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Die großen Olympia-Geschichten: Greg Louganis - "Mr. Perfect" springt der Angst ins Auge
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Publiziert 22/07/2024 um 12:19 GMT+2 Uhr
Greg Louganis ist der erfolgreichste Wasserspringer aller Zeiten. Als erster "Diver" gewann er mit seinem eleganten Stil und seiner Technik Doppelgold bei den Olympischen Spielen in Los Angeles und Seoul. Was in den 1980er Jahren keiner wusste: Louganis war einer der ersten Sportstars, der HIV-positiv Olympiasieger wurde. Eurosport präsentiert eine der großen Geschichten der olympischen Historie.
Die großen Olympia-Geschichten: Greg Louganis - ein Leben voller Dramen
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Ein Achselzucken kann mehr sagen als tausend Worte. Wut, Gleichgültigkeit, Enttäuschung oder Resignation.
Als Julie Sondgerath, eine IT-Managerin aus Chicago, Greg Louganis mit hängenden Schultern vor einer Müslipackung von Wheaties sah, hatte sie allerdings wenig Mühe, die Geste zu deuten. Zu sehen war sie in der "HBO"-Dokumentation "Back on Board", die Leben und Erfolge des größten Wasserspringers der olympischen Geschichte nachzeichnete. "Es hat mir irgendwie das Herz gebrochen", erklärte sie der "New York Times" im Sommer 2015. "Da ist ein Typ, der alles richtig gemacht hat. Er hat seit seiner Jugend hart trainiert. Er durfte zu den Olympischen Spielen fahren. Er gewann 1984 Gold und 1988 noch einmal. Er hat alles richtig gemacht."
Und dennoch. Trotz vier Olympiasiegen war Louganis eine Anerkennung verwehrt geblieben, die allen erfolgreichen amerikanischen Olympiasportlern zuteilwird: ein Bild von sich selbst auf einer Wheaties-Müslipackung, dem sogenannten "Frühstück der Champions". Die orangefarbenen Müslis gehören in den USA zur Allgemeinkultur und zeigen seit Jahrzehnten die Bilder der größten Sporthelden des Landes. Greg Louganis gehörte sehr lange nicht dazu.
Julie Sondgerath empfand das als eine große Ungerechtigkeit und startete eine Online-Petition. Rund 48.000 Unterschriften und acht Monate später kündigte General Mills an, der Hersteller von Wheaties, dass der ehemalige Wasserspringer als Teil einer "Legenden"-Serie die berühmte orangefarbene Schachtel zieren wird. Jeglichen Einfluss der Petition bestritt das Unternehmen selbstredend.
Es wurde auch Zeit. Louganis musste fast drei Jahrzehnte warten, genauso lange übrigens wie Muhammad Ali, der erste schwarze Boxer, um den Frühstückstisch einer amerikanischen Durchschnittsfamilie schmücken zu dürfen. Und Jim Thorpe, Indianer und erster amerikanischer Ureinwohner, der olympisches Gold (im Fünf- und im Zehnkampf 1912) für sein Land erringen konnte, schaffte es gar erst ein halbes Jahrhundert nach seinem Tod auf jene Müslipackung, die den Amerikanern so viel bedeutet.
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Greg Louganis
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Seiner Zeit voraus
Die Welt war in den 1980er Jahren noch nicht bereit für einen Mann wie Greg Louganis: homosexuell, HIV-positiv, ein Aktivist der LGBT-Community. "Wissen Sie was, mir war das gar nicht so wichtig", sagte Louganis 2016 gegenüber "Fox News". "Ich habe heute das Gefühl, dass ich als ganzer Mensch angenommen werde. Ich habe mich 1995 zu meiner Homosexualität bekannt und meine HIV-Status öffentlich gemacht. Und jetzt also diese Ehre, es ist schon verrückt."
Mitte der 1990er Jahre hatte Louganis beschlossen, sein Geheimnis, das er so lange mit sich herumgetragen hatte, zu lüften. Inspiriert hatte ihn Basketball-Star Magic Johnson, der ebenfalls HIV-positiv war und 1991 seine Erkrankung öffentlich machte. Wenige Monate später folgte Tennis-Legende Arthur Ashe, der sich das Virus 1983 bei einer Bypass-Operation durch eine Bluttransfusion zugezogen hatte.
Louganis nutzte seine Autobiografie "Breaking the Surface", um sich offiziell zu outen. Seit März 1988, sechs Monate vor Beginn der Olympischen Spielen in Seoul, wusste er von seiner Infizierung, endlich konnte er davon erzählen. Die Nachricht schlug weltweit ein. Entsprechend stand seine Biografie fünf Wochen lang auf Platz eins der Bestsellerliste der "New York Times".
