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Ganz bittere Panne: Toyota wechselte falschen Reifen bei Führungsauto

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Mike Conway, Kamui Kobayashi, Jose Maria Lopez (Toyota n°8) - 24 Hours of Le Mans 2019

Fotocredit: Getty Images

VonMotorsport-Total.com
16/06/2019 Am 17:18 | Update 16/06/2019 Am 17:28

Das Rätsel um das Drama rund um den Toyota #7 (Conway/Kobayashi/Lopez) bei den 24 Stunden von Le Mans 2019 ist gelöst: Jose-Maria Lopez fing sich eingangs der letzten Stunde mitnichten zwei Reifenschäden hintereinander rein. Es war nur ein Reifenschaden, doch Toyota wechselte versehentlich einen intakten Pneu aus. Schuld ist das Reifenluftdruck-System des Toyota TS050 Hybrid.

"Der Sensor hat den falschen Reifen gemeldet", sagt Toyota-Technikchef Pascal Vasselon.

Wir mussten einen weiteren Stopp einlegen, weil wir den kaputten Reifen noch auf dem Auto hatten.
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Warum nicht vier Reifen getauscht wurden

Natürlich stellt sich sofort die Frage: Warum hat Toyota nicht gleich alle vier Reifen gewechselt, sondern nur einen getauscht? Ironie des Schicksals: Eigentlich, um Reifenschäden zu verhindern. Toyota hatte nämlich keine frischen Reifen mehr. Das Kontingent von zwölf Reifensätze für das ganze Rennen war aufgebraucht. (Fernando Alonso: Verdienen diesen Sieg nicht)

"Pechito" Lopez hatte gerade einen frischen Satz Reifen erhalten, als der Reifenschaden auftrat. "Wir hätten sonst einen kompletten Satz montiert, der schon vier Stints auf dem Buckel hatte. Das ist nicht ideal, wenn man sicher ins Ziel kommen möchte." Denn es gilt: Je abgefahrener der Reifen, umso größer das Risiko zum Reifenschaden.

"Das ist Risikomanagement", erklärt Vasselon. "In diesem Fall wäre es natürlich besser gewesen, alle vier zu wechseln. Aber das macht man normalerweise nicht. Man möchte in Le Mans nicht mit einem Reifen zu Ende fahren, der schon vier Stints absolviert hat."

Doch genau diese Vorsicht wurde zum Bumerang. Statt des defekten Reifens tauschte Toyota einen intakten aus und schickte Lopez mit dem Plattfuß wieder auf die Strecke.

So fühlte es sich im Cockpit an

Der dreimalige Tourenwagen-Weltmeister schildert den Horrormoment aus seiner Sicht: "Als ich losfuhr, erzählte mir das Auto weiter, dass ich einen Reifenschaden hätte. Aber sie sagten mit, dass sich der Sensor noch nullen würde. Als ich dann in Kurve 1 war, spürte ich, dass etwas falsch und der Reifendruck stark abgefallen war."

Auf sein Team will er nicht losgehen: "Es wäre leicht, die Schuld auf sie zu schieben. Wir müssen auf jeden Fall analysieren, was passiert ist. Natürlich hat es einen Fehler gegeben, wenn ich mit einem Plattfuß an die Box komme und mit einem wieder rausfahre. Als ich an die Box gekommen bin, hatten wir das Rennen noch nicht verloren. Weil ich nicht zu viel verloren hatte und der Vorsprung groß war."

Warum der Plattfuß überhaupt auftrat, kann er sich nicht erklären: "Wir hatten einen frischen Satz für diesen Stint aufgespart, weil wir die Chancen minimieren wollten, dass es auftritt. Es ist seltsam, denn ich habe auf den ersten Kilometern keine Randsteine überfahren und versucht, alles perfekt zu machen. Dann habe ich den Alarm gesehen. Das war nicht zu schlimm, weil ich der Druck nicht zu weit abgesunken war. Ich konnte noch 200 km/h fahren."

Erst nach dem Boxenstopp, bei dem falsche Reifen getauscht wurde, war der Druck so weit abgesunken, dass Lopez schleichen musste. Am Ende der langsamen Runde wurde der Argentinier von Kazuki Nakajima im Schwesterfahrzeug überholt.

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