Filmdrama mit Tischtennis-Ass - Timo Boll im Paralleluniversum Hollywood für Marty Supreme: "Viel Spaß gemacht"

Hollywood trifft Tischtennis: In dem Filmdrama "Marty Supreme" steht Rekord-Europameister Timo Boll an der Seite von Timothée Chalamet vor der Kamera. Für Regisseur Josh Safdie reiste der 44-Jährige 2024 nach New York und bereitete sich akribisch auf seine Rolle als 50er-Jahre-Spieler vor. Trotz Oscar-Nominierungen bleibt der Kinoausflug für Boll wohl ein einmaliges Abenteuer.

Große Emotionen: Boll von ganzer Halle nach Olympia-Aus gefeiert

Quelle: Eurosport

Es wirkt wie eine Szene aus einem Paralleluniversum: Ein riesiges Filmstudio wird in eine Sporthalle der 1950er-Jahre verwandelt, unzählige Statisten starren gebannt ins gedämmte Scheinwerferlicht, an einer vintagegrünen Tischtennisplatte lässt Hollywood-Star Timothée Chalamet einen Zelluloidball klackern. Ihm gegenüber: Timo Boll.
Die Tischtennis-Legende spielt eine Nebenrolle im Hollywood-Filmdrama Marty Supreme. Unterlegt mit dramatischer Filmmusik und Blockbustersounds flimmert Boll ab Donnerstag als Vladimir Sebek, einem tschechischen Kontrahenten des Titelhelden Marty Reisman, über die deutschen Leinwände. Doch wie kam es zur ungewöhnlichen Besetzung?
Seinen Ausflug ins Filmgeschäft verdankt der 44-Jährige dem US-Regisseur Josh Safdie. Der Filmemacher sei "ein großer Tischtennisfan. Er wollte im Film Spieler haben, die ein bisschen spielen können, und weil er ein großer Fan von mir ist und privat den gleichen Schläger spielt wie ich, hat er mir eine kleine Rolle gegeben", beschrieb Boll der "Süddeutschen Zeitung" die Hintergründe seines ungewöhnlichen Nebenjobs. Safdie erklärte wiederum, er wollte "das großartigste Team zusammenstellen".

Boll: "Jeder Ballwechsel war gescriptet"

Für die Dreharbeiten reiste Boll 2024 für 14 Tage nach New York, da war er noch Profi, seine Karriere beendete er erst ein Jahr später. "Es gab einen Tischtennis-Choreographen, und ich musste dann mit Timothée vorab trainieren, damit wir ein Gefühl bekommen", erzählte der Rekord-Europameister. Eine Woche habe er geübt, um sich den 50er-Jahren anzupassen. Eine aufrechte Spielweise, weite Schwungbewegungen und Hartbrettschläger mit dünnem Sandpapier statt Gummischicht waren der Standard.
"Das hat viel Spaß gemacht", sagte Boll: "Wir haben unheimlich viel Recherche betrieben, jeder Ballwechsel war gescriptet." Auch Bolls legendärer Handswitch hat es in den Film geschafft. "Wir haben fünf Ballwechsel gedreht, einer ist im Film gelandet - und ich habe am nächsten Tag einen wahnsinnigen Muskelkater gehabt", sagte Boll der Zeit. Die Schmerzen haben sich offenbar gelohnt. Mitte März winken gleich mehrere Oscars. In neun Kategorien ist das Drama für den wichtigsten Filmpreis der Welt nominiert.
Ein Filmstar will Boll dennoch nicht mehr werden - trotz einer Anfrage der US-Schauspielergewerkschaft. "Ich glaube, in dieser Hinsicht ist der Zug für mich abgefahren. Das ist wie im Sport: Wenn du nicht früh genug dabei bist und ohnehin nicht so talentiert bist, wird's schwer", sagte Boll.
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(SID)
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Quelle: SID


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