Nach langem Zittern hatte Köster glückliche Gewissheit: "Endlich der dritte WM-Titel. Darauf habe ich die ganze Zeit hingearbeitet"
Zwei durchwachsene Jahre mit ersten Rückschlägen sind vergessen, das einstige Wunderkind hat sich erneut zum König der Wellenreiter gekrönt - und das ausgerechnet im Mekka der Surfer-Szene. Der entscheidende Wettbewerb vor Ho'okipa geriet zur Nervenprobe.
"Es ist ein besonderes Gefühl, hier vor Hawaii den Titel zu gewinnen", meinte der 21-Jährige erleichtert, 2011 und 2012 hatte er seine ersten beiden Weltmeisterschaften gefeiert. "Ich beglückwünsche ihn zu seinem dritten WM-Titel und bin mir sicher, dass es nicht der letzte war", sagte Surf-Ikone Robby Naish und adelte Köster: "Philip ist eines der größten Talente der Welt. Keiner springt so grandios wie er."
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Philip Köster auf Sylt

Fotocredit: SID

Der Triumph in diesem Jahr ist der bislang wichtigste für Köster, der vor dem erlösenden Jubel nervenaufreibende Stunden durchlebte. Der Sunnyboy war bei schwachen Winden bereits in der Vorrunde ausgeschieden, plötzlich witterte sein größter Konkurrent Victor Fernandez Lopez seine große Chance. "Natürlich bin ich nervös geworden", berichtete Köster, "er ist super gefahren und hat einige richtig schöne Wellen erwischt." Doch am Ende reichte es für den Spanier nur zu Rang sechs - Kösters dritte Titel-Party konnte starten.
Zwei Jahre lang hatte er auf diesen Moment gewartet und dabei in seiner steilen Karriere erstmals auch Misserfolge verkraften müssen. 2013 kegelte ihn eine Staphylokokken-Infektion aus dem Titelrennen, 2014 hatte der 90-Kilo-Athlet vor allem mit den leichten Winden zu kämpfen. Doch Köster reifte durch die neuen Erfahrungen, das Wunderkind von einst ist erwachsen geworden.

Köster ist zum dritten Mal Weltmeister

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"Ich habe nie an mir gezweifelt", meinte der Sohn deutscher Auswanderer und zeigte schon früh in der Saison, dass bei der Vergabe des WM-Titels kaum ein Weg an ihm vorbei führt. Beim Saisonauftakt vor Gran Canaria legte Köster wie in Trance einen Traumritt hin und probierte sogar den Triple Loop - den heiligen Gral der Windsurfer.
Nach einem dritten Platz vor Teneriffa legte er mit einem Sieg vor der dänischen Küste schließlich den Grundstein für das Karriere-Highligt vor Ho'okipa. Viele weitere sollen folgen.
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