehlende Aggressivität in den Ballwechseln, die mitunter hohe Fehlerquote und das verhältnismäßig niedrige Tempo geben zu denken. "Man hat den Eindruck, dass er auf Sparflamme spielt", wunderte sich Mischa Zverev bei "Sky".

Rafael Nadal in Wimbledon

Fotocredit: Getty Images

Die Frage war positiv formuliert, die Antwort brachte das Problem aber auf den Punkt. "Ich muss besser werden", sagte Rafael Nadal auf dem Centre Court, nachdem der Moderator vom Rekord-Grand-Slam-Champion wissen wollte, was ihm an seiner Leistung besonders gut gefallen habe.
Nadal ist völlig klar, dass er gegen Ricardas Berankis viel mehr Luft nach oben als nach unten hatte. Es gab eine Reihe an Statistiken, die das untermauern.
Obwohl der 36-Jährige die Partie vom Ergebnis her klar gewann, war die Bilanz an Winnern mit 35:35 ausgeglichen.
Nadal leistete sich obendrein mehr sogenannte "unforced errors" (39:35) als der Litauer. Auch suchte der French-Open-Sieger wesentlich seltener den Weg ans Netz als sein Kontrahent - und kam dabei auf eine niedrigere Erfolgsquote (7 von 14) als Berankis (22 von 30).

Zverev über Nadal: "Irgendetwas stört mich"

"Rafa ist zu passiv, auch bei der Beinarbeit. Irgendwas stört mich an seinem Bewegungsablauf, hoffentlich ist es nicht der Fuß", bemerkte Mischa Zverev schon Mitte des ersten Satzes.
Immerhin: Es deutete nichts darauf hin, dass der Routinier Probleme mit dem lädierten linken Fuß hatte.
Nadal führte nach der Partie andere Gründe ins Feld für seine wacklige Vorstellung gegen die Nummer 106 der Welt. "Für mich ist gerade jeden Tag eine Challenge, ich habe vor Wimbledon rund drei Jahre lang nicht mehr auf Rasen gespielt", erläuterte der Favorit.

Nadal: "Im vierten Satz wurde es besser"

Er habe sich aber nach "zu vielen Fehlern am Anfang des Matches" gesteigert.
"Im vierten Satz wurde es besser, mein Aufschlag kam. Das ist eben ein Prozess", betonte Nadal, der nun im Kampf um den Einzug ins Achtelfinale auf Lorenzo Sonego aus Italien trifft.
Sorgen, dass der Wimbledonsieger der Jahre 2008 und 2010 seine Form nicht rechtzeitig wiederfindet und frühzeitig scheitert, müsse man sich keine machen. "Rafa kämpft sich rein in solche Turniere", so Zverev: "Der weiß schon, wie es geht."
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Quelle: Eurosport

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