Olympia 2021: Badmintonspieler Aram Mahmoud aus dem IOC-Flüchtlingsteam spricht über seine Geschichte

Badmintonspieler Aram Mahmoud aus dem Olympischen Flüchtlingsteam spricht im Interview mit Eurosport über seine Geschichte und den Weg von Syrien nach Tokio. Außerdem erzählt er, was ihm diese Erfahrung bedeutet und wann er das letzte Mal seine Familie gesehen hat. Dann aber bekommt er unerwartet die Chance, mit seiner Schwester Sanaa zu sprechen, die ebenfalls in den Cube geschaltet wird.

Olympia 2021: Aram Mahmoud vom IOC-Flüchtlingsteam

Fotocredit: Getty Images

Wie waren Ihre Erfahrungen als Olympia-Athlet bislang?
Aram Mahmoud: Erstmal vielen Dank, dass ich hier sein darf. Es war unglaublich und ein Traum für mich! Mein ganzes Leben lang wollte ich ein Olympischer Athlet sein und mein Land Syrien vertreten. Es ist eine noch größere Ehre, jetzt auch für das olympische Flüchtlingsteam zu starten. Ich bin sehr glücklich, diese Möglichkeit bekommen zu haben und bin sehr froh, hier zu sein!
Wie ist Deine Geschichte, Dein Weg von Syrien nach Tokio?
Mahmoud: "Ich habe angefangen Badminton zu spielen, als ich sieben Jahre alt war. Damals mit meiner Schwester Sanaa. Vorher haben wir immer geturnt, doch da war ich nicht gut genug. Also haben wir zum Badminton gewechselt und ich habe einige lokale Turniere gewonnen. Ich war nicht schlecht darin und sagte meinem Vater, ich wolle Badminton spielen. Ich habe ab da jedes Jahr die syrischen Meisterschaften gespielt und hatte mit 15 Jahren schon einige gewonnen. Ich war damals der Beste in Syrien und das mit nur 15 Jahren.
Dann kam der Krieg und das war alles sehr schwer für mich. Ich hatte die Chance zu fliehen und fand in den Niederlanden mein neues Zuhause. Dort habe ich erzählt, ich sei der beste Badmintonspieler in Syrien und sie waren etwas überrascht. Ich hatte einige gute Freunde gefunden, die mir in den fünf, sechs Jahren dort geholfen haben. Letztendlich sind sie sehr froh darüber, dass ich zu Olympia darf und das beste Turnier der Welt spiele. Es war eine lange Reise, aber ich bin sehr glücklich, diese gemeistert zu haben.
Wann haben Sie Ihre Familie das letzte Mal gesehen?
Mahmoud: Wirklich live gesehen im Jahre 2015. Ich rede jeden Tag mit meinem Vater und meinen Geschwistern und wir versuchen, so gut wie möglich den Kontakt zu halten. Es ist nicht so einfach, weil sie nicht hier bei mir sind. Sie versuchen mich immer zu unterstützen und es macht mich natürlich traurig, dass sie nicht hier bei mir sein können. Ich bin aber auch sehr froh, dass es ihnen gut geht und sie in Sicherheit sind.
In diesem Moment wird seine Schwester Sanaa dem Gespräch zugeschaltet: "Wir sind alle so stolz auf Dich und Deine unglaubliche Leistung. Die ganze Welt redet über Dich - zeig' ihnen, wie besonders Du bist. Es macht mich so glücklich zu sehen, dass Du deine Ziele erreicht hast, weil ich weiß, wie viel du gelitten hast. Du hast Geduld gezeigt und bist jetzt bei den Olympischen Spielen. Ich möchte jedem danken, der an Aram geglaubt und ihn unterstützt hat. Er verdient nur das Beste!"
"Vielen, vielen Dank Sanaa, das waren sehr nette Worte", so Mahmoud. "Ich weiß, dass Du immer nur das Beste für mich wolltest und genauso wünsche ich Dir das Beste. Ich hoffe. Du kannst den Erfolg mit mir genießen und ich weiß, dass Du bei mir bist - überall wo ich hingehe und dass die Familie immer hinter mir steht. Ich bin froh, meine Familie auf die bestmögliche Art und Weise zu repräsentieren und hoffe, wir sehen uns bald wieder!"
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Quelle: Eurosport

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