FC Bayern München: Kader-Analyse - wer passt zu Carlo Ancelotti?

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Carlo Ancelotti ist ab sofort im Kopf der Spieler des FC Bayern München, in der Rückrunde spielen sie auch schon für ihn vor. Wer kann von ihm profitieren, wer wird's schwer haben? Eine erste Entscheidung den Kader betreffend hat "Carletto" indes schon gefällt.

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Am 4. Januar sehen sie sich wieder. Servus, Pep! Noch da? Dann ist Trainingsauftakt beim FC Bayern München, zwei Tage später geht's nach Doha, Katar, Wüstensonne tanken, Rückrundenform aufbauen. Carlo Ancelotti ist nicht an Bord, aber doch ein bisschen dabei. Der Neue, ab Sommer.
Die Spieler wissen: In der Rückrunde spielen sie für beide. Fürs Triple mit Pep, für die Zukunft unter Carlo. "Dass Pep Guardiolas Abschied nun feststeht, wird die Mannschaft nicht aus der Bahn werfen", schreibt Felix Magath in der "tz". Und:

Ancelotti: Erste Entscheidung schon getroffen

Und Ancelotti nimmt jetzt schon Einfluss: Wie die "SZ" schreibt, sollen die Bayern ihren neuen Coach vorab gefragt haben, ob er eine Vertragsverlängerung von Xabi Alonso bis 2017 gutheiße. Antwort: Si! Alonso durfte verlängern.
Vor Ancelotti fürchten muss sich niemand: der Italiener gilt als "players coach", als Gehilfe der Spieler, Amigo statt Zampano. "Er ist ein unwahrscheinlich erfahrener Trainer. Fragen Sie mal Superstars wie Ronaldo. Sie werden keinen finden, der ein schlechtes Wort über Carlo sagt. Im Gegenteil: Er hat eine unglaubliche Erfahrung im Umgang mit den Spielern. Und er ist einer der besten Taktiker, die ich kenne", sagte Giovanni Trapattoni der "Bild".
Und doch wird sich die Gemengelage im Kader verändern, wenn der 56-Jährige anfängt, sich Neues bilden - so will es auch die Vereinsführung.
Wer passt also zu Carlo, wer muss aufpassen? Eine Analyse:
Mario Götze: Er war Pep Guardiolas Antrittsgeschenk 2013 - dabei hätte der Spanier lieber Neymar gehabt. Irgendwie passte es nie: Mal drängten sich andere mehr auf, dann war Götze wieder verletzt (wie aktuell). Der Nationalspieler darf sich nun auf einen Neustart unter Ancelotti freuen, der ihn auch mal väterlich zur Seite nehmen und ein bisschen entkrampfen wird. Passt er zu Carlo? Wenn ihn einer hinkriegt, dann er!
Thiago Alcántara: Thiago ist Guardiolas Lieblingsspieler und wird dessen Abgang mit gemischten Gefühlen sehen. In Manchester spekuliert man bereits, ob er nicht gemeinsam mit Pep bei Manchester City landen wird. Diese dementierte er jetzt. Seine fußballerischen Qualitäten sind unbestritten, letztlich ist der verletzungsanfällige Thiago aber auch im dritten Jahr immer noch ein uneingelöstes Versprechen und sensibel obendrein. Passt er zu Carlo? Das liegt ganz an Thiago.
Franck Ribéry: Amour trifft Amore - so soll's laufen. Ancelotti wollte Ribéry einst zu Chelsea holen, mag den Spielstil des Bayern-Filous sehr. Der wiederum könnte von Ancelottis lockerer Art profitieren - beide sind für Trainingsscherze berühmt. "Er hat im Umgang mit Ronaldo bewiesen, dass er auch im Umgang mit starken Persönlichkeiten kein Problem hat", sagt Magath. Passt er zu Carlo? Oui!
David Alaba: Pep Guardiola sagte über ihn: "Alaba ist unser Gott!" Ancelotti dürfte es ähnlich sehen, schließlich wollte er ihn schon als Real-Trainer haben. Dass ihn der Italiener allerdings - wie von Alaba bevorzugt - im Mittelfeld einsetzt, scheint unwahrscheinlich. Erst mal müsste ein neuer Linksverteidiger von Weltklasseformat her und die sind rar. Passt er zu Carlo? Da muss erst ein Gespräch her.
Kingsley Coman: Ihm ermöglichte Ancelotti bei Paris Saint-Germain 2013 mit 16 sein Profi-Debüt. Ancelotti sagt über ihn: "Er ist schnell und auch sehr intelligent." Unter Papa Carlo kann Coman nun weiter reifen. Und sogar Französisch sprechen. Passt er zu Carlo? Definitiv.
