Motorsport-Total.com
24 Stunden von Le Mans - Porsche trotz starkem Rang zwei frustriert: "P2 ist sicher nicht das, was wir wollten"
Von
Publiziert 16/06/2025 um 09:43 GMT+2 Uhr
Porsche ist bei den 24 Stunden von Le Mans 2025 fast das Unmögliche gelungen. Das Team schlug den favorisierten Ferraris beinahe ein Schnippchen. Am Ende fehlten Kévin Estre, Matt Campbell und Laurens Vanthoor im Porsche #6 gerade einmal 14,084 Sekunden für den 20. Gesamtsieg an der Sarthe - und den ersten eines LMDh-Prototypen. Dementsprechend gemischt sind die Gefühle bei den Zuffenhausenern.
Highlights: Gelber Ferrari hält das Werksteam in Schach
Quelle: Eurosport
Bei den Fahrern überwog zunächst einmal der Frust. "Zwischen den Ferraris [landen] ist nicht das, was wir wollten. Heute ist es mehr Frustration als etwas anderes", sagte etwa der Franzose Estre nach dem Rennen.
Sein Teamkollege Campbell stieß ins gleiche Horn: "P2 ist sicher nicht das, was wir wollten, und natürlich sind wir jetzt ziemlich enttäuscht." Auf der anderen Seite konnte man bei Porsche stolz darauf sein, den überlegen scheinenden Ferraris bis zum Schluss Paroli geboten zu haben. Das Trio im Porsche #6 ließ beide Werks-499P hinter sich.
Entsprechend fiel das Fazit beim Management positiv aus. "Heute ist der zweite Platz für uns eigentlich ein Mega-Sieg", hielt Motorsportchef Thomas Laudenbach fest.
"Nüchtern betrachtet, können wir sehr zufrieden und sehr stolz sein. Ein riesiger Dank geht an die Mannschaft, denn die hat heute Moral bewiesen, einschließlich unserer Fahrer, die eigentlich keine Fehler gemacht haben."
/origin-imgresizer.eurosport.com/2025/06/15/image-68f7f1e0-00c6-4d56-a0ff-91e548bc938e-85-2560-1440.jpeg)
Ferrari zum Dritten: die Siegerehrung bei Le Mans 2025
Quelle: Eurosport
Porsche hofft bis zum Schluss
Keine Fehler war genau das richtige Stichwort. Denn eine nahezu fehlerfreie Leistung des Fahrer-Trios und der Mechaniker sorgte überhaupt erst dafür, dass Porsche bis zum Schluss hoffen durfte. Die Ferraris dagegen stellten sich mehr als einmal ein Bein, das anschaulichste Beispiel war der Dreher von Alessandro Pier Guidi bei der Boxeneinfahrt.
Früh zeichnete sich ab, dass der Sieg nur über die italienische Nobelmarke gehen würde. "Ab der dritten Stunde haben sie wirklich aufgedreht und sind schnell nach vorne gekommen." Doch jeder der drei 499P sammelte im Rennverlauf zwei empfindliche Zeitstrafen ein, die sie in ihrem Vorwärtsdrang wieder unterbrachen.
Im Gegenzug drehte Porsche vor allem in der Schlussphase auf, Estre brannte als Schlussfahrer Qualifying-Runden in den traditionsreichen Asphalt von Le Mans.
"Wir haben nicht aufgegeben und immer voll gepusht. Quali-Runde nach Quali-Runde in Le Mans ist nicht einfach mit dem ganzen Verkehr und allem, was passieren kann", merkte der 36-Jährige an.
/origin-imgresizer.eurosport.com/2025/06/15/image-57903e6f-1890-45f0-8398-88bc26124340-85-2560-1440.jpeg)
Letzte Runde von Le Mans: Kubica macht im gelben Ferrari den Sieg klar
Quelle: Eurosport
Laudenbach lobt Estre
Laudenbach verriet, dass Estre dabei nicht kopflos auf die Jagd gegangen sei: "Er hat es dann auch dosiert. Als wir gesagt haben: 'Den Kubica kriegen wir nicht mehr', und er hatte schon seine Tracklimits aufgebaut, hat er das unglaublich intelligent nach Hause gefahren."
Und Campbell stellte klar, dass Energiemanagement da keine Rolle mehr spielte: "In den ersten drei Rennvierteln haben wir immer versucht, unsere Stints auszudehnen und 13 Runden zu fahren. Wir haben natürlich wie die Hölle gepusht, aber trotzdem auch viel Energiemanagement betrieben, um die Strategie möglich machen zu können."
Das eigene Höllentempo in Kombination mit den Patzern bei Ferrari ließ Hoffnung aufkeimen. "Am Schluss müssen wir sagen, dass die Nummer 6 eigentlich ein nahezu perfektes Rennen gefahren ist. Und die Ferraris hatten dann doch das eine oder andere Thema, auch mit Strafen, sodass wir nochmal in Schlagdistanz gekommen sind."
"Deswegen muss man sagen, haben wir eigentlich viel mehr erreicht, als wir erwartet hätten." Nachsatz: "Da muss man sich für die Zukunft sicherlich auch mal Gedanken darüber machen." Denn erneut war es kein LMDh, der die Oberhand in Le Mans behielt, sondern ein nach ACO-Reglement gebautes Hypercar. 14,084 Sekunden fehlten.
Das könnte Dich auch interessieren: "Road Rage" in Le Mans! Fahrer rastet nach Crash völlig aus
/origin-imgresizer.eurosport.com/2025/06/15/image-a7d20f8a-50ac-4615-b43b-2ce790d3faaf-85-2560-1440.jpeg)
Dieser Fehler kostet im Podiumskampf: Ferrari #50 auf Abwegen
Quelle: Eurosport
Ähnliche Themen
Werbung
Werbung