"Ich dachte, ich komme aus Afrika"
Geboren am 29. Januar 1960, war Louganis' Sprung ins Leben nicht ganz so elegant wie später vom Sprungbrett ins Wasser. Seine leiblichen Eltern waren Teenager auf Hawaii, überfordert damit, ein Kind großzuziehen und so wurde Greg als Baby zur Adoption freigegeben. Das allerdings war komplizierter als gedacht. Der kleine Greg hatte einen dunkleren Teint, die meisten Adoptiveltern aber wollten Kinder mit blondem Haar und blauen Augen.
1984 traf er das erste Mal seine leiblichen Eltern wieder, sein Vater war aus Samoa, seine Mutter stammte aus Schweden, entsprechend waren seine genetischen Merkmale verteilt. Gregs Adoptiveltern Frances und Pete Louganis störten sich nicht an seiner dunkleren Hautfarbe. Da Frances keine eigenen Kinder bekommen konnte, hatte sich das Paar an das Sozialamt gewandt, mit neun Monaten kam Greg zu ihnen. Die Louganis hatten zuvor bereits Despina adoptiert, ein anderthalbjähriges Mädchen, das indisches, französisches, italienisches und britisches Blut in seinen Adern hatte.
Mama Louganis stammte aus einer texanischen Farmerfamilie und zog in den späten 1940er -Jahren ins kalifornische San Diego. Pete stammte aus Boston und war griechischer Abstammung. Er hatte ein leichtes Alkoholproblem, besonders beim frühreifen Gregory Efthimios alias Greg musste Frances ihren aufbrausenden Ehemann immer wieder zügeln. Auch die Schule war für Greg unter diesen Umständen kein kindgerechter Zufluchtsort. Wegen seiner dunklen Hautfarbe wurde Greg von den weißen Kindern der Nachbarschaft mehr als einmal als "Nigger" beschimpft". "Zu der Zeit wusste ich nicht, wer oder was ich war", schreibt Louganis in seiner Autobiografie. "Ich wusste, dass mein leiblicher Vater aus Samoa stammte, aber ich wusste nicht, wo Samoa lag. Ich dachte, ich komme aus Afrika, also machte es für mich irgendwie auch Sinn, warum sie mich so nannten."
Der junge Greg Louganis war Legastheniker und stotterte, er litt unter Asthmaanfällen, für seine Mitschüler war er schlicht "zurückgeblieben". Darüber hinaus wurde er wegen seines Interesses an Tanz, Schauspiel und Trampolinspringen als "Weichei" beschimpft. Wie so oft schlugen die Beschimpfungen in körperliche Misshandlungen um, Greg wurde in der Schule oft verprügelt. Weil er sich zu sehr schämte, erzählte er zu Hause davon kein Wort.
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Greg Louganis
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Drei Selbstmordversuche
Greg Louganis tat sich schwer damit, seinen Weg im Leben zu finden. Das Gefühl der Ungerechtigkeit, sein Wunsch nach Rache erwiesen sich als selbstzerstörerisch. Mit 12 Jahren erkrankte er an einer schweren Depression. Um seinen Problemen zu entkommen, begann er zu trinken. Er stritt sich mit seiner Mutter, die ihn in eine Erziehungsanstalt schicken wollte. Es folgten insgesamt drei Selbstmordversuche.
Auch wenn der kleine Louganis weit von dem "Mr. Perfect" entfernt war, als den ihn die englische Zeitung "The Guardian" 1984 nach den Spielen von Los Angeles bezeichnen sollte, sind die Anfänge des künftigen Olympiasiegers genau hier zu finden. Genauer im neuen Garten der Familie Louganis, in der Mitte ein Pool und der junge Greg liebte es, hineinzuspringen.
Greg hatte ein natürliches Bewegungstalent und einen angeborenen Sinn für alles Artistische. Bereits mit 18 Monaten wurde er in den Stepptanzkurs seiner Schwester aufgenommen. Im Alter von dreieinhalb Jahren trat er mit Soloprogrammen auf einer Tanzbühne auf. Auch beim Turnen und auf dem Trampolin war er ausgesprochen begabt. Greg hatte ein Ventil gefunden, mit seinen Frustrationen fertig zu werden.
Mit neun Jahren versuchte er seine Trampolinübungen auf einem Sprungbrett im örtlichen Schwimmbad zu wiederholen. Meistens endete dies mit einem Bauchklatscher. Aus Sorge, dass er sich verletzen könnte, bezahlte ihm seine Mutter 1969 ein Kurs im nahe gelegenen Schwimmbad von La Mesa. "Es war nicht so, dass meine Mutter dachte, dass ich ein großer Springer werden würde, sie wollte nur nicht, dass ich mir das Genick breche", erzählt Louganis in seiner Biografie. Keine sieben Jahre später würde Greg Louganis an seinen ersten Olympischen Spielen teilnehmen.
