Spott für Frauenfußball bei der WM in Kanada: Einfach mal Klappe halten, Jungs!

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Für Frauenfußball gilt das Gleiche wie für jeden anderen Sport auch: Es gibt kein Recht darauf, gut gefunden zu werden. Aber es gibt ein Recht auf Respekt.

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Fotocredit: Eurosport

Sorry, aber Man(n) muss das jetzt so grob gehobelt und unpoliert aussprechen.
Schließlich muss man sich ja auch verdammt tief bücken, um knapp über der Grasnarbe mit viel zu viel gutem Willen so etwas wie Argumentationsniveau erkennen zu können, wenn man sich mit Gegnern des Frauenfußballs auseinandersetzt.
Man(n) muss Frauenfußball nicht gut finden. Schließlich darf man ja auch HSV-Fußball nicht gut finden. Obgleich hier böse Zungen behaupten, dass es da keinen Unterschied geben würde. Aber damit tut man den Damen dann doch Unrecht.
Ebenso mit dem Direktvergleich zur männlichen Physis. Also ob die Damen mit dem Überstreifen des Trikot gleichzeitig die naturgebene weibliche Morphologie ablegen könnten. Dieser anatomische Vorwurf ist absurd.
Natürlich aber gilt für Frauenfußball das Gleiche wie für jeden anderen Sport auch: Es gibt kein Recht darauf, gut gefunden zu werden. Aber es gibt ein Recht darauf, respektiert zu werden. Manche Herren der Schöpfung beweisen aber gerade hier den intellektuellen Reifegrad von mittelaltem Gouda.
Sie heulen, jammern, motzen und meckern mit der Sozialkompetenz eines Dreijährigen, der sein heiß geliebtes Tatütata-Auto in den Händen der Schwester entdeckt.
Während sich einige männliche Fußballfans mit ihrem guten Recht einfach nur kommentarlos von kickenden Frauen abwenden, spritzen dieser Tage leider wieder viel zu viele ihr Gift in ätzenden Auslassungen und abstoßenden Äußerungen.
Dabei bleibt es nicht bei peinlichem Spott, bei kindischen, aber verhältnismäßig harmlosen Vergleichen wie "Frauenfußball ist Pferderennen auf Eseln". Was gerade wieder an männlicher Boshaftigkeit und dümmlicher Überheblichkeit zu hören und zu lesen ist, schmerzt mehr als ein offener Schien- und Wadenbeinbruch.
Was soll das?!
Mit welchem Recht nimmt Mann es sich heraus, Mädchen und Frauen für Ihre Freude am Fußball mit Schimpf und Schande zu überziehen? Wieso muss Mann beleidigen, attackieren, verspotten und diffamieren, was diese Mädchen und Frauen für sich als fröhlichen Lebensinhalt entdeckt haben?
Wieso kann Mann nicht einfach mal die Klappe halten, wenn einem nicht gefällt, woran andere Gefallen finden?
Es ist diese Arroganz und Überheblichkeit, die den Fußball beschämt, weil sie ihn für chauvinistische Ressentiments missbraucht. Wer mit dem Fußball ausgrenzt, diskriminiert und Grenzen zieht, verrät die Ideale dieses Sports. Er macht sich lustig, über 752.952 Frauen und 337.288 Mädchen, die im vergangenen Jahr in 12.919 Mannschaften allein in Deutschland aktiv Fußball gespielt haben.
Sie alle verbindet der Spaß am Fußball, die Leidenschaft für diesen einzigartigen und wunderbaren Sport, der als nonverbales Esperanto in einer globalisierten Weltgesellschaft sprachliche, kulturelle und religiöse Grenzen negiert. Es liegt nicht am Fußball, wenn zwischen den Geschlechtern neue gezogen werden. Es liegt an männlicher Kleingeistigkeit, die von der Größe des Fußballs überfordert wird.
Was die großartigen "Dead Prez" 1999 in ihrer sozialkritischen Hymne "It’s bigger than Hip-Hop" dem Bling-Bling-Chauvinismus einer musikalischen Subkultur entgegensetzten, trifft im Sport eben auch auf den Fußball zu: Die Ideale des Fußballs sind größer als der Fußball selbst.
Mann muss eben nur mal seinen Horizont erweitern, um diese Dimensionen erkennen zu können.
Fairness erfordert Empathie, oder wie Schwedens Nationaltrainerin Pia Sundhage feststellt: "Es geht immer noch um Respekt. Wir machen genau dasselbe: Es ist Fußball.“
Also lasst die Mädels endlich in Ruhe Fußball spielen, Mann!
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