Eurosport
Kein Tag wie jeder andere: Das Geiseldrama von Olympia 1972 in München
Von
Publiziert 05/09/2024 um 00:32 GMT+2 Uhr
Kein Sport-Tag wie jeder andere: Jubiläen & Rekorde, Feiertage & Dramen, großes Kino & vergessene Helden: Unser täglicher Blick zurück in die Sportgeschichte - heute mit dem Geiseldrama bei Olympia 1972 in München. Am 5. September 1972 kamen bei der Geiselnahme im Olympischen Dorf insgesamt zwölf Opfer ums Leben. Die Spiele wurden für einen Tag unterbrochen aber dann fortgesetzt.
Eurosport
Fotocredit: Eurosport
Es ist eines der dunkelsten Kapitel in der Geschichte der Olympischen Sommerspiele. Beim Attentat in München am 5. September 1972 kamen zwölf Opfer ums Leben.
Mitglieder der palästinensischen Terrororganisation Schwarzer September hatten in den frühen Morgenstunden im Olympischen Dorf elf israelische Sportler und Betreuer als Geiseln genommen. Die Terroristen waren über einen Sicherheitszaun ins Olympische Dorf geklettert. Ihnen kam dabei zu Gute, dass die Sicherheitsvorkehrungen absichtlich locker gehalten wurden, um einen Kontrast zu den Spielen des Naziregimes 1936 zu bilden.
Zwei der Geiseln, Gewichtheber Jossef Romano und Ringer-Trainer Mosche Weinberg, wehrten sich gegen die Angreifer und wurden erschossen. Mit den restlichen neun Geiseln verschanzten sich die Terroristen für den Rest des Tages im Olympischen Dorf.
Gefordert wurde die Freilassung insgesamt 232 palästinensischer Häftlinge in Israel sowie der deutschen RAF-Terroristen Ulrike Meinhoff und Andreas Baader. Die israelische Regierung gab den Forderungen jedoch nicht nach, die deutsche spielte auf Zeit.
Um 20:30 Uhr verlangten die Geiselnehmer einen Bus zum Flughafen Fürstenfeldbruck, von wo aus sich man mit den Sportlern und Trainern absetzen wollte. Bei einem missglückten Befreiungsversuch am Flughafen starben alle restlichen Geiseln, ein Polizist und fünf der acht Terroristen.
Wie sich später herausstellte, wurden bei der Befreiungsaktion teilweise gravierende Fehler begangen. "Die Einsatzleitung hat zu wenig Scharfschützen bereitgestellt, einige sind schlecht ausgebildet oder ausgerüstet, Scheinwerfer blenden die Schützen, Sprechfunk gibt es nicht", schrieb der "Spiegel".
Die Olympischen Spiele wurden am Nachmittag des schicksalhaften Tages unterbrochen und für 24 Stunden ausgesetzt. Dann fiel die Entscheidung, die Wettbewerbe fortzusetzen. Der damalige IOC-Präsident Avery Brundage verkündete das mit seinem inzwischen berühmten Zitat "The Games must go on."
Ähnliche Themen
Werbung
Werbung