Der Pool, das Wasser, das Eintauchen halfen dem Teenager Louganis nicht in einem Meer aus Mobbing und Selbstzweifeln unterzugehen. "Das Einzige, was ich hatte, war meine Leistung, das gute Gefühl, auf dem Sprungbrett zu stehen", erzählt Louganis in der "ESPN"-Dokumentation "Thicker Than Water". Und: "Ich dachte, das wäre das Einzige, was ich als Person zu bieten hatte. Deshalb war es so wichtig für mich, der absolut Beste zu sein."
Nicht mehr lange danach sollte sich Greg Louganis als der Beste der Welt erweisen, was sein Trainer Ron O'Brien schon viele Jahre vorher wusste: "Ich würde Greg als den besten Wasserspringer bezeichnen, den es je gegeben hat. Als er anfing, lag der US-Rekord mit den meisten nationalen Titeln bei 28 Meisterschaften. Als Greg sich zur Ruhe setzte, hatte er 47 gewonnen." Ron O'Brien hatte Louganis als Zehnjährigen das erste Mal springen sehen und er war von Anfang an beeindruckt von diesem Jungen, "der eine andere Qualität und eine andere Präsenz besaß, als ich sie bei irgendeinem anderen Springer jemals gesehen hatte."
Der Nurejew des Wasserspringens
In einem Interview mit der französischen Zeitung "Le Monde" aus dem Jahr 1988 führte Ron O'Brien die Dominanz seines Sportlers in seiner Disziplin auf seine tänzerischen Fähigkeiten zurück. "Das war Gregs entscheidender Beitrag für das Wasserspringen. Dank ihm haben die Wasserspringer verstanden, dass sie Künstler sind. Greg Louganis auf dem Sprungbrett, das ist, als würde man Mikhail Baryschnikow beim Tanzen zu sehen." Für O'Brien, das war offensichtlich, war sein Athlet ein Baryschnikow oder ein Rudolf Nurejew. Zur "Washington Post" sagte er einmal: "Einer von beiden hat mal gesagt: 'Tanzen bedeutet, die Illusion zu erzeugen, dass man nichts tut.' Das ist es, was Greg auf dem Sprungbrett macht. Er lässt alles mühelos aussehen."
Louganis besaß in der Tat eine große Anmut auf dem Brett, die er mit ungeheurer Kraft kombinieren konnte. Er war zum Wasserspringen geboren. Seine Größe von 1,75 Metern und sein Gewicht von 68 Kilogramm waren ideale Maße für seine Disziplin. Dazu seine Athletik, Louganis konnte aus dem Stand 93 Zentimeter weit springen. "Greg hatte eine außergewöhnlich ästhetische Sprungtechnik. Er war ein Typ, der sowohl körperlich als auch in der Ausführung des Sprungs perfekt war. Er war weder steif noch ungelenk, er hatte eine tolle Beinlinie und war gleichzeitig superkraftvoll", sagt Jérôme Nalliod, ein französischer Springer, der 1988 an den Spielen in Seoul teilnahm. "Er sah so aus, als wäre er uns allen in Sachen Technik 15 Jahre voraus."
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Greg Louganis 1988 in Seoul
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So viel Talent sprach sich herum. Schnell fand Greg in Dr. Sammy Lee einen Mentor für seine Karriere. Dr. Lee hatte einen Abschluss in Medizin, vor allem aber war er zweifacher Olympiasieger vom Zehnmeterbrett - 1948 in London und vier Jahre später in Helsinki. Da er auch der erste asiatisch-stämmige Amerikaner war, der eine olympische Goldmedaille für die Vereinigten Staaten gewann, wusste er auch in Sachen Diskriminierung bestens Bescheid. Für Greg war Dr. Lee das Beste, was ihm passieren konnte. "Als ich ihn das erste Mal sah, wusste ich, dass er der weltbeste Wasserspringer werden würde, wenn er den richtigen Trainer hat." Und Dr. Lees sah Louganis das erste Mal im Alter von elf Jahren. Greg konnte höher springen als alle seine Altersgenossen und er stellte auch diejenigen in den Schatten, die ein paar Jahre älter waren als er.
