FC Bayern: "Granaten" für 100 Millionen - Uli Hoeneß kündigt Offensive auf dem Transfermarkt an
Publiziert 22/05/2017 um 00:06 GMT+2 Uhr
Nach der Saison ist vor der Saison: Und die nächste soll für den FC Bayern München um einiges besser werden als die vergangene mit "nur" einem Titel. Präsident Uli Hoeneß und Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge bereiten sich deshalb auf einen heißen Transfer-Sommer vor. Am Rande der Meisterfeier ließen die Bosse keinen Zweifel daran, dass die Personalplanungen nun richtig Fahrt aufnehmen.
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Mehmet Scholl, ausgewiesener Kenner des FC Bayern, könnte wie schon so oft in der Vergangenheit mit seiner Einschätzung richtiggelegen haben.
Nach dem Aus der Münchner gegen Real Madrid im Viertelfinale der Champions League hatte er im TV als Experte bereits seine Prognose für einen heißen Transfer-Sommer abgegeben.
"Der Baum brennt jetzt. Ich glaube, dass Karl-Heinz Rummenigge und Uli Hoeneß verrückte Dinge machen werden", hatte Scholl gesagt.
Hoeneß spricht von Granaten
Die Aussagen, die am Wochenende am Rande der Meisterfeier vor allem von Präsident Hoeneß zu hören waren, gingen in genau diese Richtung. Er sagte im "Bayerischen Fernsehen":
"Wir haben einen Kader, wenn man den verstärken will, muss man schon ziemliche Granaten kaufen."
Auch Rummenigge grinste:
Beide machen keinen Hehl daraus, zum Äußersten bereit zu sein, um den Anschluss an die europäischen Spitzenteams aus Spanien und England, den der Verein in den vergangenen neun Jahren mit einem klaren Konzept so bravourös hergestellt hat, nicht wieder zu verlieren.
Auch Abgaben werden diskutiert
Hoeneß sagte:
Zugleich schloss er mehr als 100 Millionen Euro an Transferausgaben für eine Saison nicht aus.
"Für einen Spieler nicht, aber das Gesamtkonzept kann natürlich mal viel sein", erklärte der 65-Jährige und fügte an: "Aber dann muss man natürlich auch Spieler abgeben. Über diesen Mix müssen wir uns in den nächsten Wochen einigen."
Kommt Sánchez? Oder Verratti?
Für einen Verkauf beziehungsweise eine Leihe gelten die unzufriedenen Douglas Costa und Renato Sanches. Zudem sickert aus Vereinskreisen mehr und mehr durch, dass der FCB wohl auch Jérôme Boateng bei einem sehr guten Angebot abgeben würde.
Auch der Nationalspieler selbst soll mit einem Wechsel liebäugeln. Sowohl für Costa als auch für Boateng würden die Bayern hohe Ablösen kassieren, die direkt reinvestiert werden könnten.
Damit würden bei der Shopping-Tour auch Spieler aus dem oberen Regal plötzlich Realität werden. Alexis Sánchez vom FC Arsenal wäre so jemand - Marco Veratti (Paris Saint-Germain) ebenso. Hoeneß dazu:
Das Gerüst der Mannschaft steht nach wie vor. Torwart Manuel Neuer wird der neue Kapitän sein, davor haben Mats Hummels, Javi Martinez, Boateng, David Alaba, Arturo Vidal, Thiago, Thomas Müller, Arjen Robben, Franck Ribéry und Robert Lewandowski genug Erfahrung, um das Team zu führen. Joshua Kimmich und Kingsley Coman werden sich reinbeißen müssen; die Neuzugänge, Sebastian Rudy und Niklas Süle sollen Druck machen.
Neuer Rekordtransfer nicht ausgeschlossen
"Ich bin überzeugt, dass das nur eine Ausnahme ist, dass wir nur einen Titel haben", rief Hoeneß am Samstagabend den 15.000 Fans auf dem Marienplatz zu, "mit dieser Mannschaft, mit diesem Geist wird es wieder möglich sein, mehr zu erreichen."
2007/08 reagierte der FC Bayern auf die Weggänge von unter anderem Scholl, Roy Makaay, Brazzo Salihamidzic oder Claudio Pizarro mit einer nie dagewesenen Transfer-Offensive mit Miroslav Klose, Luca Toni und Ribéry. Rund 90 Millionen gaben die Müncher damals (mit Breno in der Winterpause) für Neuzugänge aus - eine immense Summe für diese Zeit.
Heute sind die Preise andere. Es würde mittlerweile nicht mehr überraschen, wenn es in diesem Sommer verhältnismäßig ähnliche "Kracher" geben würde. Bislang ist Martínez der Rekordtransfer der Bayern (kam 2012 für 40 Millionen von Athletic Bilbao). Wird diese Marke übertroffen? Gut möglich.
Die Spannung steigt also, doch auch dazu hatte Scholl eine Prognose parat: "Man kann sich darauf verlassen, dass die Verantwortlichen die richtigen Lösungen finden."
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