Olympia 2024: Belgische Triathletin Jolien Vermeylen kritisiert Seine-Tortur - "Habe Dinge gesehen und gerochen..."

Der Triathlon in der Seine - auch am Tag nach den Olympia-Rennen sorgt er weiter für hohe Wellen bei den Beteiligten. Während beispielsweise Laura Lindemann das Schwimmen als ein "Drunter und Drüber" bezeichnete, fühlte sich ihre deutsche Teamkollegin Lisa Tertsch wie in einer "Waschmaschine". Noch schärfere Worte fanden hingegen die Österreicherin Lisa Perterer und die Belgierin Jolien Vermeylen.

Triathlon-Rennen in der Analyse: "Verlegung hat alle gleich getroffen"

Quelle: Eurosport

Angesprochen auf das so hitzig diskutierte Rennen in der Seine, sagte die österreichische Triathletin, sie habe "richtig Panik bekommen".
Insbesondere bei den roten Bojen sei es "brutal mit der Strömung gewesen", betonte Perterer, während ihre Landsfrau Julia Hauser beipflichtete: "Ich bin immer wieder etwas zur Seite abgedrängt worden."
Die "extrem starke" Strömung, auf die sich die Triathletinnen und Triathleten aufgrund der gestrichenen Trainingseinheiten im Vorfeld nicht einstellen konnten, waren bekanntlich aber nicht der einzige Grund zur Sorge.
Probleme bereitete wenig verwunderlich auch die schlechte Wasserqualität, wegen der die beiden Einzel-Wettkämpfe der Frauen und Männer lange auf der Kippe gestanden hatten und denen erst am frühen Mittwochmorgen nach erneuten Kontrollproben stattgegeben wurde.

Seine nicht "Cola oder Sprite"

Inwieweit die Wasserqualität trotz der Freigabe aber wirklich ungefährlich für die Sportlerinnen und Sportler ist, darüber mutmaßte die Belgierin Jolien Vermeylen.
"Ich habe viel Wasser geschluckt, also werden wir morgen wissen, ob ich krank bin oder nicht", sagte die 30-Jährige im "VTM"-Interview: "Es schmeckt natürlich nicht nach Coca-Cola oder Sprite. Beim Schwimmen unter der Brücke habe ich Dinge gerochen und gesehen, über die man nicht zu viel nachdenken sollte."
Vermeylen, die das Ziel als 24. erreichte, zeigte großes Unverständnis darüber, dass die Seine überhaupt freigegeben wurde. Der Fluss sei schließlich "seit 100 Jahren schmutzig. Also können sie nicht sagen, dass die Sicherheit der Athleten eine Priorität ist. Das ist Schwachsinn."

Probiotika und Yakult als Gegenmittel

Eine Absage beziehungsweise ein Duathlon als Alternative sei ihrer Ansicht nach von den Organisatoren aber nicht einmal in Erwägung gezogen worden. "Wenn das Rennen nicht stattgefunden hätte, wäre das eine Schande für die Organisation, für Paris, für Frankreich gewesen. Es war heute oder nie", so Vermeylen.
Nun bleibe ihr nichts anderes übrig als zu hoffen, dass niemand nach der Tortur in der Seine krank werde. "Ich habe Probiotika genommen, ich habe meinen Yakult getrunken. Mehr konnte ich nicht tun", bilanzierte die Triathletin.
Ob das als Gegenmittel wirklich hilft, wird sich zeigen.
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