"Mit jemandem wie ihm müssen sie die Punktwertungen auf 11 oder 12 anheben", frotzelte Lee gegenüber "Sports Illustrated". 1974 begann Dr. Lee mit Louganis zu trainieren. Sein erklärtes Ziel: die Spiele von Montreal zwei Jahre später. Er nahm ihn unter seine Fittiche, formte ihn und Louganis, gerade mal 16 Jahre alt, qualifizierte sich für die Wettkämpfe vom 3- und 10-Meter-Bett. Während die "Evening Tribune" aus San Diego davor warnte, dass Louganis möglicherweise noch zu jung sei, hatte Dr. Lee keinen Zweifel an Louganis' Olympiatauglichkeit. "Zur Hölle damit! Vielleicht bin ich 1980 gar nicht mehr da. Greg fährt da hin, um zu gewinnen!" Montreal wurde die Geburtsstunde eines großen Champions.
"In vier Jahren wirst du hier oben stehen"
Dr. Lees Prognose für Montreal trat dennoch nicht ein. Louganis gewann nicht, aber er sorgte für reichlich Furore. Nach einem sechsten Platz vom Dreimeter-Brett ließ ihn beim Turmspringen nur der italienische Favorit Klaus Dibiasi hinter sich. Der "Blonde Engel" aus Südtirol gewann seine dritte olympische Goldmedaille nur knapp vor einem jungen Amerikaner, den keiner kannte. Louganis war sehr enttäuscht, Dibiasi aber wusste genau, dass er seinen Nachfolger gefunden hatte. Bei der Siegerehrung flüsterte er Louganis ins Ohr: "In vier Jahren wirst du hier oben stehen". Tatsächlich sollte es noch acht Jahre dauern.
Die Spiele von Montreal waren für Louganis auch der Moment, in dem er sich zum ersten Mal zu seiner sexuellen Orientierung bekannte. Nicht öffentlich, sondern gegenüber Scott Cranham, einem kanadischen Springer, den er seit seiner Kindheit kannte. "Ich dachte, er könnte die Person sein, der ich mich anvertrauen konnte. Zum einen glaubte ich, dass auch er schwul ist. Und er studierte Psychologie am College, also hoffte ich, dass er ein offenes Ohr haben würde", schreibt Louganis in seiner Autobiografie "Breaking the Surface".
Aber: Cranham konnte damit nicht umgehen. Er war zwar tatsächlich schwul, wollte das aber für sich behalten. Für den 16-jährigen Louganis ein herber Rückschlag. Er fühlte sich "enttäuscht und traurig und wütend und total allein", schreibt Louganis. Er musste akzeptieren lernen, dass er anders war. Wenn er mit seinen Teamkollegen unterwegs war, stellte er fest, dass niemand Lust hatte, mit ihm ein Zimmer zu teilen. Oft wurde er mit einem der Trainer zusammengelegt oder er bekam ein Einzelzimmer. "Im Nachhinein weiß ich gar nicht, ob sie wirklich homophob waren. Ich kenne die meisten Jungs seit vielen Jahren und meine sexuelle Identität war für die meisten nie ein Thema. Aber zu der Zeit war ich mit Abstand der Beste. Gut möglich, dass es einfach nur Eifersucht war", sagte Louganis in "Thicker Than Water".
Seine Erfolge halfen Louganis mit der Situation umgehen zu können. Mit 21 Jahren hatte er bereits mehr nationale Meistertitel gewonnen als jeder andere Springer in der Historie seines Landes. Als er seine Karriere beendete, waren es 47. 1978 gewann er in West-Berlin auch seinen ersten Weltmeistertitel vom Zehnmeter-Turm. Louganis war eindeutig der Mann, den es im olympischen Zyklus zu schlagen galt, wurde aber durch den Kalten Krieg ausgebremst. Der US-Boykott der Spiele von Moskau 1980 legte seine Ambitionen bei Olympia erst mal vier weitere Jahre auf Eis.
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Greg Louganis
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Besser als Carl Lewis
Als Greg Louganis 1984 nach Los Angeles reiste, hatte er nichts von seinem Können und seiner Ausstrahlung eingebüßt, er war immer noch der kompletteste Springer seiner Generation. Schon 1982 bei den Weltmeisterschaften in Guayaquil, Ecuador, hatte er das auf beeindruckende Weise bewiesen. Bei seinem letzten Sprung vom Dreimeter-Brett erzielte Louganis eine Wertung von 92,07 Punkte. Nie zuvor wurde ein einzelner Sprung höher bewertet. Der Zweitplatzierte hatte im Endklassement einen Rückstand von mehr als einhundert Punkten. Am Turm setzte sich seine Dominanz fort, als er von allen sieben Wertungsrichtern ein die Note zehn erhielt - eine perfekte Wertung. Nie zuvor hatte es das bei einem großen internationalen Wettkampf gegeben. Louganis war damit auch der erste Wasserspringer, der bei einer Weltmeisterschaft Doppelgold gewann.
