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Was macht eigentlich Bayern-Legende Carsten Jancker?
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Publiziert 20/06/2017 um 08:02 GMT+2 Uhr
Carsten Jancker war nie so talentiert wie andere, aber er hatte Biss, Willen und Qualitäten als personifizierter Räumdienst. Beim FC Bayern München wurde er zwischen 1996 und 2002 zur Legende, die Fans riefen "Fußballgott" und feierten den haarlosen Hünen. Im Jahr 2010 beendete der Stürmer seine Karriere, sesshaft wurde er in Österreich, als Trainer. Und bald ist Jancker wieder Chef.
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Fotocredit: Eurosport
Was Carsten Jancker mit Keisuke Honda verbindet? Zunächst nicht besonders viel, allein phänotypisch (Jancker: 1,93 Meter, Glatze; Honda: 1,82 Meter, Haare). In Zukunft aber sind Jancker und Honda so etwas wie Kollegen, beziehungsweise Angestellter und Boss, je nachdem.
Der deutsche Ex-Nationalspieler wird Trainer beim SV Horn, der vom japanischen Mittelfeldspieler (31) unterstützt wird. In seiner Heimat betreibt Honda eine Kette von Fußball-Schulen, die Absolventen sollen sich in europäischen Ligen beweisen - unter anderem in Horn/Österreich, das sich von Coach Masanori Hamayoshi trennte, weil er die Zielvorgabe verpasste. Ganz knapp.
Hamayoshi sollte den Klub binnen fünf Jahren in die Champions League führen. Nächste Saison spielt der SV Horn in der dritten Liga. Und Jancker hat das Sagen.
"Wir sind fest davon überzeugt, in ihm den besten Trainer gefunden zu haben", heißt es in einer Vereinsmitteilung. Für Jancker, der bis November 2016 als Assistent bei Rapid Wien fungierte, ist es der zweite Job als Chefcoach; 2010 betreute er den österreichischen Amateurligisten SC Neusiedl/See, dann lockte Rapid.
Bei Bayern wurde Jancker zum "Fußballgott"
Jancker, 42, sieht immer noch so aus wie damals, als ihn die Fans des FC Bayern München zum "Fußballgott" erkoren. Im Rahmen seiner UEFA-Pro-Lizenz - der Ausbildung zum Fußballlehrer auf höchstem Niveau - hospitierte er im Frühjahr bei Carlo Ancelotti an der Säbener Straße. Sesshaft geworden ist der aus Grevesmühlen stammende Ostdeutsche in Österreich.
Alles begann im Jugendinternat von Hansa Rostock, Ende der 80er. Gegenüber "11Freunde" erinnert sich der frühere Stürmer an die "harte Schule", wie er sie nennt und beschreibt:
Warum er die Mühen meisterte, als robuster und durchsetzungsstarker, aber technisch mäßig talentierter Jugendlicher? "Ich hatte die einmalige Chance, mein Hobby zum Beruf zu machen. Das ist Motivation genug."
Der Fallrückzieher verfolgte Jancker lange...
Mit Österreich kam Jancker früh in Verbindung, nach drei Lehrjahren beim 1. FC Köln zog's ihn 1995 zu Rapid Wien. Zwölf Monate und die Teilnahme am Finale des Europapokals der Pokalsieger später rief der FC Bayern, und Jancker wurde ins Mutterschiff aufgenommen.
Es gäbe natürlich unzählige Geschichten, die Geschichte wurden, zwei Ereignisse stechen heraus: das irre Saisonfinale 2001 mit Last-Minute-Titel und Champions-League-Erfolg sowie der "Sekundentod" im Endspiel 1999 gegen Manchester United. Bis zur Schlussminute lag Bayern vorn - und unterlag. Zuvor setzte Jancker einen Fallrückzieher an die Latte, es wäre das Tor zum sicheren Sieg gewesen.
Rückblickend sagt er:
Der 2001er Triumph bedeutete Janckers Himmelfahrt, mit 27 war er auf dem Zenit und bald darüber hinaus. Trotz null (!) Bundesligatoren durfte er zur WM 2002 nach Japan/Südkorea, traf dort einmal, zog das Trikot aus und entblößte seinen muskulösen Oberkörper. Seitdem ist Jancker in Asien ein Star.
Jancker: "Jetzt küsse ich nur noch meine Frau"
Weniger schön lief's bei Udinese Calcio, drei Treffer in 41 Partien. Der Hüne ehrlich:
Kaiserslautern, Shanghai und Mattersburg beschlossen die Karriere 2010, aber wer an Jancker denkt, sieht ihn unweigerlich im Bayern-Trikot, an der Seite des fidelen Giovane Elber, des geschmeidigen Roque Santa Cruz oder des kecken Hasan Salihamidzic. Ihnen lieferte Jancker zu, als Wandschrank mit Räumdienst-Qualitäten. In 225 Spielen schaffte er 79 Tore und, sieh an, 37 Vorlagen.
"Ich hatte eine super Zeit bei Bayern und verfolge immer noch alles aufmerksam. Das kann man gar nicht abstellen", berichtet der Mann, der auch deshalb Legende und "Fußballgott" wurde, weil er jeden Treffer mit einem innigen Kuss des Eherings zelebrierte.
"Jetzt küsse ich nur noch meine Frau, weil ich keine Tore mehr schieße", sagt Jancker im "fcb.de"-Interview. "Aber dem Ring geht es immer noch sehr gut. Wir sind noch glücklich verheiratet."
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