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ePrix von Hongkong: Sam Bird gewinnt erstes Rennen - Nick Heidfeld auf dem Podium

Mit Video | Bird gewinnt erstes Rennen trotz Schrecksekunde - Heidfeld auf Podium

02/12/2017 um 09:34Aktualisiert 02/12/2017 um 13:30

Sam Bird hat den Saison-Auftakt der Formel E in Hong Kong gewonnen. Der Brite vom Team DS Virgin Racing setzte sich vor zwei ehemaligen Formel-1-Piloten, dem französischen Pole-Setter Jean-Eric Vergne (Techeetah) und dem Deutschen Nick Heidfeld (Mahindra Racing), durch. Nach einem Crash beim Autowechsel musste Bird eine Durchfahrtstrafe über sich ergehen lassen, siegte aber dennoch.

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Nick Heidfeld (40) ist beim Saisonauftakt der Formel E in Hongkong auf das Podium gefahren. Der frühere Formel-1-Pilot aus Mönchengladbach wurde in seinem Mahindra hinter dem britischen Tagessieger Sam Bird (Virgin) und Jean-Eric Vergne aus Frankreich (Techeetah) Dritter.

Bird war im ePrix nur in der Anfangsphase von der Konkurrenz aufzuhalten. Der Brite behielt am Start Rang zwei und versuchte anschließend verzweifelt, einen Weg an Vergne vorbeizufinden, was ihm schließlich in der 20. Runde mit einem mutigen Manöver gelang. Fortan konnte sich der Virgin-Pilot von seinem Verfolger absetzen und als Erster in die Box abbiegen.

Video - Highlights Hong Kong: Platz da, ich muss auch noch um die Kurve!

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Bird crasht in eigene Boxencrew

Dort hätte Bird seinen Sieg aber fast verspielt, weil er die Einfahrt in seine Garage verpasste und seinen DS-Virgin-Boliden unsanft vor der Box abstellen musste.

Weil der Autowechsel daher nicht in der vorgeschriebenen Zone stattfand, brummte man ihm eine Durchfahrtsstrafe auf.

Die leistete Bird auch wenig später ab. Doch weil die Piloten in der Box kaum Zeit verlieren und er sich bereits einen guten Vorsprung herausgefahren hatte, kam er vor Vergne wieder auf die Strecke.

Video - Nur durch Sprung gerettet: Bird fährt beinahe in seine Boxencrew

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Heidfeld frustriert

Vergne musste in der Folge Heidfeld auf Biegen und Brechen hinter sich halten - was ihm auch gelang.

"Das war einer der frustrierendsten dritten Plätze", haderte Heidfeld im Anschluss und beschwert sich, dass Vergne sich seiner Meinung nach unfair mit mehreren Spurwechseln verteidigt habe. Eine Strafe gab es für Vergne aber nicht, sodass die Reihenfolge auf dem Podium bestand.

Mit der Performance seines Autos war Heidfeld indes zufrieden:

"Die Pace war super. Es wäre mehr drin gewesen."

Video - Crashs mit Donauwalzer: Formel E nimmt sich selbst auf die Schippe

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Nachträgliche Strafe für Engel

Hinter Heidfeld landete Ex-Champion Nelson Piquet jun. in seinem ersten Rennen für Jaguar auf dem vierten Rang.

Den hatte ursprünglich Maro Engel (Venturi) auf der Strecke erfahren, doch weil er zu viel Leistung genutzt haben soll, brummte man ihm nachträglich eine Zeitstrafe auf, die den Deutschen bis auf Rang 14 zurückreichte - im Gegensatz zu Bird konnte er die Strafe nicht mehr im Rennen absitzen und verlor so deutlich mehr Zeit.

Audi, ab dieser Saison als erster deutscher Hersteller mit einem Werksteam am Start, brachte nur einen seiner beiden Wagen in die Top 10. Daniel Abt (Kempten) wurde Fünfter. Titelverteidiger Lucas di Grassi (Brasilien) kam dagegen nur auf den 18. Rang.

Abts Wagen springt nicht an

Für Abt wäre eigentlich mehr drin gewesen: Er lag zum Zeitpunkt des Boxenstopps vor Heidfeld, doch weil sein zweites Auto nicht ansprang und mehrfach gestartet werden musste, verlor er dabei rund 20 Sekunden und musste sich erst wieder durchs Feld kämpfen.

Rang sechs schnappte sich BMW-Werksfahrer Antonio Felix da Costa (Andretti) vor Felix Rosenqvist (Mahindra), der in der Anfangsphase von Rookie Luca Filippi (NIO) umgedreht wurde. Der Italiener erhielt dafür ebenfalls eine Strafe und wurde am Ende Elfter.

Die letzten Punkteränge gingen an Neuling Edoardo Mortara (Venturi/8.), Alex Lynn (DS Virgin/9.) und Nicolas Prost (Renault e.dams/10.).

Video - Blöd gelaufen: Prost crasht und "verwickelt" d'Ambrosio

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Fehde zwischen di Grassi und Buemi setzt sich fort

Weniger gut lief es für die beiden ewigen Meisterschaftsrivalen di Grassi und Sebastien Buemi (Renault e.dams). In der fünften Runde kollidierten die beiden in der Haarnadelkurve, als Buemi einen Angriff auf di Grassi wagte.

Di Grassi musste in Runde 17 mit einem Aufhängungsschaden - vermutlich die Folge der Kollision - an die Box kommen und wurde 18., Buemi blieb zwischenzeitlich mit einem technischen Problem am Auto stehen und landete nur auf Rang zwölf.

"Da setzt sich genau das nahtlos fort, was wir schon in den zwei vergangenen Saisons gesehen haben", seufzt Audi-Teamchef Allan McNish:

"Immer wieder rappelt es zwischen den beiden. Lucas musste daher früh das Auto wechseln und hatte natürlich nicht ausreichend Energie im Auto, um konkurrenzfähig unterwegs zu sein."

Rote Flagge durch Lotterer

Ein durchwachsenes Debüt feierte Andre Lotterer. Der Techeetah-Pilot sorgte bereits nach einer halben Runde für die erste Rote Flagge der Formel-E-Geschichte, weil er in der engen Schikane in der Begrenzung steckte und den Weg für die dahinterliegenden Mitch Evans, Prost, Mortara und Jani blockierte.

Das Rennen wurde für eine halbe Stunde unterbrochen, bevor es schließlich weiterging. Lotterer bekam für das Abkürzen der Schikane noch eine Strafe aufgebrummt und wurde 16.

Die Formel-E-Teams fahren mit Einheitschassis, die Entwicklung des Antriebsstrangs mit Motor, Getriebe und Teilen des Fahrwerks obliegt aber den Rennställen. Die maximale Rennleistung der Boliden ist zur neuen Saison um 10 kW auf 180 kW (245 PS) gestiegen. Die Autos beschleunigen von 0 auf 100 km/h in rund 2,9 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit ist auf 225 km/h begrenzt.

Die Läufe in Hongkong sind der Startschuss zu einer Saison mit 14 Rennen in elf Großstädten. Der Berlin ePrix findet am 19. Mai 2018 auf dem Gelände des ehemaligen Flughafens Tempelhof statt.

Video - Formel-E-Flitzer vs. Gepard: Wer ist schneller?

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