So war es auch keine große Überraschung, dass Louganis seine Form bis zu den Olympischen Spielen zwei Jahre später halten konnte und der erste Springer seit Peter Desjardins im Jahr 1928 wurde, der olympisches Doppelgold gewann. Louganis sprang dem restlichen Feld buchstäblich davon. Am Dreimeter-Brett war er mit 754,41 Punkten mehr als 92 Punkte besser als sein schärfster Konkurrent. Am Zehnmeter-Turm war es ähnlich: Louganis holte 710,91 Punkte, sein Landsmann Bruce Kimball lag auf Platz zwei mehr als 67 Punkte zurück. Louganis' Trainer Ron O'Brien war überwältigt von seinem Schützling: "Ich würde sagen, das war wie ein Sprung über neun Meter im Weitsprung oder ein 100-Meter-Lauf in 9,5 Sekunden." In den Augen seines Trainers übertraf das, was Louganis gelungen war, sogar die Heldentaten von Carl Lewis während dieser Spiele.
Im Gegensatz dazu befand sich Greg Louganis' Privatleben im freien Fall. Die beiden Männer, die in den 1980er-Jahren ihr Leben mit ihm teilten, machten es ihm zur Hölle. Allen voran Jim Babbitt, der vom Liebhaber zum persönlichen Manager Louganis' aufgestiegen war, ihn gleichzeitig aber physisch und psychisch misshandelte. Babbitt, der in Louganis' Autobiografie einen anderen Namen ("Tom Bennett") trägt, setzte Louganis permanent herab und schaffte es sogar, einen beträchtlichen Teil seines Geldes abzuzweigen. Wenn Sponsoren ausblieben, erinnerte "Bennett" seinen Freund daran, dass das alles nur daran liegen würde, weil er schwul sei. Als wäre das alles nicht genug, vergewaltigte Bennett Greg Louganis einmal mit einem vorgehaltenen Messer.
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Greg Louganis 1984 in Los Angeles
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Die Geißel AIDS
Die 1980er-Jahre waren in vielerlei Hinsicht ein glorreiches Jahrzehnt für Amerika, es waren aber auch die Jahre, in denen sich ein unbekannter und gefährlicher Virus über das Land ausbreitete. Auch AIDS war eine Pandemie, die Ende der 70er-Jahre im Westen des Landes auftauchte, Horrorgeschichten auslöste und schnell zur Stigmatisierung von bestimmten Gruppen führte: Homosexuelle, Bluter oder Heroinabhängige. Religiöse Fanatiker waren überzeugt, dass Menschen für ihre sexuelle Orientierung bestraft würden, sie bezeichneten Aids als "Schwulenkrebs".
Dass auch Greg Louganis das Virus in sich tragen könnte, kam ihm zunächst nicht in den Sinn. Er wusste, dass er weder mehrere Partner hatte, noch ein besonders ausschweifendes oder riskantes Liebesleben führte. Als er erfuhr, dass Kevin, sein Lebensgefährte aus den frühen 1980er-Jahren, HIV-positiv diagnostiziert worden war, ließ sich auch Louganis testen. "Ich bekam es mit der Angst, als einige von Tom Bennetts Freunden krank wurden und starben. 1987 schrieb mir Kevin, dass auch er HIV hat. Ich hatte das Gefühl, dass er mir die Schuld gab. In dem Brief bat er mich, dass ich mich testen lassen sollte."
Zeitgleich kamen die Spiele von Seoul immer näher. Mehr und mehr überwog die Angst vor der Krankheit die Angst darüber, dass er seinen olympischen Traum vielleicht selbst zerstört haben könnte. Anfang 1988 konnte er das Virus nicht mehr länger verdrängen. Als Bennett, von einer Gürtelrose und Atemproblemen geplagt, in ein Krankenhaus ging, schloss sich Louganis ihm an. Greg ließ einen Aidstest machen und das Ergebnis war so, wie er es befürchtet hatte: Er war HIV-positiv. "Du hörst ein Summen in deinem Kopf, du verstehst nicht alles, was man dir sagt. Ich hatte panische Angst, weil ich gesehen hatte, wie Menschen an dem Virus starben. Ich dachte: 'Mein Gott, es ist vorbei'", erklärte er in der Doku "Thicker Than Water".
