UCI Track Champions League: Kristina Vogel über Lea Friedrich und Emma Hinze - "Sie erinnern mich an Miriam und mich"
VonFelix Mattis
Publiziert 01/12/2021 um 19:10 GMT+1 Uhr
In der UCI Track Champions League kommt es in der Sprint League der Frauen zum deutschen Duell um den Gesamtsieg: Emma Hinze und Lea Sophie Friedrich liegen vor dem Doppel-Event von London auf den Plätzen eins und zwei, sind abseits der Bahn aber Freundinnen und wurden im Oktober gemeinsam Teamsprint-Weltmeisterinnen. Dieses Szenario kennt Eurosport-Expertin Kristina Vogel aus eigener Erfahrung.
Emma Hinze und Lea Sophie Friedrich beim Champions-League-Auftakt auf Mallorca // Foto: Simon Wilkinson/SWpix.com
Fotocredit: Eurosport
"Lea und Emma erinnern mich schon auch an Miriam und mich", erzählt Vogel im Exklusiv-Interview.
Sie und Miriam Welte dominierten die Sprint-Szene vor knapp zehn Jahren, wurden 2012 in eben jenem Londoner Velodrom, in dem am Wochenende die Champions-League-Action steigt, gemeinsam Teamsprint-Olympiasiegerinnen, fuhren in Sprint und Keirin aber auch immer wieder gegeneinander.
"Was uns damals von allen Teamsprint-Mannschaften der Welt unterschieden hat, ist ja, dass wir uns wirklich gut verstanden haben und beste Freundinnen waren. Und man merkt, dass sich Emma und Lea auch lieben", so die 31-Jährige.
"Auf der Bahn wird sich nichts geschenkt, man will sich gegenseitig besiegen. Aber die beiden können das gut trennen und nach den Duellen dann wieder gemeinsam auf das Ziel Teamsprint-Olympiasieg hinarbeiten."
/origin-imgresizer.eurosport.com/2021/11/27/3261787-66753008-2560-1440.jpg)
Deutscher Doppelsieg! Friedrich und Hinze dominieren im Keirin
Quelle: Eurosport
Trotzdem aber weiß Vogel auch, dass gerade aufgrund der Freundschaft und vielen gemeinsamen Trainingseinheiten das Rennfahren gegeneinander besonders schwer ist.
"Eine gewisse Hackordnung gibt es im Team immer – und an der wird im Duell natürlich auch gerüttelt. Außerdem kennt man sich total gut und will das nutzen, aber gleichzeitig auch gegen seine Freundin nicht unfair spielen. Ich fand es gegen Miriam immer schwieriger, als gegen andere", erinnert sie sich, weist aber auch auf einen Unterschied hin.
Hinzes Vorteil: Erfahrung und Taktik
Während die Rollenverteilung des Teamsprint-Duos Vogel/Welte damals klarer war – Welte glänzte im 500-Meter-Zeitfahren und an erster Position im Teamsprint mehr, Vogel war als Vollstreckerin im Sprint und Teamsprint sowie im Keirin stärker – sieht Vogel die 24-jährige Hinze und die 21-jährige Friedrich physisch näher beisammen.
"Sie können physisch beide alles", meint sie und erklärt: "Lea fehlt noch ein bisschen die taktische Komponente. Man merkt, dass Emma im Kopf schon wesentlich klarer ist und taktisch genau weiß, was sie macht. Da spielt natürlich das Stück Altersunterschied eine Rolle."
In London geht Hinze nun mit 74 Punkten in das Gesamtwertungsduell mit ihrer Freundin, die bei 56 Zählern steht. Die Favoritinnenrolle auf den Champions-League-Sieg ist also klar vergeben. Doch für Friedrich wäre auch Rang zwei hinter Hinze ein großer Erfolg – und den gilt es gegen die kanadische Sprint-Olympiasiegerin Kelsey Mitchell (50 Punkte) zu verteidigen.
Da drängt sich die Frage auf, ob freundschaftliche Schützenhilfe eine Rolle spielen könnte. Vogel aber meint: "Sich gegenseitig zu helfen, das geht historisch immer schief. Deshalb glaube ich nicht, dass sie das probieren. Ich denke, sie gehen beide auf die Bahn und wollen beide gewinnen."
Eurosport präsentiert die dritte und vierte Station der UCI Track Champions League am Freitag, 3. Dezember und Samstag, 4. Dezember in London ab 19:30 Uhr live im TV und im kostenlosen Livestream auf Eurosport.de und in der Eurosport App!
Das könnte Dich auch interessieren:
/origin-imgresizer.eurosport.com/2021/11/27/3261867-66754608-2560-1440.jpg)
Hinze strahlt im Führungstrikot: Die Ehrung in Panevezys
Quelle: Eurosport
Ähnliche Themen
Werbung
Werbung