Thomas Müller: Bei van Gaal spielte Müller immer, bei Guardiola trotz Auswechsel-Possen mittlerweile auch. Und Ancelotti sagte schon 2012: "Müller ist fantastisch!" De facto gibt es für den jetzt bestverdienenden und wertvollsten Bundesliga-Profi aber keine feste Position im Bayern-Spiel, die für ihn maßgeschneidert ist. Diese Saison kam er schon in fünf verschiedenen Rollen zum Einsatz. Flügel? Zehn? Falsche Neun? Vielleicht findet Ancelotti die perfekte Müller-Rolle, vielleicht aber auch nicht. Passt er zu Carlo? Ein bisschen Unsicherheit ist da.
Robert Lewandowski: Laut "AS" hat sich Ancelotti vor seiner Unterschrift die Zusage von Bayern geben lassen, dass der Stürmer nicht verkauft wird. Denn "Carletto" weiß sehr genau, wie scharf Real Madrid auf den Polen ist. Andererseits steht der 56-Jährige auf Angreifer: unter ihm wurden Andrej Schewtschenko (03/04), Didier Drogba (09/10), Nenê (11/12), Zlatan Ibrahimovic (12/13) und Cristiano Ronaldo (13/14 und 14/15) jeweils Torschützenkönig ihrer Liga! Passt er zu Carlo? Davon ist auszugehen.
Xabi Alonso: Der Spanier verließ Real und Ancelotti 2014 bewusst, um Toni Kroos aus dem Weg zu gehen und bei Bayern eine neue Herausforderung zu suchen. Das heißt nicht zwangsläufig, dass er mit dem Italiener nicht kann, im Gegenteil: Ancelotti soll laut "SZ" Alonsos jüngst erfolgter Vertragsverlängerung bis 2017 vorab zugestimmt haben. Andererseits hat Bayern mit Joshua Kimmich bereits einen Rohdiamanten für Alonsos Position in petto. Passt er zu Carlo? Ja, aber den unangefochtenen Stammspieler Alonso wird's nicht mehr geben.
Manuel Neuer: Muss sich nicht fürchten, dass ihn Ancelotti ähnlich wie Iker Casillas bei Real Madrid 2013/14 nur noch in der Champions League und den DFB-Pokal einsetzt. Ancelotti hat auch keinen Lieblingskeeper, den er lieber als Neuer beim FC Bayern sehen würde. Passt er zu Carlo? Klar.
Rafinha: Der Neu-Deutsche war nach Heynckes schon fast aussortiert, erlebte unter Guardiola jedoch eine überraschende Blüte in Sachen Einsatzzeit. Mit 30 Jahren ist Rafinha jedoch niemand, auf den sich langfristig aufbauen lässt; gut möglich, dass Ancelotti gleich zu Beginn zur Anschaffung eines neuen Rechtsverteidigers rät. Philipp Lahm wird schließlich auch nicht jünger… Passt er zu Carlo? Abwarten...
Jérôme Boateng: Pep Guardiola machte ihn zum womöglich besten Innenverteidiger der Welt. Der FC Bayern schlug 2014 ein lukratives Angebot des FC Barcelona aus, Boateng verlängerte jüngst bis 2021. Passt er zu Carlo? Der Nationalspieler bleibt auch unter Ancelotti der Abwehrboss.
Arjen Robben: Hiddink, Mourinho, van Gaal, Heynckes, Guardiola - der Niederländer hat in seiner Karriere schon zahlreiche namhafte Trainer gehabt und alle lobten den Eifer des Außenstürmers. Passt er zu Carlo? "Er ist einer der besten Profis, die wir je im Verein hatten – und deswegen wird er immer bei uns bleiben", sagte Uli Hoeneß schon 2012. Das wird sich auch unter Ancelotti nicht ändern.
Juan Bernat: Der Spanier machte in seiner Debütsaison einen ordentlichen Eindruck, wies aber auch augenscheinliche Defizite auf (siehe Barcelona-Halbfinale). Diese Saison kam er verletzungsbedingt noch überhaupt nicht in den Rhythmus und erscheint demnach ersetzbar, wenn die Ära der spanischen Regentschaft bei Bayern im Sommer ein Ende findet. Passt er zu Carlo? Unsicher.
Philipp Lahm: Der Bayern-Kapitän schätzt den Umgang mit erfahrenen Coaches, hatte schon zu Heynckes ein prima Verhältnis. Ihn wird man oft mit Ancelotti diskutieren sehen. Passt er zu Carlo? Lahm passt immer.
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