"Damals dachten wir alle, HIV ist ein Todesurteil. Es war noch sechs Monate bis zu den Olympischen Spielen und für mich schien klar: 'Nun, ich werde meine Koffer packen und nach Hause gehen, mich in meinem Haus einschließen und auf den Tod warten.'" Der Arzt, der ihn ins Krankenhaus begleitet hatte, ein angeheirateter Cousin, brachte ihn auf andere Gedanken. Er riet ihm, sich in Form zu halten und positiv zu bleiben, das sei der beste Schutz gegen eine schnelle Erkrankung. Louganis unterzog sich einer sehr aggressiven Behandlungsmethode und musste rund um die Uhr das antivirale Medikament AZT einnehmen, das die Entstehung von Retroviren verhindern sollte. "Es war damals das einzig verfügbare Medikament. Tag und Nacht, alle vier Stunden musste ich zwei Tabletten nehmen."
"Wir stehen das gemeinsam durch"
Das Geheimnis um seine Erkrankung war für ihn schwer zu ertragen. "Es gab damals keine Option sich zu öffnen und ehrlich zu sein. Es gab kaum Mitgefühl mit AIDS-Erkrankten", erinnert sich Louganis. Nur eine Person würde ihn verstehen, da war er sich sicher: Ron O'Brien, sein Trainer seit zehn Jahren. Sie waren auch außerhalb des Schwimmbeckens gute Freunde geworden. Ron hatte einen beruhigenden Einfluss auf Louganis. Nach Los Angeles 1984 hatte er seinen Schützling davon überzeugt, seine Karriere bis einschließlich Seoul 1988 zu planen. Was er bisher erreicht hatte, war außergewöhnlich, aber er würde nur dann als Legende in die Geschichte seines Sports eingehen, wenn er bei den nächsten Olympischen Spielen noch einmal ein Double-Double landen würde, wie die Amerikaner das nennen. Ein weiteres Mal Doppelgold also.
Als Greg Louganis im Frühjahr 1988 in einem Hotelzimmer in Washington den Mut aufbrachte, O'Brien von seiner HIV-Erkrankung zu erzählen, zuckte sein Trainer nicht mit der Wimper. "Wir werden das gemeinsam durchstehen", sagte er und umarmte Louganis. Gemeinsam wägten sie die mögliche Gefahr ab, die Louganis für andere darstellen konnte. Sie waren sich einig darüber, die Erkrankung geheim zu halten.
"Greg wollte nicht, dass irgendjemand davon erfährt. Er hatte Angst, dass Südkorea ihn nicht einreisen lassen würde, dass er nicht zum Wettkampf zugelassen wird", erzählte O'Brien in "Thicker Than Water". "Wenn er eine Kontaktsportart betrieben hätte, hätte ich gesagt: 'Du kannst nicht gehen', und ich hätte es gemeldet. Aber beim Wasserspringen hat man überhaupt keinen persönlichen Kontakt. Ich glaube, wenn unser Nationales Olympische Komitee herausgefunden hätte, dass er HIV-positiv ist, hätten sie ihm den Platz im Team weggenommen."
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Greg Louganis steigt 1988 in Seoul verletzt aus dem Becken
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Aufprall in Seoul
Der 19. September 1988, die Qualifikation für das Finale vom Dreimeterbrett. Nach acht Durchgängen alles wie geplant. Wie erwartet lag Louganis in Führung vor Tan Liangde, Silbermedaillengewinner von Los Angeles und der einzige, der ihn in den letzten sieben Jahren hatte besiegen können. Dann kam der neunte Sprung: ein Doppelsalto mit halber Schraube rückwärts gehechtet. Es war eine Übung, die Louganis beherrschte, aber schon vor dem Sprung wusste Coach O'Brien, dass etwas nicht stimmte. "Ich hatte diesen Knoten im Magen. Als er absprang, ahnte ich es bereits. Es war nur die Frage, wie schlimm es werden würde."
Auf dem Weg nach unten schlug der Scheitel von Louganis' Kopf dumpf auf dem Sprungbrett auf. Louganis' erste Gefühlsreaktion galt nicht der Sorge vor einer blutenden Verletzung, der zweifache Olympiasieger und fünffache Weltmeister war in seinem Stolz gekränkt. Wie konnte ausgerechnet ihm so etwas vor den Augen der ganzen Welt passieren? Louganis hatte nur einen Wunsch: unter Wasser bleiben und verschwinden. Schließlich tauchte er doch noch auf und verließ den Pool. Es war keine größere Verletzung. Nichts im Vergleich zu dem Unfall, den er 1979 während eines Ländermeetings zwischen den USA und der UdSSR erlitten hatte, als er mit dem Kopf ans Brett schlug und danach 20 Minuten lang bewusstlos war. Nur Ron O'Brien kannte seine Sorge, dass sein Geheimnis nun womöglich herauskommen könnte.
