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Rapinoe macht's: USA zum vierten Mal Weltmeister

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Megan Rapinoe, Alex Morgan et Samantha Mewis (Team Usa)

Fotocredit: Getty Images

VonTobias Forstner
07/07/2019 Am 16:54 | Update 07/07/2019 Am 17:53

Die Frauen-Nationalmannschaft der USA ist Fußball-Weltmeister. Die US-Amerikanerinennen setzten sich im Finale von Lyon gegen die Niederlande mit 2:0 (0:0) durch und sicherten sich so zum insgesamt vierten Mal den WM-Titel. Megan Rapinoe brachte die US-Girls vom Elfmeterpunkt auf die Siegerstraße (61.), Rose Lavelle machte nur acht Minuten später den Deckel drauf (69.).

So lief das Spiel:

Die US-Amerikanerinnen starteten forsch, fanden zunächst aber kaum Lücken in der niederländischen Hintermannschaft. "Oranje" fokussierte sich auf die Defensivarbeit und lauerte auf Kontermöglichkeiten, die sich aber nur selten ergaben.

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Frauen-WM: So lief USA-Niederlande live im TV, Livestream und Liveticker

07/07/2019 AM 17:04

Es dauerte bis zur 28. Minute, ehe erstmals aufs Tor geschossen wurde. Julie Ertz wuchtete aus etwa zwölf Metern halbhoch auf das Gehäuse, wo Sari van Veenendaal mit den Fäusten abwehrte.

Anschließend kamen die USA noch zweimal gefährlich zum Abschluss, beide Male scheiterte Alex Morgan (39., 40.) an der stark parierenden Torhüterin. Zuerst aus fünf Metern per Direktabnahme nach starker Flanke von Megan Rapinoe, dann aus 17 Metern per Flachschuss.

Die Niederländerinnen schossen im ersten Abschnitt kein einziges Mal auf den Kasten. Es ging torlos in die Kabinen.

Der amtierende Weltmeister bestimmte die ersten Minuten nach dem Seitenwechsel. Meist war für ihn allerdings vor der gegnerischen Box Schluss. Nicht so allerdings in der 58. Minute, als Stefanie van der Gragt Morgan im Strafraum mit gestrecktem Bein am Oberkörper traf. Den daraus resultierenden Foulelfmeter, auf den nach Kontakt mit dem Video-Assistenten sowie Begutachtung der betreffenden Szene durch die Schiedsrichterin am Bildschirm entschieden wurde, verwandelte Rapinoe kaltschnäuzig rechts unten zum 1:0 (61.).

Danach agierten die Niederländerinnen deutlich offensiver, was dem Weltranglistenersten viele Räume zum Kontern bot. Diese wurden klasse ausgenutzt, wodurch sich zahlreiche gute Torchancen ergaben.

Eine davon nutzte Rose Lavelle, indem sie in der 69. Minute auf 2:0 stellte. Sie tanzte knapp vor dem Sechzehner Stefanie van der Gragt aus. Anouk Dekker kam angerutscht, grätschte aber ins Leere. Die 24-jährige Spielerin von Washington Spirit schoss aus 16 Metern flach zum 2:0 ins rechte Eck.

Darauffolgend hatten die "Stars and Stripes" hochkarätige Möglichkeiten, um auf 3:0 zu erhöhen. Die "Oranje Leeuwinnen" hatten in der Schlussphase kaum nennenswerte Offensivszenen und verloren leistungsgerecht.

Die Stimmen:

Jill Ellis (Nationaltrainerin USA): "Sie sind eine erstaunliche Gruppe von Spielerinnen und eine noch bessere Gruppe von Menschen. Ich konnte kaum sprechen. Ich sagte nur: 'Ihr seid unglaublich. Herzlichen Glückwunsch! Ihr habt Geschichte geschrieben! Genießt es.'"

Megan Rapinoe (USA): "Es ist unglaublich, all die Menschen zu kennen, die sich in dieser Gruppe so sehr engagiert haben. Wir haben alle unsere Familien und Freunde hier. Es ist surreal. Ich weiß nicht, wie ich mich im Moment fühlen soll."

Der Tweet zum Spiel:

Auf den Tag genau 45 Jahre nachdem die niederländische Nationalmannschaft der Männer erstmals in einem WM-Finale stand, duellierten sich die "Oranje"-Frauen erstmals im Endspiel einer Weltmeisterschaft. Am 07. Juli 1974 unterlag die Mannschaft um Kapitän Johan Cruyff der Bundesrepublik Deutschland mit 1:2.

Das fiel auf: Frauenpower im Coachingbereich

Erst zum zweiten Mal in der Geschichte wurden die beiden Finalisten einer Frauen-Weltmeisterschaft von Cheftrainerinnen gecoacht. Jill Ellis auf amerikanischer, Sarina Wiegman auf niederländischer Seite. Im WM-Endspiel 2003 trafen Deutschland und Schweden aufeinander, die beide ebenfalls Cheftrainerinnen (Tina Theune (D) und Marika Domanski-Lyfors (S)) hatten.

Die Statistik: 8 aus 10

Die US-amerikanische Nationalmannschaft stand zum zehnten Mal im Finale einer Weltmeisterschaft oder in einem Endspiel der Olympischen Spiele. Achtmal (!) davon ging sie als Sieger vom Platz.

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