Schalke-Profi Júnior Caiçara exklusiv: "Große Namen machen mir keine Angst"
Eurosport bei GoogleDer brasilianische Rechtsverteidiger Júnior Caiçara hat sich bei Schalke einen Stammplatz gesichert. Vor dem Spiel gegen Bayern sprach er mit eurosport.de über seine neue Liebe S04, sein erstes Revier-Derby und seinen Eingewöhnungsprozess in Gelsenkirchen. Zudem verrät er seinen persönlichen Tipp gegen den Rekordmeister, der in dieser Bundesliga-Saison noch immer ungeschlagen ist.
Eurosport
Fotocredit: Eurosport
Júnior Caiçara, wie gut ist der FC Schalke 04 auf den übermächtig erscheinenden FC Bayern München eingestellt?
Júnior Caiçara: Ich denke gut! Wir haben sehr hart trainiert und werden uns einen guten Plan zurechtlegen. Das macht unser Trainer vor jedem Spiel. Ich glaube fest daran, dass wir uns gut präsentieren werden. Der Schlüssel liegt sicher in der Defensive. Das ist gegen Bayern das A und O. Aber wir dürfen nicht unsere Stärken vernachlässigen. Wir müssen auch nach vorne spielen und Tore schießen, sonst können wir nicht gewinnen.
In Brasilien haben Sie einst dem FC Santos mit Neymar gegenüber gestanden, mit Ludogorets traten Sie vergangene Saison gegen Real Madrid und Cristiano Ronaldo an. Große Gegenspieler dürften Sie also gewohnt sein, oder?
Caiçara: (lacht) Große Namen machen mir keine Angst. Ich muss ohnehin auf mich und meine Leistung gucken und nicht darauf, wer mir da gegenübersteht. Ich bin jedenfalls keiner, der nach dem Schlusspfiff nur an das Trikot eines Superstars denkt.
Nach der 2:3-Niederlage im Derby bei Borussia Dortmund sah man Sie kürzlich weinend auf dem Rasen stehen. Was führte zu diesem emotionalen Ausbruch?
Caiçara: Zunächst einmal war es mein erstes Revierderby - und das wollte ich unter keinen Umständen verlieren! Mit dem Schlusspfiff kamen dann in einer Sekunde sehr viele Emotionen zusammen: all die Leidenschaft, die besondere Atmosphäre, das Herzblut! Ich habe das alles richtig am Körper fühlen können. Und obwohl wir verloren haben und mir das Wasser in den Augen stand, dachte ich mir dennoch: 'Wow - dafür bin ich Fußball-Profi geworden!'
Schon vor dem Derby war viel Leidenschaft im Spiel, als die Ultras den Trainingsplatz mit bengalischen Feuern in rotes Licht getaucht hatten. Wie haben Sie das wahrgenommen?
Caiçara: Ganz ehrlich? Die Fans in Brasilien und Bulgarien sind sicher auch sehr leidenschaftlich, aber so etwas habe ich in meinem ganzen Leben noch nicht gesehen. Ich hatte richtig Gänsehaut. Das hat uns nochmal richtig fürs Derby motiviert!
Fühlen Sie sich beim FC Schalke 04 mittlerweile voll integriert?
Caiçara: Ja! Die ersten zwei Wochen in der fremden Umgebung waren schwierig. Aber es wird von Tag zu Tag besser. Ich fühle mich wohl bei Schalke und habe zum Beispiel zu Franco Di Santo einen guten Draht. Aber auch Sascha Riether und Eric-Maxim Choupo-Moting helfen mir sehr. Mit ihnen kann ich Spanisch sprechen.
Passt das Image des Arbeiterklubs zu Ihnen?
Caiçara: Ich finde schon! Um ehrlich zu sein, war es sogar einer der Gründe, warum mir Schalke so zugesagt hat. Ich will hier hart arbeiten, mich jeden Tag verbessern. Ich glaube, das passt ganz gut zum Image eines Arbeiterklubs, oder?
Stammen Sie aus einer Arbeiterfamilie?
Caiçara: Das kann man sicher so sagen. Mein Vater war zwar früher selbst Fußballer, in seiner Spielklasse hat er immer die meisten Tore geschossen! Aber letztlich hat ihm das nicht genug Geld zum Leben eingebracht, weswegen er in die Baubranche gewechselt ist.
Nach Ihrem ersten Leistungstest bei Schalke war Trainer André Breitenreiter von Ihren guten Werten überrascht, sagte: 'Er ist eine Maschine.' Gefällt Ihnen das?
Caiçara: Klar! Sein Kompliment hat sehr gut getan. Die Anerkennung des Trainers zu spüren war gerade zu Beginn sehr wichtig für mich. Aber im Fußball geht es nicht nur darum, topfit zu sein. Ich will den Trainer auf dem Platz auch von meinen anderen Qualitäten überzeugen. Wenn man in der Bundesliga bestehen will, muss man physisch und taktisch nahezu perfekt sein und immer 110 Prozent geben.
Gibt's ein Geheimnis hinter Ihrer guten körperlichen Verfassung?
Caiçara: Ich weiß es nicht genau, aber vielleicht ja mein Lieblingsgericht aus Brasilien: Reis mit Bohnen! (lacht)
Mit welchen Gefühlen gehen Sie nach dieser bewegten Woche in dieses Top-Spiel? Fühlen Sie sich sicher?
Júnior Caiçara: Ich fühle mich sicher und freue mich sehr auf das Spiel. Mehr kann und will ich dazu eigentlich gar nicht sagen.
Und wie geht's aus gegen Bayern?
Caiçara: Bayern ist natürlich Favorit, aber ich hoffe Eins Null Schalke!
Ähnliche Themen
Werbung
Werbung
/origin-imgresizer.eurosport.com/2024/12/18/image-ec453673-a7e8-4c9b-a566-6689a5fb6276-68-310-310.jpeg)