Jérôme Nalliod, der den Unfall beobachtete, erinnert sich an die Minuten danach: "Als er mit dem Kopf aufprallte, saß ich gerade im Whirlpool nebenan und bereitete mich auf meinen Sprung vor. Natürlich beobachtete ich ihn, es war ja Louganis, und der Doppelsalto war normalerweise sein bester Sprung. Er kam aus dem Wasser und hielt sich den Kopf. Der belgische Trainer Jan Snick fing an, seinen Kopf abzutasten. Ich erinnere mich, dass Louganis sofort die Wunde bedeckte und zum Aufenthaltsbereich der Athleten unter der Tribüne steuerte. Zu der Zeit wusste ich natürlich nicht, dass er HIV-positiv war. Der mexikanische Springer Jesus Mena und ich gingen hoch um das Brett zu säubern, wir beide waren natürlich barfuß, hatten auch mal Kratzer an Beinen und Füßen... Als seine Biografie herauskam, habe ich sofort einen HIV-Test gemacht. Es muss für ihn schwer gewesen sein, er hat riskiert, dass andere sich anstecken können, sagen konnte er aber auch nichts. Auch unter uns Springern haben wir viel darüber gesprochen - eine sehr komplizierte Situation."
Natürlich gab es Boulevardmedien, die den Unfall von Seoul mit Bekanntwerden seiner Erkrankung Mitte der 1990er Jahre rückblickend skandalisierten und Louganis' Verhalten stark kritisierten. Inzwischen ist jedoch erwiesen, dass keiner seiner Kontrahenten an diesem Tag ernsthaft gefährdet war. Das Risiko einer Ansteckung war aus zwei Gründen verschwindend gering. Die Menge an Blut, die ins Wasser gelangt war, war zu gering, außerdem hätte das Chlor im Pool das Virus unmittelbar abgetötet.
Damals wusste es auch Louganis nicht besser. Er hatte eine offene Wunde, die genäht werden musste. Der amerikanische Arzt Jim Puffer, der sich um die Wunde kümmerte, trug keine Schutzhandschuhe. Louganis' war wie gelähmt, aus Angst vor den möglichen Konsequenzen. "Ich war so fassungslos. In dem Moment ging mir alles durch den Kopf: 'Was ist meine Verantwortung? Soll ich etwas sagen?' Ich wollte etwas sagen, aber ich wusste, dass ich in einem Land war, in dem ich wahrscheinlich sofort abgeschoben worden wäre. Ich hätte nicht zu Ende bringen können, was ich angefangen hatte. Ich hatte schreckliche Angst."
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Greg Louganis
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Der Angst ins Auge springen
Louganis war ratlos. Was sollte er tun? Sich outen? In den Wettkampf zurückkehren? Das Handtuch werfen? Ron O'Brien übte keinen Druck auf ihn aus und sagte, welche Entscheidung er auch immer treffen würde, sie wäre die richtige. Auch er hatte einen schwarzen Tag erwischt, seine Mutter war am selben Tag verstorben. Dennoch ermutigte er Louganis und versuchte die Situation herunterzuspielen. Louganis erinnert sich:
"Um mich zu beruhigen, sagte Ron: 'Nun, Eishockeyspieler werden oft von einem Puck im Gesicht getroffen und müssen mit bis zu fünfzig Stichen genäht werden. Danach gehen sie wieder aufs Eis und spielen das Spiel fertig. Du musst nur mit vier Stichen genäht werden und musst nur noch zwei Sprünge machen. Ich weiß, dass dein Selbstvertrauen total am Boden liegt. Aber wenn du nicht an dich selbst glauben kannst, dann glaube an mich.'"
Nach einem kurzen Spaziergang außerhalb der Halle entschied Louganis, dass er weitermachen würde. Und als er wieder auf dem Sprungbrett stand, versicherte ihm die Reaktion des Publikums, dass es die richtige Entscheidung war. "Als ich auf dem Brett stand und meine Arme und Beine ausschüttelte, riefen sie meinen Namen. Zu meiner Überraschung gab es donnernden Applaus. Dann, als mein Sprung angekündigt wurde, wurde es unheimlich still in der Halle. Man konnte die Spannung spüren, ich hatte Angst. Ich hatte immer noch nicht herausgefunden, was ich beim letzten Mal falsch gemacht hatte, und jetzt stand ich kurz davor, wieder einen Sprung zu machen, der mir Kopf und Kragen kosten konnte. Ich wollte mich nicht vor all diesen Leuten blamieren. Mir wurde klar, dass das Publikum wollte, dass ich einen guten Sprung mache."
