Snooker - Rolf-Kalb-Blog: Jak Jones holt endlich seinen ersten Titel - der Knoten beim Waliser ist geplatzt

Der erste Titel der neuen Snooker-Saison 2026/27 ist vergeben: Jak Jones hat in Leicester die Ranking-Version der Championship League gewonnen. Für den Waliser ist es nach 16 Jahren als Profi der erste Titel überhaupt. Im Finale gegen David Gilbert drehte Jones einen 1:2-Rückstand und setzte sich mit 3:2 durch. Seinen bisher größten Erfolg hatte Jones 2024 gefeiert, als er das WM-Finale erreichte.

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Quelle: Eurosport

2024 im WM-Finale hatte es noch nicht geklappt: Damals zog Jak Jones gegen Kyren Wilson mit 14:18 den Kürzeren. Nun also ist der Knoten geplatzt: Der 32-Jährige holte endlich seinen ersten Profi-Titel. Die Erleichterung darüber war ihm nach dem Finale deutlich anzumerken.
Dabei wird es Jak Jones herzlich egal sein, dass die Championship League nun wahrlich nicht das bedeutendste Turnier der Saison ist. Eher im Gegenteil. Aber Jones wird und kann sich sagen: Ein Titel ist ein Titel. Er ist jetzt der 82. Spieler, der ein Ranglisten-Turnier gewonnen hat.
Dabei hatte David Gilbert im Finale mit einer 104 den besseren Start erwischt. Zwar glich Jak Jones dank einer 64 umgehend aus, doch nach einer 66 hatte Gilbert wieder die Nase vorne.
Im vierten Frame schien Gilbert die Trümpfe in der Hand zu halten, als er Jones einen knackigen Snooker servierte. Doch über vier Banden fand Jones den Ausweg und ließ nichts liegen.

Beide mit Chancen im Decider

Später gelang Jak Jones dann auch noch eine 86 zum 2:2, sein höchstes Break im Finale. Im fünften Frame hatten beide Akteure Chancen, doch mit einer 55 legte Jones den Grundstein zum Sieg.
Jak Jones weiß natürlich genau, dass ihn der Sieg jetzt nicht gerade in den Kreis der Superstars katapultiert. Dazu ist die Championship League zu unbedeutend. Das sieht man ja auch daran, dass die meisten Top-Spieler gar nicht erst angetreten sind.

Spiel-Rhythmus entwickelt sich nicht

Das Format über viele Wochen hinweg ist einfach zu zerfasert. Im Kalender liest es sich natürlich toll, wenn an vielen Tagen Snooker gespielt wird, aber für die Spieler liegen meist Wochen zwischen ihren Matches in den diversen Gruppen. Einen Spiel-Rhythmus kann man da nicht entwickeln. Die extrem kurzen Distanzen geben dem Ganzen auch etwas von einer Lotterie.
Jak Jones weiß das alles natürlich auch. Aber es kann ihm egal sein. Der Sieg kam für ihn zu einem guten Zeitpunkt. Nach seinem WM-Finale nämlich hat er nicht unbedingt Bäume ausgerissen. Der Tiefpunkt war in der vergangenen Saison, als er im Training frustriert auf die Bande haute und sich dabei die Hand brach. Da war ein Großteil der Saison dann gelaufen.
Nun also der erste Sieg, der Jones auch das Ticket für das Champion of Champions verschaffte. Nach dem Gewinn in Leicester verriet er denn auch der "WST"-Website: "Meine Eltern haben mir 15 Jahre dabei zugeguckt, wie ich verloren habe." Nun also kann er entspannter in die nächsten Monate gehen. Rückenwind und Selbstbewusstsein sind ja oftmals Gold wert.
Was der Sieg wirklich wert ist, wird sich in den nächsten Wochen zeigen. Da stehen nämlich weitere Qualifikationen an. Richtig ernst wird es dann ab dem 27. Juli mit dem Shanghai Masters. Bei diesem Einladungsturnier ist Jak Jones zwar nicht dabei, aber Eurosport wird dann auch wieder zur "Heimat des Snooker".
Viel Spaß dabei und herzliche Grüße
Ihr / Euer Rolf Kalb
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Quelle: Eurosport


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