Ribéry, Lizarazu und Co.: Kingsley Coman führt französische Tradition beim FC Bayern fort

Eurosport bei Google

Zufall oder Qualitätsmerkmal? Bei den internationalen Titeln in den letzten 39 Jahren hatte der FC Bayern München immer einen Franzosen im Team. Kingsley Coman würde diese Reihe nur allzu gerne fortsetzen und vor allem Franck Ribéry nacheifern. "Ich habe so viel Selbstvertrauen, dass ich überzeugt bin: ich werde meinen Weg bei Bayern machen", sagt er.

Eurosport

Fotocredit: Eurosport

Einen eigenen Torjingle hat Kingsley Coman beim FC Bayern München noch nicht. Schießt er ein Tor, ertönt die Standard-Melodie. Wie wenn zum Beispiel Jan Kirchhoff trifft. Erzielt dagegen Franck Ribéry ein Tor, hört man "Champs-Élysées". Sollte der 32 Jahre alte Franzose bald mal wieder spielen.
Nein, man kann nicht sagen, dass Coman Ribéry schon eingeholt oder gar überholt hat. Aber: der erst 19 Jahre alte Franzose ist drauf und dran, sich unerhört wichtig zu machen beim Rekordmeister. Und damit eine gute Tradition fortzusetzen.
"Ich muss noch viel arbeiten, um sein Niveau zu erreichen", sagt Kingsley Coman im aktuellen Interview der "Sport Bild" zu Vergleichen mit Franck Ribéry. Er sagt aber auch:
Und damit ein weiterer Franzose, der beim FC Bayern den Unterschied machen kann - so wie es Coman bei seiner Antrittspressekonferenz schon angekündigt hatte.

Internationale Titel? Zuletzt nur mit Franzosen!

Ein Blick in die Geschichtsbücher zeigt: Einen internationalen Titel holte Bayern seit 1976 nur mit mindestens einem Franzosen in Team!
Beim Champions-League-Triumph 2013 gegen Borussia Dortmund (2:1) war Franck Ribéry (seit 2007 insgesamt 299 Spiele für Bayern/104 Tore) - für die Fans unvergessen - an beiden Treffern beteiligt.
Beim Final-Coup in der Königsklasse 2001 über den FC Valencia (6:5 n.E.) standen Bixente Lizarazu (1997-2006, 272 Spiele/8 Tore) und Willy Sagnol (2000-2009, 277/8) auf dem Feld, Lizarazu verwandelte den Elfmeter zum 5:4.
Und beim UEFA-Cup-Triumph 1995/96 war Jean-Pierre Papin beteiligt, wenngleich der erste Bayern-Franzose damals klar im Schatten von Jürgen Klinsmann stand und zwischen 1994 und 1996 in 39 Einsätzen nur sechs Tore zustande brachte.

Lob von Vidal und Müller

Zudem spielten noch Valérien Ismaël (46 Spiele/2 Tore) und Alou Diarra (2001 zweimal im Kader) für den deutschen Rekordmeister - macht mit Coman sieben Franzosen, was als Länderfraktion nur von den Dänen, Österreichern (beide 9) und Brasilianern (12) überboten wird.
Coman kommt in seiner Debütsaison immerhin schon auf 13 Einsätze. Sieben Treffer bereitete er vor, viermal traf er, in den letzten beiden Heimspielen ertönte für ihn der Torjingle. "Ich hätte nie gedacht, dass ich hier so viel spielen darf", sagt er.
Arturo Vidal kennt Coman schon von Juventus Turin, beide wechselten im Sommer zu Bayern. "Er ist noch jung, hat aber sehr viel Talent. Ich denke, er hat eine große Zukunft vor sich", sagte der Chilene zuletzt. Thomas Müller meinte:
Auf seinen Schuhen steht King. Großmannssucht? Nein, einfach sein Spitzname. "Aber wenn die Fans glaube, das steht für König: kein Problem! Denn ich habe so viel Selbstvertrauen, dass ich überzeugt bin: Ich werde meinen Weg bei Bayern machen", sagt er.

Kaufoption ziehen? FC Bayern mauert noch

Was ihn auszeichnet: Der Zug zum Tor und der Drang, oft ins Eins-gegen-Eins zu gehen. "Als Offensivspieler musst du vor Selbstvertrauen strotzen, mutig sein. Sonst hast du keine Chance", sagt Coman, der bislang aber bewusst auf große Tricks verzichtet: "Ich will mich hier erst zurechtfinden, geradlinig spielen, ohne viel Show."
Das einzige Problem: Coman spielt weiterhin nur auf Probe, ist von Juventus Turin nur bis 2017 ausgeliehen, wenn auch mit Kaufoption. Die kann Bayern ziehen, lässt sich dabei aber Zeit. Von Eurosport.de neulich auf Comans Kaufoption angesprochen, blockte Sport-Vorstand Matthias Sammer.
"Interessantes Thema, aber machen sie sich keine Sorgen", sagte er und lobte Coman für seine Verhältnisse schon fast überschwänglich: "Er spielt sehr gut. Es ist nicht erst seit diesem Spiel klar, dass er ein interessanter Spieler ist - und er ist ein 96er Jahrgang! Das finde ich schon außergewöhnlich."
Also: zugreifen!
Mehr als 2 Mio. Sportfans nutzen bereits die App
Bleiben Sie auf dem Laufenden mit den aktuellsten News und Live-Ergebnissen
Download
Diesen Artikel teilen
Werbung
Werbung