Das Ergebnis des Sprungs: 87,12 Punkte. Der beste Sprung der gesamten Qualifikation wurde mit stehenden Ovationen bedacht. Ein weiterer guter Durchgang brachte Greg nach der verpatzten Wertung mit dem Aufprall zurück auf den dritten Platz der Gesamtwertung. Das Finale am nächsten Abend war alles andere als einfach, endete für ihn jedoch erneut mit Doppelgold.
Während Louganis das Dreimeter-Finale mit einem komfortablen Vorsprung vor Liandge gewann, blieb das Turmspringen bis zur letzten Sekunde spannend. Vor seinem letzten Sprung lag Louganis hinter Xiong Ni. Um den Chinesen noch abzufangen, musste er einen Sprung wählen mit einem deutlichen größeren Schwierigkeitsgrad. Louganis entschied sich für den berüchtigten 307C, einen dreieinhalbfachen Rückwärtssalto, der nach dem tödlichen Unfall des Russen Sergei Chalibashvili im Jahr 1983 als "Dive of Death" bekannt geworden war: der Todessprung.
Louganis gelang ein nahezu perfekter Satz. Er sicherte sich die Goldmedaille mit einem hauchdünnen Vorsprung von 1,14 Punkten. Louganis war der erste Mann, der bei zwei aufeinander folgenden Olympischen Spielen im Wasserspringen je zwei Mal Gold aus dem Becken fischen konnte und trat damit in die Fußstapfen von Patricia McCormick, der in den 1950er Jahren das gleiche Kunststück bei den Frauen gelungen war.
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Greg Louganis
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Künstler in der zweiten Karriere
Louganis Konkurrenz war seit seinem olympischen Debüt in Montreal stetig größer geworden. "1976 war ich nur Haut und Knochen, 1984 war ich so, wie ich sein sollte, 1988 brachte ich schon zu viel auf die Waage", erinnert sich Louganis. "Es schien an der Zeit zu sein, dass er aufhört", bestätigte sein Konkurrent, der französische Wasserspringer Jérôme Nalliod. "Bei seinen Rückwärtssprüngen war er in Seoul immer sehr nah am Sprungbrett. Er war ein bisschen schwerer, deshalb musste er auch mehr Risiko eingehen."
Die Olympischen Spiele in Los Angeles 1984 hatten ihn zum Star gemacht, die Spiele von 1988 machte ihn zur Legende. Doch auf seinem letzten Podium ließ Louganis' seine Gedanken schweifen, weit über seine Erfolge und seine Medaillen hinaus. Vermutlich ausgelöst durch die Kopfverletzung und seine HIV-Erkrankung. Im größten Moment seines Lebens machte er sich Gedanken über den Tod. "Wann werde ich sterben?", fragte er sich.
Mehr als drei Jahrzehnte später ist Greg Louganis immer noch am Leben. Die folgenden Jahre waren sehr schmerzhaft für ihn, der mit ansehen musste, wie viele seiner Freunde und ehemaligen Partner an Aids starben - und sein Vater an Krebs.
Nach seiner sportlichen Karriere wurde Louganis zu dem Künstler, der er ohnehin vorher schon war. Er spielte in mehreren Filmen mit, unter anderem 1997 in dem Aids-Drama "Touch Me", und er spielte die Rolle des Darius in der Off-Broadway-Produktion Jeffrey, einem Stück, das das Leben eines jungen, schwulen Mannes in Zeiten von Aids erzählt. Louganis war nach seiner sportlichen Karriere vieles: Schauspieler, Autor, Medienexperte, LGBT-Aktivist, Mentor der US-Wasserspringer. Das Einzige, was er nicht mehr getan hat, ist, nun ja, er ist nicht mehr Hals über Kopf ins Wasser gesprungen. Sein Haus in Malibu hat einen Swimmingpool, aber kein Sprungbrett.
2013 heiratete Louganis seinen langjährigen Partner, drei Jahre bevor er schließlich doch noch auf der Vorderseite einer Wheaties-Packung mit seinem Konterfei erscheinen durfte. Den inneren Konflikt seiner Aids-Erkrankung und seinen Umgang mit ihr hat Louganis nie ganz ablegen können. Dass er seine Erkrankung öffentlich gemacht hat, hat er aber nie bereut. "Ich wollte mit meiner Geschichte Menschen mit HIV motivieren, Verantwortung zu übernehmen und zu verstehen, dass das Leben noch nicht vorbei ist, dass Aids kein Todesurteil mehr ist."
Greg Louganis ist immer noch smart und attraktiv, ein Best Ager im besten Sinne. Er fühlte sich selten so lebendig wie heute, sagt er.
Geschrieben von Maxime Dupuis, übersetzt von Thilo Komma-Pöllath
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Outing als Zeichen der Stärke: Olympia-Held Louganis inspiriert die Welt
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