Wimbledon: Alexander Zverev ärgert sich über Linienrichterin - Olympiasieger für Beleidigung verwarnt

Alexander Zverev war bei seinem Auftritt in der 2. Runde von Wimbledon gegen Yosuke Watanuki in eine hitzige Szene verwickelt. Beim Stand von 6:4, 3:2 sprach der Stuhlschiedsrichter nach Beratung mit einer Linienrichterin eine Verwarnung gegen den Deutschen aufgrund einer angeblichen Beleidigung aus. "Sie muss sich hier nicht so wichtig machen", entgegnete Zverev dem Spielaufseher daraufhin.

Alexander Zverev

Fotocredit: Getty Images

Der Vorfall ereignete sich in einer heißen Phase im zweiten Satz. Zverev hatte bei eigenem Aufschlag soeben zum 40:40 ausgeglichen und nach dem 3:3-Ausgleich gegriffen. Nach seinem Punktgewinn drehte sich der deutsche Olympiasieger zu seiner Box um und zeigte sich seinem Team gegenüber frustriert.
Kurz darauf begab sich eine Linienrichterin, die dem Gespräch gelauscht hatte, zum Stuhlschiedsrichter Jaume Campistol und meldete diesem einen Verstoß. Daraufhin sprach der Spielaufseher eine Verwarnung wegen "hörbarer Obszönitäten" gegen Zverev aus. Dieser konnte die Situation aber nicht begreifen.
"Wirklich?", entgegnete Zverev Schiedsrichter Campistol. "Ich habe über meinen Fuß gesprochen und nicht über etwas auf dem Court. Muss sie sich jetzt wirklich so wichtig machen?"
"Ich habe zu niemandem auch nur irgendetwas gesagt, sondern nur über mich selbst gesprochen", hakte Zverev nach. "Was hatte sie dir zu sagen? Du hast alles gehört, was ich gesagt hab. Sie muss sich hier nicht so wichtig machen."

Zverev erklärt Disput mit Schiedsrichter

Wenig später entschied Zverev das Aufschlagspiel für sich und begab sich zu seiner Bank. Dabei tauschte er sich erneut mit Campistol aus und erklärte ihm seine Position. Die Entscheidung des Schiedsrichters blieb jedoch bestehen.
Nachdem der 26-Jährige seinen Einzug in die 3. Runde von Wimbledon schließlich nach 2:26 Stunden fixiert hatte, ging er im Interview bei "Sky" erneut auf die hitzige Szenen ein.
"Ich habe mit ihr gar nicht geredet, sondern mit meiner Box", schilderte er den Vorfall. "Und dann war sie der Meinung, dass sie dem Schiedsrichter erzählen muss, was ich da so alles gesagt habe."
"Ich habe sie nicht beschimpft, den Schiedsrichter nicht beschimpft - ich habe niemanden beschimpft. Ich habe mit meiner Box über mich geredet", unterstrich er.
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Alexander Zverev in Wimbledon

Fotocredit: Getty Images

Zwar habe ihn die Situation nicht aus dem Rhythmus gebracht, nichtsdestotrotz nagte die Diskussion am Hamburger. "Es nervt mich ein bisschen, weil das passiert irgendwie immer nur in Wimbledon. In Wimbledon haben vielleicht alle das Gefühl, dass sie mehr machen müssen als sie eigentlich sollen."
"Ich habe relativ laut geredet, alle haben es gehört. Der Schiedsrichter selbst hat es auch gehört. Es gibt also keinen Grund für die Linienrichterin dahin zu laufen. Es war relativ klar, was ich gesagt habe", so Zverev.
"Es gibt Situationen, in denen man mit viel mehr davongekommen ist", führte er aus und gab zu: "Ja, ich habe ein Schimpfwort benutzt - das F-Wort." Letzten Endes schloss Zverev die Debatte aber mit einem scherzhaften Seitenhieb ab. "Gut, wir sind auf dem heiligen Rasen. Vielleicht gibt es da andere Regeln."
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