Andreas Wellinger, Markus Eisenbichler, Richard Freitag: Werner Schuster über seine Adler

Mit sieben Springern geht das Team des Deutschen Skiverbands (DSV) in das erste Weltcup-Wochenende im polnischen Wisla. Dort stehen für die Adler von Bundestrainer Werner Schuster am Freitag die Qualifikation, am Samstag ein Teamspringen und am Sonntag ein Einzelwettbewerb an. Schuster spricht über den Leistungsstand und die Aussichten für seine Schützlinge um Topmann Andreas Wellinger.

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Andreas Wellinger (22 Jahre/Ruhpolding)

Schuster: "Andi hat sich noch einmal entwickelt, persönlich, körperlich. Da liegen jetzt einfach zehn Kilo mehr auf der Hantelstange, der ganze Körper ist kompakter. Der Zugang zum Sport ist nochmal professioneller geworden, er hat Motivation geschöpft aus der letzten Saison. Er hat nach seinem Rückschlag vor einiger Zeit erkannt, dass es nur als Bruder Leichtfuß nicht geht. Die WM-Medaillen von Lahti haben ihm geholfen - dass es nicht die goldene geworden ist, gibt sogar Energie. Er ist erst 22 Jahre und muss sich erneut in diesem Feld zu positionieren, wenn's geht von Anfang an - letztes Jahr hat er die Kurve nach der Tournee gekriegt."

Markus Eisenbichler (26/Siegsdorf)

Schuster: "Andi Wellinger hat Unterstützung erhalten, was vor allem nach der schweren Verletzung von Severin Freund wichtig ist. Markus ist zum zweiten Mal in der Situation, sich etablieren zu können, diesmal ist es komfortabler als vor zwei Jahren. Er hat einen langen Weg hinter sich, ist schon 26 und hat viele Phasen gehabt, wo es nicht so gut lief. Letztes Jahr lief es richtig, richtig gut. Man merkt ihm manchmal noch an, dass er ein wenig zu viel will, da muss man ihm ein wenig helfen, dass er die Lockerheit beibehält."

Richard Freitag (26/Aue)

Schuster: "Richi ist ein wenig im Hintergrund. Seine allerbeste Zeit liegt ja schon ein bisschen zurück, obwohl er noch sehr jung ist. Er hat sich aber persönlich weiterentwickelt, ich hoffe, dass sich das auch auf die Schanze überträgt. Er hatte letztes Jahr einen deutlich schlechteren Sommer, wir werden weiterhin alles tun, um ihm zum absoluten Durchbruch zu verhelfen."

Stephan Leyhe (25/Willingen) und Karl Geiger (23/Oberstdorf)

Schuster: "Die beiden nehme ich mal zusammen. Karl und Stephan sind Springer, die sich eher langsam entwickeln, die sich aber immer noch entwickeln. Da zeigt der Pfeil nach wie vor nach oben. Beide waren beim Sommer-Grand-Prix auf dem Podest. Mit Wellinger, Eisenbichler und Freitag bilden sie unseren Hauptpool. Und damit können wir uns mit den Besten messen."

Pius Paschke (27/Kiefersfelden)

Schuster: "Insgesamt ist bei uns sehr viel Dynamik im System. Pius Paschke ist ein Athlet, den wir lange gefördert haben. Im Sommer hat er dem Verband mit drei Siegen und Gesamtplatz drei über den Continental Cup einen zusätzlichen Startplatz im Weltcup bis Weihnachten gesichert, wir können also mit sieben Athleten starten. Deshalb wird Pius auch dabei sein."

David Siegel (21/Baiersbronn)

Schuster: "Er war im Vorjahr deutscher Meister, danach hatte es bei ihm aber gesundheitlich fast schon eine tragische Komponente. Dass so ein junger Mensch derart auf die Probe gestellt wird... Er dachte, die Verletzung im Sprunggelenk sei eine Bagatelle, aber es ist ewig nicht geheilt. Deshalb gab es eine OP, bei der im Gelenk ein Knochensplitter entdeckt wurde, dann wurden aber noch weitere Dinge im Sprunggelenk, das arthrotisch war, mitoperiert. Er konnte erst im August auf die Schanze, eine ewig lange Pause. Mit Andreas Wank und Constantin Schmid hat er um den siebten Startplatz gekämpft. Marinus Kraus ist noch im System, er tut sich nach wie vor schwer."
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