Das Snookerjahr 2016: Luftsprünge, Tränen, Emotionen, ein Abschied und ein Dominator

Bei einem Rückblick auf das Snookerjahr 2016 muss sein Name als erster genannt werden: Mark Selby hat schließlich die Weltmeisterschaft und die UK Championship gewonnen, die beiden wichtigsten Ranking-Turniere. Darüber hinaus hat er auch noch beim Paul Hunter Classic und der International Championship triumphiert. Aber er ist nicht nur wegen seiner Titel der herausragende Spieler des Jahres 2016.

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Es ist vielmals die Konstanz von Mark Selby, die die anderen Spieler in Ehrfurcht erstarren lässt. Ausfälle produziert er eigentlich kaum. Im Jahr 2016 ist er nur zwei Mal (bei 15 gespielten Turnieren) in der Runde der letzten 64 gescheitert. Es ist kaum vorstellbar, dass er bis Saisonende von der Spitze der Weltrangliste verdrängt wird. Damit hat er die Messlatte für alle anderen sehr hoch gelegt.
Sein Können und seine Dominanz kommen nicht von ungefähr. Sie gründen auf ganz viel harter Arbeit. Und damit ist er sicherlich ein Rollen-Vorbild für die anderen Profis. Kein anderer widmet sich seinem Beruf mit derartiger Hingabe.
Zu den Spielern des Jahres gehört sicherlich auch John Higgins. Die ersten zehn Monate liefen für ihn sehr ordentlich, aber wirklich Herausragendes produzierte er da nicht. Das holte der "Wizard of Wishaw" aber alles in den letzten beiden Monaten nach: Titel bei der China Championship und dem Champion of Champions geholt, Maximum-Break beim Northern Ireland Open, erneut Finalist beim Scottish Open.
Das ist eine beeindruckende Serie, auch wenn er im Finale von Glasgow dann letztlich doch einbrach. Merke: Wer John Higgins abschreibt, der hat schon verloren.
Der Titel "Luftsprung" des Jahres geht zweifelsohne an Liang Wenbo, der damit seinen Triumph beim English Open in Manchester feierte. Da löste sich ungeheurer Druck. Endlich einmal war er aus dem übergroß erscheinenden Schatten von Ding Junhui herausgetreten. Überhaupt war 2016 auch das Jahr großer Emotionen. Die Tränen von Ding Junhui nach seinem Sieg beim Shanghai Masters sind unvergessen.
Da musste der Moderator in Shanghai aus lauter Verzweiflung ein Interview mit Dings Vater führen, weil der Sohn keinen Ton (außer Schluchzen) herausbrachte. Bewegend war auch das emotionale und sehr offene und ehrlich Interview mit Mark King nach seinem Sieg beim Northern Ireland Open. Man spürte, dass da ein Lebenstraum unerwartet doch noch Wirklichkeit geworden war.
2016 markierte auch das Ende einer Ära: Während der Weltmeisterschaft erklärte Steve Davis seinen Rücktritt vom professionellen Sport. Für mich ist Steve der beste Botschafter, den Snooker jemals gehabt hat und den man sich wünschen könnte. Dass sich im Crucible Theatre die Snookerwelt noch einmal vor diesem großen Sportler und besonderen Menschen verneigte war ein passender und verdienter Tribut. Die sehr persönliche Widmung für mich in seiner Autobiographie, die er mir geschenkt hat, ist wohl mein größter Snooker-Schatz.
Ein Rückblick auf alle Höhepunkte des Jahres 2016 ist nicht möglich; dazu waren es einfach zu viele. Und niemand weiß natürlich, was 2017 bringen wird. Aber einige Gewissheiten für 2017 habe ich dennoch:
Weiter geht es mit Snooker bei Eurosport im TV mit dem Masters ab dem 15. Januar. Und danach folgt schon das German Masters in Berlin. Einstweilen hoffe ich aber, dass alle Leserinnen und Leser trotz schrecklicher Nachrichten und Bilder in der Vorweihnachtszeit zum Ende des Jahres besinnliche und frohe Tage verleben können und Kraft schöpfen für ein sicher auch wieder ereignisreiches Jahre 2017.
Alles Gute wünscht
Ihr / Euer Rolf Kalb
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